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FAO
hebt Potenzial für
eine nachhaltige Landwirtschaft
in Kuba hervor
THEODOR Friedrich, Vertreter
der Organisation der Vereinten Nationen für
Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Kuba, hob das
Potenzial des Landes für einen nachhaltigen
landwirtschaftlichen Anbau hervor.
Der Experte erklärte, dass
bei den kubanischen Wissenschaftlern das politische
Interesse und das Wissen über das so genannte
Paradigma der Erhaltung der Landwirtschaft vorhanden
sei, dass aber Veränderungen in der Form der
Bodenbearbeitung eingeführt werden müssen, da sie in
der bisherigen Form zur Verschlechterung der
Bodenqualität beiträgt.
Ein besserer Schutz des
Bodens durch Direktsaat und Diversifizierung der
Kulturen werde ermöglichen, die Produktion von
Gemüse und anderen Nahrungsmitteln zu erhöhen, was
sehr wichtig sei für das Land, das derzeit rund 80
Prozent seiner Lebensmittel importieren muss, sagte
Friedrich.
Der Vertreter der FAO wies
auch darauf hin, dass die angestrebte
Nahrungsmittelsicherheit aufgrund der hohen Preise,
der Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit und
anderer Hindernisse für die Welt eine große
Herausforderung darstelle, obwohl genügend
produziert werde.
Friedrich erklärte, dass im
Jahr 2050 neun Milliarden Menschen auf der ganzen
Welt ernährt werden müssen, weshalb eine Veränderung
in den Paradigmen von Produktion und Verteilung
unaufschiebbar sei, da gegenwärtig 30 Prozent der
Lebensmittel verschwendet werden.
Sergio Rodríguez, Direktor
des Forschungsinstituts für tropische Nutzpflanzen
(INIVIT) stellte fest, dass die
Nahrungsmittelproduktion eine Sicherheitsstrategie
für das Land darstellt.
Der Leiter des INIVIT
verwies darauf, dass die globale
Nahrungsmittelproduktion eine ökonomische,
ökologische und soziale Krise durchläuft, verbunden
mit der Verdoppelung der Preise für
landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Er betonte, dass es derzeit
im Ergebnis der Maßnahmen der Industrieländer „keine
Solidarität im Bereich der Lebensmittel gibt,
sondern nur Geschäft".
„Trotz dieser Probleme hat
Kuba dank seines politischen Willens und der
wissenschaftlich-technischen Kenntnisse das
Potenzial, das Ernährungsproblem zu lösen", sagte
er.
Angesichts der Krise des
Weltnahrungsmittelsystems bestehe die Aufgabe, ein „umweltgerechtes,
wirtschaftlich machbares, sozial gerechtes und
kulturell angepasstes" Entwicklungsmodell zu
errichten.
Gemäß dieser Realität und
dieser Leitbilder sind mehrere alternative
landwirtschaftliche Entwicklungsmodelle entwickelt
worden.
Kuba, das von den großen
globalen und regionalen Handelsabkommen
ausgeschlossen ist, wie auch von der Finanzierung
durch globale Institutionen wie die Weltbank und die
Interamerikanische Entwicklungsbank, und keinen
transnationalen Unternehmen verpflichtet ist, die
die Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln
immer weiter konzentrieren, implementiert ein
Landwirtschaftsmodell, das vier Schwerpunkte
verfolgt: alle zu ernähren, die Umwelt zu schützen,
die wissenschaftlich-technischen Kenntnisse zu
erweitern und die nationale Souveränität aufrecht zu
erhalten. (Redaktion Granma Internacional)
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