Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

   

NUR TEXT |    

K U B A

Havanna, 4 Juli 2014

 

Google unterwegs in Havanna

Der Präsident des Internet-Giganten schloss sich dem Chor der Stimmen an, die sich für die Aufhebung der Blockade in den Vereinigten Staaten aussprechen.

Die Meldung würde in keinem anderen Land der Hemisphäre Überraschung auslösen, aber der kürzliche Besuch von vier hohen Google-Funktionären, unter ihnen der Präsident Eric Schmidt, hat sich wie ein Virus im Netz verbreitet.

Und vielleicht ist es wirklich kein Wunder, wenn Personen wie diese an einen der wenigen Orte der Welt kommen, wo man einen Großteil der Dienstleistungen dieses Giganten nicht in Anspruch nehmen kann. Der Sitz der Firma ist in Mountain View, Kalifornien und deswegen unterliegt sie den US-Blockadegesetzen gegen Kuba.

Von kubanischem Territorium aus ist es unmöglich, Plattformen wie Google Analytics zu benutzen – eines der wichtigsten Tools, um Websites zu besuchen. Man kann auch nicht den bekannten Chrome herunterladen, ein weiteres Produkt des Unternehmens.

Die Kubaner können auch nicht die Millionen verfügbaren Apps von Android herunterladen.

Die Medien, die über den Besuch berichteten, haben nichts darüber gesagt, ob die Google Direktoren von Kuba aus versucht hätten, diese Dienste in Anspruch zu nehmen.

Schmidt hat das Thema auch nicht in seinen Beiträgen erwähnt, die er an sein Profil im sozialen Google Netzwerk über seinen Besuch zusammen mit Jared Cohen, Brett Perlmutter und Dan Keyserling in Kuba gepostet hat.

Dort erzählt er über die Eindrücke, die er vom kubanischen Volk gewonnen hat, das er als modern und gut ausgebildet beschreibt: „Die beiden größten Erfolge der Revolution, wie sie das nennen, ist die allumfassende gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung durch sehr gute Ärzte und die auffallend große Anzahl von Frauen in leitenden Positionen.“

Der Präsident des Google Unternehmens kritisiert die irrationalen Beschränkungen, die die OFAC, das Büro zur Kontrolle der ausländischen Güter, das im US-Finanministerium angesiedelt ist, den Unternehmen auferlegt. Jedwede Transaktion mit Kuba muss vorher von der OFAC genehmigt werden.

Schmidt schloss sich den auch im Innern der USA immer lauter werdenden Rufen an, die ein Ende der Blockade fordern.

„Das Embargo, das jetzt im Helms-Burton-Gesetz von 1996 kodifiziert ist, bestimmt alles, was die USA und Kuba betrifft. (Die Kubaner nennen das „Blockade“ und ein Plakat beschreibt es als Völkermord.)

Diese Politik ist eine Herausforderung für den gesunden Menschenverstand: Es gibt Dutzende von Ländern, die wir als unsere Verbündete bezeichnen und die wir ohne Probleme besuchen dürfen, die aber eine viel größere Bedrohung für die USA darstellen und bedeutend mehr Anlass für Beunruhigung geben, als Kuba dies seit mehr als einem Jahrzehnt tut.

Die Kubaner glauben“, so fügt er hinzu, „dass dies zum großen Teil ein Frage der Innenpolitik Floridas ist und dass die kubanisch-amerikanische Jugend die Normalisierung der Beziehungen unterstützt, genauso wie die Gemeinschaft der US-Unternehmen.

Beide Länder müssen etwas machen, etwas, das schwer politisch durchzusetzen sein wird, aber der Mühe wert ist.“ Er schließt mit einem Aufruf an die USA, sie mögen sich überwinden und die Blockade abschaffen.

Bis jetzt erscheint auf jeden Fall immer noch, wenn man versucht auf eine Google Dienstleistung zurückzugreifen, die Mitteilung: Dieses Produkt ist für Ihr Land nicht verfügbar

 

                                                                                                  ARTIKEL DRUCKEN


Generaldirektor: Pelayo Terry Cuervo. Chefredakteur: Gustavo Becerra Estorino
Hosting:
Teledatos-Cubaweb. Havanna
Granma Internacional Digital:
http://www.granma.cu/

E-mail  | Index | Español | Inglés | Francés | Portugués | Italiano | Themen
© Copyright. 1996-2014. Alle Rechte vorbehalten. GRANMA INTERNACIONAL. Kuba

UP

Granma
Internacional Deutsche Ausgabe