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Havanna, 20. Januar 2014

 

Kuba entwickelt alternative
soziale Netzwerke, um der Sperrung
von beliebten Portalen zu begegnen

Zahlreiche Kubaner beschweren sich darüber, dass ihre privaten Facebook- und Twitterkonten gesperrt und zensiert wurden. Deshalb wurden alternative nationale soziale Netzwerke entwickelt, die unter den Inselbewohnern Popularität gewonnen haben.

„Als Kubaner sich anlässlich des 1. Mai zusammenschlossen, um diese Art von Veranstaltungen auf Twitter zu unterstützen, wurden zahlreiche ihrer Konten gesperrt", sagte der Journalist und Blogger Manuel Enríquez Lagarde.

Viele Kubaner beschweren sich, dass mit ihren Seiten und Profilen auf beliebten sozialen Netzwerken seltsame Dinge passieren. Häufig verschwinden Tweets oder es gibt massive Sperrungen von Portalen, besonders an bestimmten Tagen, die für die Inselbewohner besondere Bedeutung haben.

In diesen Fällen ist es nicht immer möglich zu bestimmen, von wo aus die sozialen Netzwerke gestört werden. Vor allem, wenn scheinbar einfache technische Fehler angezeigt werden.

Bei eigenen sozialen Netzwerken, die digital in Kuba gespeichert sind, ist es für die Kubaner weniger wahrscheinlich, dass sie in der virtuellen Welt stummgeschaltet werden, zumindest, was den Raum Point CU betrifft. La Tendedera und Reflejos sind die kubanischen Alternativen zu Facebook und Livejournal, die begonnen haben, große Popularität im Land zu gewinnen.

„Sie haben viele nützliche Tools. Videos und Bilder können hochgeladen, Musik übertragen werden, neben der Interaktivität des Benutzers", teilt ein kubanischer Surfer mit.

„Sie bieten uns, den kubanischen Nutzern, viele Möglichkeiten bei der Erstellung einer neuen Website, wir benutzen dieses Netzwerk gern, weil es uns eine große Öffnung gegeben hat", sagte ein anderer Benutzer.

Die Gruppe von Entwicklern CubaVa arbeitet nun an Pitazo, einem Projekt, das zu einer Nachbildung von Twitter werden soll. Es wird Möglichkeiten zur Interaktion haben, zur Platzierung von Anzeigen und Werbeaktionen und auch Räume für die Jobsuche enthalten. Wie im Fall der Tendedera wird das Interface-Design nationale Motive haben.

„Wir wollen ein alternatives soziales Netzwerk bieten, das von kubanischen Prinzipien geprägt ist, also Dingen, die in unseren Wurzeln begründet sind, auf unseren Prinzipien beruhen, da viele internationale soziale Netzwerke sehr allgemein sind und du dich am Ende nicht mit ihnen identifizierst", erklärte Julio César Torres, Chef-Entwickler von Tendedera.

Für viele Kubaner, die zu Hause keinen Internetzugang haben, sind nationale soziale Netzwerke ein Weg, um mit Freunden und Angehörigen Kontakt zu halten. Spezialisierte Rechenzentren bieten die notwendigen Werkzeuge, um die Profile ständig zu aktualisieren. Und obwohl die Entwickler dieser Websites sich vorsichtig über die Zukunft ihrer Dienstleistungen äußern, schließen sie nicht aus, dass ihre Ideen auch außerhalb des Inselgebiets Interesse finden können.

„All diese Projekte, die von der Entwickler-Gruppe CubaVa durchgeführt werden, sind ein kleiner Schritt in eine Zukunft, in der wir über technologische Unabhängigkeit verfügen, eine technologische Unabhängigkeit, damit die Dinge Kubas wirklich bekannt werden. Und wenn wir so wachsen, wie wir denken, ist es sehr gut möglich, dass wir Zusammenarbeit von einigen lateinamerikanischen Ländern erhalten. Das hängt vom Wachstum ab, das wir haben werden, und von der Akzeptanz des gesamten Projekts", fügte Torres hinzu.

Es ist offensichtlich, dass die sozialen Netzwerke der Insel nicht versuchen, den Cyberspace zu erobern, wie es Twitter und Facebook taten. Aber die Tatsache, dass Kuba seine ersten Schritte auf diesem Gebiet getan hat, bedeutet, dass das karibische Land in eine Richtung unterwegs ist, die es ihm erlaubt, die Wahrnehmung zurückzulassen, dass die Insel und das Internet zwei getrennte Dinge sind. (Entnommen aus CubaDebate)
 

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