Wiederbelebung des
Obstanbaus
KUBA strebt eine nachhaltige Entwicklung der
Obstproduktion an, um die Nachfrage der Bevölkerung
und des Tourismus befriedigen und Obst auch
exportieren zu können. Dazu gibt es eine
Regierungsstrategie, welche die Erweiterung der
Anbaufläche, eine angemessene Bereitstellung von
Technologie und die Anwendung des Know-how im
landwirtschaftlichen Produktionsprozess umfasst.
Gemäß den Mitte 2013 vom Forschungsinstitut für
Tropischen Obstanbau zur Verfügung gestellten Zahlen
beträgt die für den Obstanbau genutzte Gesamtfläche
auf der Insel 88.367 Hektar. Etwa 30 Prozent davon
entfallen auf Mango-Plantagen. Zählt man die
Anbaufläche der Zitrusfrüchte hinzu, beträgt die
Gesamtfläche für die Produktion von Früchten109.367
Hektar.
Aber die Ergebnisse sind noch nicht ermutigend,
denn laut dem Nationalamt für Statistik und
Informationen hat sich von Januar bis September
letzten Jahres das Produktionsvolumen in der
Landwirtschaft, den Zuckerrohranbau ausgenommen, um
2,6 % verringert, und innerhalb dieser Produkte
zeigen die Zitrusfrüchte und das Obst, mit Ausnahme
von Ananas und Guave, noch immer erhebliche
Anzeichen des Rückgangs.
Für die Wiederbelebung der Obstproduktion, die
vor über 30 Jahren ihre höchste Pracht erreichte,
verfügt die Insel neben idealen klimatischen
Bedingungen über den Sektor der Genossenschaften und
der Kleinbauern, der die höchsten Produktionsraten
erzielt.
Innerhalb dieser Gruppe entwickelt sich eine
Bewegung von Obstanbau-Genossenschaften, die 102
spezialisierte Einrichtungen im ganzen Land vereint,
welche sich durch ein hohes Produktionsniveau, hohe
Qualität der Früchte, die Anwendung von Verfahren
wie Mischkulturen und die Verwendung von Biodünger
auszeichnen.
Laut der Unternehmensgruppe Frutícola werden
31.000 Hektar Land von den Genossenschaften dieser
Bewegung bebaut. Vorherrschend sind dabei der Anbau
von Mango (11.500 ha), Avocado (6.000), Guave
(4.500), Papaya (2.700), Ananas (2.400), Breiapfel
(600) und auf 3.300 Hektar werden andere Obstsorten
angebaut.
„Die Bewegung hat in den letzten Jahren große
Veränderungen erlebt. Der Zugang zu
Verbrauchsmitteln und anderen Ressourcen hat sich
verbessert. Dies ermöglicht uns, Pläne zu schmieden.
Im nächsten Jahr wollen wir den Obstanbau auf fast
200 Hektar ausweiten und auch neue Sorten einführen",
sagte gegenüber Granma International Luis Gerardo
Pérez Gutiérrez, der Vorsitzende der Genossenschaft
Nelson Fernández der Gemeinde Madruga in der Provinz
Mayabeque.
VOM ZUCKER ZUM OBST
Im Rahmen der Umstrukturierung, die die
kubanische Zuckerindustrie im Jahr 2002 mit Blick
auf die Verbesserung ihres wirtschaftlichen
Managements erfuhr, wurde 62 % des Landes des
bisherigen Zuckerrohranbaus für die Produktion von
Hackfrüchten, Bananen, Gemüse, Obst und anderen
Kulturen freigegeben. Dies betraf auch die
Kooperative Nelson Fernández - eine der 5.200
landwirtschaftlichen Genossenschaften, die es heute
in Kuba gibt - und jetzt gehört sie zur Bewegung der
Genossenschaften, die im Obstanbau führend sind.
„Aufgrund der Entfernung unserer Kooperative vom
Zuckerwerk - argumentierte Luis Gerardo - wurde
beschlossen, dass wir kein Zuckerrohr mehr anbauen,
sondern den Schwerpunkt auf verschiedene andere
Kulturen setzen würden."
„Als dann das Dekret 259 und später das Dekret
300 verabschiedet wurden - in Bezug auf die
Landübergabe in Nießbrauch - wuchs unsere
Genossenschaft. Wir hatten nur 169 Hektar Landund
jetzt sind noch 872 Hektar hinzu gekommen, die 93
Nutzern zur Verfügung gestellt wurden. Das bedeutet,
dass sich unsere Landfläche beinahe auf das
Siebenfache erhöht hat."
Derzeit dienen in der Genossenschaft über 140
Hektar Land dem Obstanbau, wobei ca. 40 Sorten mit
gutem Ertragsniveau angebaut werden. „Wir haben die
Produktion von Zitrusfrüchten deutlich erhöht, die
in Kuba oft große Beeinträchtigung durch Schädlinge
erleidet. In diesem Jahr haben wir bereits über 100
Tonnen der persischen Limette erreicht."
Obwohl die Obstproduktion ihre Hauptaufgabe ist,
hat die Genossenschaft Nelson Fernández auch
Ergebnisse in der Milch- und Fleischproduktion sowie
bei der Produktion von Hackfrüchten, Bananen und
Gemüse aufzuweisen. Ebenso kommen dem Land ihre
hohen Erträge bei Mais und Bohnen zugute, sehr
wichtige Nahrungsmittel, durch deren Produktion
Importe eingespart werden können.
„Indem wir das Land, das von Marabu-Sträuchern
überwuchert und verunkrautet war, weiter säubern,
wollen wir weiter wachsen, den Obstanbau ausweiten,
der unser Unternehmenszweck ist, und wir wollen in
diesem Jahr den neuen Modus der Minindustrie
umsetzen, um eine Schließung des Produktionszyklus
zu erreichen."
„Dank der Anstrengungen aller haben wir die
bisherigen Ergebnisse erzielt. Ich bin der Vertreter
von 167 Bauern, die durch ihr Engagement und ihre
tägliche Arbeit alle Verdienste erarbeitet haben."
Es gibt also ermutigende Beispiele wie die
Genossenschaft Nelson Fernández. Die
organisatorische Arbeit dieser Bewegung ist noch
nicht zu Ende, denn es müssen immer noch
Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden, die das
Erreichen ihres Ziels behindern, die Traditionen der
Obstproduktion zu retten.
Die Einhaltung erprobter Produktionsverfahren,
die korrekte Abwasserbehandlung in der Miniindustrie,
Vertragsabschlüsse über die Produktion im Einklang
mit der Nachfrage und die Absicherung mit
Materialien für die Anwendung von geeigneten
Technologien auf den Plantagen und in den
Baumschulen sind Teil der Strategie, die zu befolgen
ist, um einen stabilen Aufschwung der Obstanbau-Agrarindustrie
zu erreichen.