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Rede des Präsidenten der Republik Kuba,
Fidel Castro Ruz, zur Kundgebung anläßlich des Internationalen
Feiertages der Werktätigen auf dem Platz der Revolution. Havanna,
am 1. Mai 2003
Erlauchte
Gäste!
Liebe
Mitbürger!
KUBA
UND DER NAZIFASCHISMUS
Unser
heroisches Volk hat während 44 Jahren von einer kleinen Insel der
Karibik aus gekämpft, wenige Meilen von der mächtigsten
imperialistischen Macht entfernt, die je die Menschheit
kennengelernt hat. Damit hat es eine Seite ohne Präzedenzfall in
der Geschichte geschrieben. Niemals sah die Welt einen so ungleichen
Kampf.
Diejenigen,
die glaubten, daß der Aufstieg des Imperiums zur einzigen
Supermacht, dessen militärische und technologische Macht keinerlei
Gegengewicht auf der Welt haben, Angst oder Entmutigung im
kubanischen Volk hervorrufen würden, haben keine andere
Alternative, als vor dem vervielfachten Mut dieses heldenhaften
Volkes zu erstaunen. An einem Tag wie heute, ruhmreiches Datum der
Werktätigen, an dem des Todes der fünf Märtyrer von Chicago
gedacht wird, erkläre ich im Namen der Million der hier
versammelten Kubaner, daß wir den Bedrohungen die Stirn bieten
werden, wir werden keinerlei Druck weichen, und wir sind bereit, das
Vaterland und die Revolution mittels der Ideen und der Waffen bis
zum letzten Blutstropfen zu verteidigen.
Welches
ist die Schuld Kubas? Welcher ehrliche Mensch hat Grund es
anzugreifen?
Mit
seinem eigenen Blut und den dem Feind entrissenen Waffen hat sein
Volk eine grausame, durch die Regierung der Vereinigten Staaten
aufgezwungene Tyrannei besiegt, die 80 000 Männer unter Waffen
hatte.
Es
war das erste Gebiet in Lateinamerika und der Karibik, das frei vom
Imperialismus war, und das einzige Land der Hemisphäre, wo während
der gesamten post-kolonialen Ära Folterknechte, Mörder und
Kriegsverbrecher, die mehrere Zehntausende von Menschen töteten,
exemplarisch bestraft wurden.
Es hat
den Grund und Boden komplett zurückgewonnen und an die Bauern und
Landarbeiter übergeben. Die Naturschätze
und die Industrien und die wichtigsten Dienstleistungen wurden in
die Hände des einzigen wirklichen Eigentümers gelegt: der
kubanischen Nation.
In
weniger als 72 Stunden, ohne Pause Tag und Nacht kämpfend, hat Kuba
die Söldner- Invasion von Giron[1]
zerschlagen, die von einer Regierung der Vereinigten Staaten
organisiert worden war, was eine direkte militärische Intervention
jenes Landes und einen
Krieg von nicht zu berechnenden Folgen verhinderte. Die Revolution
hatte schon die Ejercito Rebelde (Rebellen-Armee), mehr als 400 000
Waffen und mehrere Hunderttausende von Milizangehörigen.
Sie
begegnete 1962 dem Risiko, mittels Dutzenden von Atomwaffen
angegriffen zu werden, ohne jegliches Zugeständnis.
Sie
besiegte den auf das ganze Land ausgedehnten schmutzigen Krieg auf
Kosten von mehr Menschenopfern, als sie für den Befreiungskrieg
zahlen mußte.
Ertrug
unerschütterlich Tausende von der Regierung der Vereinigten
Staaten organisierte Sabotageakte und Terrorangriffe.
Vereitelte
hunderte von Mordplänen gegen Leader der Revolution.
Inmitten
einer rigorosen Blockade und des Wirtschaftskrieges, die schon fast
ein halbes Jahrhundert dauern,
war Kuba in der Lage, in einem Jahr das Analphabetentum zu
beseitigen, das die anderen Länder Lateinamerikas in mehr als vier
Jahrzehnten nicht haben besiegen können, und auch nicht die
Vereinigten Staaten.
Es
brachte hundert Prozent der Kinder kostenlose Bildung.
Es
hat den höchsten Index beim Schulverbleib[2] —mehr als 99 Prozent zwischen der Vorschule und der
neunten Klasse— von allen Nationen der Hemisphäre.
Seine
Schüler der Grundstufe nehmen den ersten Platz auf der Welt bei
Kenntnissen der Sprache und der Mathematik ein.
Es
hat ebenfalls den ersten Platz in Bezug auf Lehrer pro Schüler und
Schüler pro Klassenraum.
Alle
Kinder mit physischen oder geistigen Schwierigkeiten lernen in
Spezialschulen.
Das
Erlernen der Computertechnik und die intensive Verwendung von
audiovisuellen Mitteln wird heutzutage bei allen Kindern und
Jugendlichen in Stadt und Land angewendet.
Das
Lernen mit einer finanziellen staatlichen Vergütung verwandelte
sich zum ersten Mal auf der Welt in eine Möglichkeit für alle
Jugendliche zwischen 17 und 30 Jahren, die weder Lernende waren,
noch einer Beschäftigung nachgingen.
Jeder
Bürger hat die Möglichkeit ein
Studium durchzuführen, das ihn von der Vorschule bis zum Erreichen
des Doktortitels in Wissenschaften bringt, ohne einen einzigen
Centavo auszugeben.
Die
Nation hat heute mehr als 30 Universitätsabsolventen,
Intellektuelle und professionelle Künstler auf jeden von denen, die
vor der Revolution existierten.
Die
durchschnittlichen Kenntnisse eines kubanischen Staatsbürgers
erreichen schon mindestens 9 Schuljahre.
In
Kuba gibt es nicht einmal mehr das funktionelle
Analphabetentum.
Schulen
zur Ausbildung von Künstlern und Kunstausbildern wurden auf alle
Provinzen des Landes verbreitet, wo
mehr als 20 000 Jugendliche Lehrgänge absolvieren und ihr
Talent und ihre Berufung entwickeln. Zusätzlich tun es Zehntausende
in Schulen zur Förderung der Berufung, die Quelle der Fachschulen
sind.
Die
Universitätsaußenstellen sind
schon nach und nach auf alle Kreise des Landes verbreitet. Niemals
wurde an einer anderen Stelle so eine riesige Bildungs- und
Kulturrevolution durchgeführt, die Kuba mit großem Abstand in das
Land der größten Kenntnisse und Kultur der Welt verwandeln werden,
indem wir uns an die tiefgreifende Martianische Überzeugung halten,
daß „ohne Kultur keine Freiheit möglich ist“.
Die
Säuglings- und Kindersterblichkeit wurde von 60 pro jede tausend
Lebendgeborene auf eine Ziffer, die zwischen 6 und 6,5 schwankt
vermindert. Die niedrigste in der Hemisphäre, von den Vereinigten
Staaten bis nach Patagonien.
Die
Lebenserwartungen haben sich um 15 Jahre erhöht.
Infektions-
und übertragbare Krankheiten wie die Poliomyelitis, die Malaria,
der Neonatal-Wundstarrkrampf, die Diphtherie, die Masern, die Röteln,
die Parodititis, der Keuchhusten und das Denguefieber wurden
beseitigt; andere wie der Wundstarrkrampf, die
Meningokokken-Hirnhautentzündung, die Gelbsucht Typ B, die Lepra,
die Hirnhautentzündung
bei Hämophilie und die Tuberkulose sind vollkommen unter Kontrolle.
Heutzutage
sterben die Menschen in unserem Land an den gleichen Krankheiten,
wie in den höchstentwickelten Ländern: Herzkreislauf-, Tumor-
Erkrankungen, Unfällen und anderen, aber in viel geringerem Umfang.
Eine
tiefgreifende Revolution wird durchgeführt, um die medizinischen
Dienstleistungen näher zur Bevölkerung zu bringen, um deren Zugang
zu den ärztlichen Zentren zu erleichtern, Leben zu bewahren und
Schmerzen zu erleichtern.
Es
werden tiefgreifende Untersuchungen realisiert, um bei Problemen
genetischer und vorgeburtlicher Herkunft und mit der Geburt
verbundenen die Kette zu unterbrechen, sie bis zu einem Minimum zu
mildern oder abzuschwächen.
Kuba
ist jetzt das Land mit der höchsten Pro-Kopf- Kennziffer an Ärzten;
es verdoppelt fast die Zahl derjenigen, die ihm nachfolgen.
Die
Wissenschaftszentren arbeiten ohne Pause, um vorbeugende bzw.
therapeutische Lösungen gegen die schwersten Krankheiten zu suchen.
Die
Kubaner werden das beste Gesundheitssystem der Welt haben, dessen
Dienstleistungen sie weiter vollkommen gratis erhalten werden.
Die
Sozialfürsorge umfaßt hundert Prozent alle Bürger des Landes.
85
Prozent der Bevölkerung ist Eigentümer der Wohnung. Diese ist frei
von jeglichen Steuern. Die anderen 15 Prozent bezahlen eine absolut
symbolische Miete, der sich kaum auf
10 Prozent des Gehalts beläuft.
Die
Einnahme von Rauschgiften erreicht einen kleinen Kreis von Leuten,
und man kämpft entschlossen dagegen.
Die
Lotterie und andere Arten des lukrativen Spiels wurden
seit den ersten Jahren der Revolution verboten, damit niemand
bei seinen Erwartungen auf das Vorwärtskommen auf den Zufall baut.
Unser
Fernsehen, Radio und Presse üben nicht die kommerzielle Publizität
aus. Jegliche Promotion ist auf Anliegen der Gesundheit, der
Bildung, der Kultur, der Körperkultur, des Sports, der gesunden
Erholung, des Umweltschutzes, des Kampfes gegen die Rauschgifte,
gegen Unfälle und andere Probleme sozialen Charakters ausgerichtet.
Unsere Massenmedien erziehen, weder vergiften sie, noch entfremden.
Es wird kein Kult der verfaulten Werte der Konsumgesellschaften
betrieben.
Die
Diskriminierung der Frauen, die heute 64% der Fach- und
Wissenschaftlichen Kräfte darstellen, wurde beseitigt.
Seit
den ersten Monaten der Revolution blieb nicht eine der vom Süden
der Vereinigten Staaten nachgeahmten rassistischen Ausdrucksformen
bestehen. In den letzten Jahren unternimmt die Revolution besondere
Anstrengungen, um die Spuren zu beseitigen, welche die Armut und der
fehlende Zugang zu den Kenntnissen in den Nachkommen derjenigen
hinterlassen haben, die während Jahrhunderten versklavt worden
waren, was objektive Unterschiede geschaffen hat, die dazu neigen,
sich fortzupflanzen. Bald wird nicht einmal ein Schatten der Folgen
jener schrecklichen Ungerechtigkeit bleiben.
Es
gibt keinen Kult in Bezug auf irgendeine
revolutionäre lebende Persönlichkeit, wie zum Beispiel
Standbilder, offizielle Fotos, Straßen- oder Einrichtungsnamen.
Diejenigen, die leiten sind Menschen und keine Götter.
In
unserem Land gibt es weder paramilitärischen Kräfte noch
Todesschwadronen, noch wurde jemals die Gewalt gegen das Volk
verwendet, oder außergerichtliche Hinrichtungen durchgeführt, oder
die Folter angewendet. Das Volk hat immer massenweise die Aktivitäten
der Revolution unterstützt. Diese Kundgebung beweist das. (Beifall)
Unsere
Gesellschaft ist Lichtjahre von dem entfernt, was bis heute auf der
Welt vorgeherrscht hat. Es wird die Brüderlichkeit und die
Solidarität zwischen den Menschen und den Völkern innerhalb und außerhalb
des Landes gepflegt.
Die
neuen Generationen und das gesamte Volk werden im Sinne des
Umweltschutzes erzogen. Die Massenmedien werden zur Herausbildung
eines ökologischen Bewußtseins verwendet.
Unser
Land verteidigt mit Standhaftigkeit seine kulturelle Identität,
assimiliert das Beste der
anderen Kulturen und kämpft entschlossen gegen alles was entstellt,
entfremdet und erniedrigt.
Die
Entwicklung des gesunden und nicht berufsmäßigen Sports hat unser
Land zu den höchsten Kennziffern bei Medaillen und Ehren auf
Weltniveau geführt.
Die
wissenschaftlichen Forschungen im Dienste unseres Volkes und der
Menschheit haben sich hundertfach vervielfacht. Im Ergebnis dieser
Bemühungen retten wichtige Arzneien Leben in Kuba und anderen Ländern.
Niemals
wurde weder irgendeine biologische Waffe erforscht noch hergestellt,
da das in totalem Gegensatz zur Ausbildung und zum Bewußtsein, in
dem unser wissenschaftliches Personal erzogen worden ist und wird,
steht.
In
keinem anderen Volk ist der Geist der internationalen Solidarität
so sehr verwurzelt.
Unser
Volk unterstützte die argelischen Patrioten in ihrem Kampf gegen
den französischen Kolonialismus, auf Kosten dessen die politischen
und wirtschaftlichen Beziehungen zu so einem wichtigen europäischen
Land wie Frankreich beeinträchtigt wurden.
Wir
schickten Waffen und Kämpfer, um Argelien gegen den marokkanischen
Expansionismus zu verteidigen, als der König jenes Landes sich der
Eisenbergwerke von Gara Yebilet, in der Nähe der Stadt Tinduf
im Südwesten von Argelien bemächtigen wollte.
Das
gesamte Personal einer Panzerbrigade hielt auf Anforderung der
arabischen Nation Syrien zwischen 1973 und 1975 vor den Golanhöhen
Wache, als jenes Gebiet ungerechtfertigt jenem Gebiet entrissen
worden war.
Patricio
Lumumba, der Führer der Demokratischen Republik Kongo, als sie
gerade ihre Unabhängigkeit erreicht hatte, und von außen bedroht
wurde, erhielt unsere politische Unterstützung. Als jener im Januar
1961 durch die Kolonialmächte ermordet worden war, halfen wir
seinen Nachfolgern.
Vier
Jahre danach, 1965, wurde kubanisches Blut im westlichen Gebiet des
Tanganjika-Sees vergossen, wo der Che mit mehr als einhundert
kubanischen Ausbildern die kongolesischen Rebellen unterstützte,
die gegen die weißen Söldner im Dienste von Mobuto, dem Mann des
Westens, kämpften. Man weiß nicht, in welchen europäischen Banken
dessen 40 Millionen geraubte Dollar aufbewahrt sind, nicht in wessen
Macht sie sich befinden.
Blut
von kubanischen Ausbildern wurde vergossen, als sie die Kämpfer der
Afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap
Verde ausbildeten und unterstützten, die unter dem Oberbefehl von
Amilcar Cabral um die Unabhängigkeit jener ehemaligen
portugiesischen Kolonien kämpften.
Etwas Ähnliches
geschah während zehn Jahren, während denen dem MPLA von Agosthino
Neto im Kampf für die Unabhängigkeit von Angola geholfen wurde.
Nachdem diese erreicht worden war, und während 15 Jahren, nahmen
mehrere Hunderttausende von kubanischen Freiwilligen an der
Verteidigung von Angola gegen die Angriffe der rassistischen südafrikanischen
Truppen teil, die im Komplott mit den Vereinigten Staaten
und den schmutzigen Krieg ausnutzend Millionen von Minen
setzten, ganze Orte dem Erdboden gleichmachten und mehr als eine
halbe Million angolanischer Männer, Frauen und Kinder ermordeten.
In Cuito
Cuanavale und an der Grenze zu Namibia, im Südwesten von Angola
versetzten angolanische und namibische Kräfte und 40 000 kubanische
Soldaten den südafrikanischen Truppen einen endgültigen Schlag
—Letztere besaßen damals sieben Atombomben, die durch Israel
geliefert worden waren, oder herzustellen geholfen wurden, bei
vollkommener Kenntnis und Beihilfe seitens der Regierung der
Vereinigten Staaten.— Das
bedeutete die unmittelbare Befreiung von Namibia, und beschleunigte
vielleicht um zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre das Ende des
Apartheid.
Während
fast 15 Jahren nahm Kuba einen Ehrenplatz bei der Solidarität mit
dem heldenhaften Volk von Vietnam
ein, in einem barbarischen und brutalen Krieg der Vereinigten
Staaten, der vier Millionen Vietnamesen tötete, außer der Zahl der
Verletzten und Kriegsbeschädigten; der seinen Grund und Boden mit
chemischen Produkten überflutete, die unberechenbare, noch
vorhandene Schäden anrichteten. Der Vorwand: Vietnam, ein armes und
unterentwickeltes Land, 20 000 Kilometer entfernt von den
Vereinigten Staaten gelegen, sei eine Bedrohung für die nationale
Sicherheit jenes Landes.
Kubanisches
Blut wurde gemeinsam mit dem von Bürgern verschiedener
lateinamerikanischer Staaten vergossen, und gemeinsam mit dem
kubanischen und lateinamerikanischen Blut des Che, der auf
Anweisungen der Agenten der Vereinigten Staaten in Bolivien ermordet
wurde, als er verwundet und gefangengenommen worden und seine Waffe
durch einen Schuß im Kampf unbrauchbar geworden war.
Kubanisches
Blut von Bauarbeitern, die dabei waren, einen Flughafen fast
fertigzustellen, der vital für die Wirtschaft einer sehr kleinen
vom Tourismus lebenden Insel war, wurde bei der Verteidigung von
Grenada vergossen, die durch die Vereinigten Staaten mit zynischen
Vorwänden überfallen wurde.
Kubanisches
Blut wurde in Nicaragua vergossen, als die Ausbilder unserer
Streitkräfte die tapferen nicaraguanischen Soldaten trainierten,
die gegen den schmutzigen Krieg kämpften, der von den Vereinigten
Staaten gegen die sandinistische Revolution organisiert und
bewaffnet wurde.
Und
ich habe nicht alle Beispiele erwähnt.
Die
heroischen internationalistischen kubanischen Kämpfer, die ihr
Leben gaben, indem sie die heilige Pflicht erfüllten, den Kampf für
die Unabhängigkeit von anderen Brudervölkern zu unterstützen überschreiten
die Zweitausend. In keinem jener Länder gibt es ein kubanisches
Eigentum.
Kein
anderes Land in unserer Ära hat so eine glänzende Seite der
aufrichtigen und uneigennützigen Solidarität aufzuweisen.
Kuba hat
immer mit seinem Beispiel gepredigt. Es hat niemals gewankt. Es hat
niemals das Anliegen eines anderen Volkes verkauft. Es hat niemals
Zugeständnisse gemacht. Es hat niemals Prinzipien verraten. Nicht
umsonst wurde es vor nur 48 Stunden durch Zuruf
im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen
als Mitglied der Menschenrechtskommission für weitere drei
Jahre wiedergewählt. Es integriert dieses Organ ununterbrochen während
15 Jahren.
Mehr
als eine halbe Million Kubaner erfüllte internationalistische
Missionen als Kämpfer, Lehrer, technische Fachkräfte oder als Ärzte
und Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Mehrere Zehntausende von den
letzteren haben während 40 Jahren Dienste geleistet und Millionen
Menschenleben gerettet. Zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten dreitausend
Fachärzte in Allgemeinmedizin und andere Mitarbeiter des
Gesundheitswesens in den abgelegensten Gebieten von 18 Ländern der
Dritten Welt, wo sie mittels der vorbeugenden und therapeutischen
Medizin jedes Jahr mehrere Hunderttausende von Menschenleben retten,
und die Gesundheit von Millionen Menschen bewahren oder
wiederherstellen, ohne einen einzigen Centavo für ihre
Dienstleistungen einzunehmen.
Ohne
die der Organisation der Vereinten Nationen angebotenen kubanischen
Ärzte, für den Fall, daß jene die notwendigen Fonds erlangt —
ohne die ganze Nationen und sogar vollständige Gebiete von
Schwarzafrika Gefahr laufen, zu verschwinden— wären die unerläßlichen
und dringenden Programme zur Bekämpfung des AIDS nicht zu
verwirklichen.
Die
entwickelte kapitalistische Welt hat reichhaltiges Finanzkapital
geschaffen, aber sie hat nicht das geringste menschliche Kapital
geschaffen, welches die Dritte Welt verzweifelt braucht.
Kuba
hat Techniken entwickelt, um mittels des Radio Lesen und Schreiben
zu lehren, und zwar mit Texten, die bis jetzt in fünf Sprachen
erarbeitet wurden: Kreolisch, Portugiesisch, Französisch, Englisch
und Spanisch, die schon in einigen Ländern in die Praxis umgesetzt
werden. Es ist dabei ein ähnliches Programm von außerordentlicher
Qualität auf Spanisch zu beenden, um mittels des Fernsehens zu
alphabetisieren. Das sind Programme, die von Kuba erdacht wurden und
die echt kubanisch sind. Die Exklusivität des Patents interessiert
uns nicht. Wir sind bereit, sie allen Ländern der Dritten Welt
anzubieten, wo die größte Anzahl von Analphabeten vorhanden ist,
und zwar ohne einen Centavo einzunehmen. In fünf Jahren könnte man
die 800 Millionen Analphabeten bei einem minimalen Aufwand um 80
Prozent vermindern.
Als
die UdSSR und der sozialistische Block verschwanden, setzte niemand
einen einzigen Centavo auf das Überleben der Kubanischen
Revolution. Die Vereinigten Staaten verschärften die Blockade. Es
entstanden die Torricelli- und Helms-Burton-Gesetze, das letztere
mit extraterritorialem Charakter. Unsere Märkte und wichtigsten
Lieferquellen verschwanden abrupt. Der Kalorien- und Protein-
Verbrauch verminderte sich fast auf die Hälfte. Das Land widerstand
und schritt auf sozialem Gebiet bedeutend voran. Heute hat es einen
großen Teil seiner Ernährungserfordernisse wiedergewonnen und
schreitet beschleunigt auf anderen Gebieten voran. Selbst unter
jenen Bedingungen haben das jahrelang verwirklichte Werk und geschaffene Bewußtsein das Wunder vollbracht. Weshalb
widerstanden wir? Weil die Revolution immer mit der Unterstützung
des Volkes rechnen konnte, rechnen kann und jedes Mal mehr rechnen
werden kann, eines intelligenten, immer mehr einigen,
gebildeteren und kämpferischeren Volkes.
Kuba,
welches das erste Volk war, daß sich mit dem nordamerikanischen
Volk am 11. September 2001 solidarisierte, war auch das erste, das
vor dem neofaschistischen Charakter warnte, welche die Politik der
extremen Rechten der Vereinigten Staaten, die betrügerisch im
November des Jahres 2000 die Macht übernommen hatte, sich
vorgenommen hatte, der Welt aufzuzwingen. Diese Politik entstand
nicht bewegt durch den schrecklichen Terroranschlag gegen das Volk
der Vereinigten Staaten, der von Mitgliedern einer fanatischen
Organisation verübt wurde, die in der Vergangenheit anderen
nordamerikanischen Verwaltungen diente. Es war eine kalt bedachte
und erarbeitete Denkweise, die das Aufrüsten und die kolossalen
Ausgaben für Bewaffnung erklären, als der Kalte Krieg schon nicht
mehr existierte und das, was im September geschah, noch lange nicht
geschehen war. Die Tatsachen des 11. Tages jenes unheilvollen Monats
des Jahres 2001 dienten als idealer Vorwand, um es in die Tat
umzusetzen.
Am
20. September jenes Jahres drückte der Präsident Bush das offen
vor einem durch die tragischen, sich neun Tage vorher ereigneten
Geschehnisse beeindruckten Kongreß aus. Indem er sonderbare
Begriffe verwendete sprach er von „unendlicher Gerechtigkeit“
als Ziel eines scheinbar auch unendlichen Krieges:
„Das
Land darf keine einzelne Schlacht erwarten, sondern einen
andauernden Feldzug, einen in unserer Geschichte beispiellosen
Feldzug".
„Wir
werden jegliche Kriegswaffe benutzen, die notwendig ist".
„Jegliche
Nation, an jedem Ort, hat jetzt eine Entscheidung zu treffen:
Entweder sie sind auf unserer Seite oder auf der Seite des
Terrorismus".
„Ich
habe die Streitkräfte angewiesen, im Alarmzustand zu sein, und es
gibt dafür einen Grund: es nähert sich der Zeitpunkt, an dem wir
in Aktion treten.”
„Dies
ist ein Kampf der Zivilisation".
„Die
Errungenschaften unserer Zeit und die Hoffnung für alle Zeiten hängen
von uns selbst ab".
„Wir
wissen nicht, wie dieser Konflikt verlaufen wird, aber wir wissen
sehr wohl, wie er enden wird [...] Und wir wissen, daß Gott nicht
neutral ist."
Sprach
da ein Staatsmann oder ein unbezähmbarer Fanatiker?
Zwei
Tage später, am 22. September, prangerte Kuba diese Rede als den
Entwurf der Idee einer militärischen Weltdiktatur an, und zwar
unter der Schirmherrschaft der rohen Gewalt, ohne Gesetze noch
internationale Einrichtungen irgendeiner Art.
Die
UNO, die in der momentanen Krise absolut ignoriert wird, hätte
weder Autorität noch irgendein Vorrecht; es gäbe einen einzigen
Anführer, einen einzigen Richter, ein einziges Gesetz.
Monate
später, als die Akademie von West Point 200 Jahre alt wurde, bei
der Graduierungsveranstaltung von 958 Kadetten, die am 3. Juni 2002
stattfand, vertiefte der Präsident Bush seine Gedanken durch eine
hitzige Ansprache an die jungen Militärs, die an diesem Tag ihr
Diplom erhielten, in der seine essentiellen festen Ideen enthalten sind:
„Unsere
Sicherheit braucht es, daß wir die militärische Kraft umformen,
die Sie leiten werden. Dies ist eine Kraft, die bereit sein muß,
unmittelbar und in jeglichem dunklen Winkel der Welt anzugreifen.
Und unsere Sicherheit braucht es, daß wir für einen vorbeugenden
Angriff bereit sind, wenn es notwendig wäre, unsere Freiheit zu
verteidigen und unsere Leben zu verteidigen.“
„Wir
müssen terroristische Zellen in 60 oder mehr Ländern
aufdecken...”
„Wir
werden Euch, unsere Soldaten, hinschicken, wo Ihr notwendig wärt.“
„Wir
werden die Sicherheit Amerikas und den Frieden der Welt nicht in der
Gewalt einer Handvoll von Terroristen und verrückter Tyrannen
lassen. Wir werden diese düstere Bedrohung unseres Landes und der
Welt beseitigen.“
„Einige
sind besorgt, daß es wenig diplomatisch und unhöflich wäre, in
Ausdrücken wie Gutes und Böses zu sprechen.
Ich bin nicht einverstanden. [...] Wir stehen vor einem
Konflikt zwischen dem Guten und dem Bösen, und Amerika wird immer
das Böse bei seinem Namen nennen. Wenn wir dem Bösen und den
anarchischen Regimen die Stirn bieten, dann bereiten wir kein
Problem, sondern wir decken ein Problem auf. Und wir werden die Welt
im Kampf gegen das Problem leiten.“
In
der Rede , die ich bei der Offenen Tribüne hielt, die auf
dem Platz der Revolution „Antonio Maceo“ in Santiago de Cuba am
8. Juni 2002 vor einer halben Million Einwohner von Santiago
stattfand, drückte ich aus:
„Wie
man feststellen kann, erscheint in der Rede (von West Point) keine
einzige Erwähnung über die Organisation der Nationen, keine
einzige Phrase, die das Recht der Völker auf Sicherheit und
Frieden, die Notwendigkeit einer von Normen und Prinzipien regierten
Welt erwähnt.“
“Die
Menschheit hat vor knapp einem Zweidritteljahrhundert die bittere
Erfahrung des Nazismus kennengelernt. Hitler hatte als untrennbaren
Verbündeten die Angst, die er in der Lage war seinen Gegnern
einzuflößen. [...] Inhaber einer fürchterlichen Militärgewalt
brach ein Krieg aus, der die Welt in Brand steckte. Das Fehlen von
Weitblick und die Feigheit der Politiker der stärksten europäischen
Mächte jener Epoche führten zu einer großen Tragödie.”
“Ich
glaube nicht, daß man in den Vereinigten Staaten ein faschistisches
Regimen errichten kann. Innerhalb ihres politischen Systems hat man
schwere Fehler und Ungerechtigkeiten begangen —von denen viele
noch andauern—, aber das nordamerikanische Volk besitzt bestimmte
Institutionen, Traditionen, Erziehungs-, kulturelle und ethische
Werte, die das fast unmöglich machen würden. Die Gefahr besteht in
der internationalen Sphäre. Die Befugnisse und Vorrechte eines Präsidenten
und so ein riesiges Netz der militärischen, ökonomischen und
technologischen Macht dieses Staates sind derartig, daß tatsächlich
und auf Grund von vollkommen vom Willen des nordamerikanischen
Volkes entfernten Umständen, begonnen wird, die Welt mit Methoden
nazistischer Konzeption zu regieren.”
“Die
miserablen Insekten, die 60 oder mehr Nationen der Welt bewohnen,
die von ihm, seinen engsten Mitarbeitern, und im Fall von Kuba von
seinen Freunden aus Miami, ausgewählt wurden, zählen überhaupt
nicht. Sie stellen die ‚dunklen Winkel der Welt‘ dar, die
Gegenstand ihrer ‚überraschenden und vorbeugenden‘ Attacken
sein können. Unter ihnen befindet sich Kuba, die man außerdem zu
denen zählt, die den Terror begünstigen.“
Ich erwähnte
zum ersten Mal die Idee einer Welttyrannei, ein Jahr, 3 Monate und
19 Tage vor dem Angriff auf Irak.
In
den Tagen vor Kriegsbeginn wiederholte der Präsident Bush, daß er
wenn es notwendig wäre, jegliches Mittel des Nordamerikanischen
Arsenals verwenden würde,
d.h. Atomwaffen, chemische und biologische Waffen.
Davor
hatte schon der Angriff und die Besetzung von Afghanistan
stattgefunden.
Heute
verraten die sogenannten „Dissidenten“, von der hitlerischen
Regierung von Bush bezahlte Söldner, nicht nur ihr Vaterland,
sondern auch die Menschheit.
Gegenüber
den unheilvollen Plänen gegen unser Vaterland seitens jener
extremen neofaschistischen Rechten und ihrer Verbündeten der
terroristischen Mafia von Miami, die ihnen den Sieg durch den
Wahlbetrug sicherten, würden wir gerne wissen, wie viele von denen,
die von scheinbaren linken und humanistischen Positionen aus unser
Volk wegen der rechtmäßigen Maßnahmen angegriffen haben, die wir
uns in legitimer Verteidigung gegenüber den aggressiven Plänen
der Supermacht zu treffen gezwungen sahen, die sich wenige
Meilen von unseren Küsten weg befindet und einen Militärstützpunkt
in unserem eigenen Territorium hat, haben diese Worte lesen können,
sich ihrer bewußt werden können, die in den Reden des Herrn Bush
angekündigte Politik denunzieren und verurteilen können, auf die
ich mich bezog, bei der die unheilvolle internationale
nazifaschistische Politik seitens des Führers eines Landes
proklamiert wird, das die mächtigste Militärkraft besitzt, die
jemals ausgedacht wurde, dessen Waffen zehnmal die wehrlose
Menschheit zerstören können.
Die
ganze Welt hat sich mobilisiert gegenüber den schrecklichen Bildern
der durch furchtbare Bombardierungen zerstörten und in Brand
gesteckten Städte, der verstümmelten Kinder und zerstückelten
Kadaver von unschuldigen Menschen.
Indem
ich die genügend bekannten opportunistischen, demagogischen und
politisierenden Gruppen beiseite lasse, beziehe ich mich jetzt
grundsätzlich auf die, welche Kuba freundschaftlich gesinnt und
geschätzte Kämpfer waren. Wir möchten nicht, daß diejenigen, die
es unserer Meinung nach ungerechtfertigt angegriffen haben, aus
Desinformation oder Fehlen einer bedachten und tiefgreifenden
Analyse, unendlichen Schmerz empfinden müssen, wenn eines Tages
unsere Städte zerstört und unsere Kinder und ihre Mütter, Frauen
und Männer, Jugendliche und Greise durch die Bomben des
Nazifaschismus zerfetzt werden, und sie erkennen, daß ihre Erklärungen
zynisch vom Aggressor manipuliert wurden, um einen militärischen
Angriff gegen Kuba zu rechtfertigen.
Der
menschliche Schaden kann nicht nur an den Zahlen der toten und verstümmelten
Kinder gemessen werden, sondern auch an den Millionen
von Kindern und Müttern, Frauen und Männern, Jugendlichen
und Greisen, die für den Rest ihres Lebens unter dem erlittenen
Schock leiden werden.
Wir
respektieren vollkommen die Meinungen, die aus religiösen,
philosophischen oder humanitären Gründen sich gegen die
Todesstrafe wenden, die wir, die kubanischen Revolutionäre, auch
verabscheuen, und zwar aus tiefergreifenden Gründen als denen von
den Gesellschaftswissenschaften in Bezug auf Delikte behandelten,
die heutzutage in unserem Land untersucht werden. (Beifall) Es wird
der Tag kommen, an dem wir den so edelmütig durch den Pastor und
innigen Freund Lucius Walker in seiner Rede ausgedrückten Wünschen
entsprechen können, jene Strafe abzuschaffen. Man kann die
besondere Besorgnis in bezug auf das Thema verstehen, da bekannt
ist, daß die Mehrheit der in den Vereinigten Staaten hingerichteten
Personen Afro-Nordamerikaner und
Lateinamerikaner sind, nicht wenige Male unschuldig, besonders in
Texas, Champion der Todesstrafe, wo der Präsident Bush Gouverneur
war und wo niemals ein einziges Leben begnadigt wurde.
Die
kubanische Revolution stand vor dem Dilemma, entweder das Leben von
Millionen Mitbürgern zu schützen, indem sie die drei Hauptentführern
eines Passagierbootes mit der rechtlich festgelegten Todesstrafe
bestrafte —welche von der US-Regierung angeregt worden waren, die
versucht, das Kriminellen-Potential
zu ermutigen, Schiffe oder Flugzeuge mit Passagieren an Bord
zu überfallen, wobei deren Leben stark gefährdet werden, damit günstige
Voraussetzungen für einen Angriff auf Kuba geschaffen werden und
indem sie eine Welle von schon in Gang befindlichen Entführungen
entfesselte, die sofort gestoppt werden mußte (Beifall)— oder mit
gekreuzten Armen zuzusehen. (Ausrufe von: „Nein!“) Wir können
niemals davor zaudern, Söldner zu verhaften, die den Angreifern
dienen und die Terroristen, die Passagierflugzeuge und -schiffe entführen,
oder Taten ähnlicher Schwere verüben, von den Gerichten gemäß gültiger
Gesetzgebung mit den strengsten Strafen zu verurteilen — auch wenn
uns das mißfällt— wenn es sich um den Schutz des Lebens der Söhne
und Töchter eines Volkes handelt, welches entschlossen ist, bis zum
Ende zu kämpfen.
Nicht
einmal Christus, der die Händler mit Peitschenschlägen aus dem
Tempel wegjagte, würde auf die Verteidigung des Volkes verzichten.
(Beifall)
Gegenüber
seiner Heiligkeit, dem Papst Johannes Paul II, empfinde ich einen
ehrlichen und tiefgreifenden Respekt. Ich verstehe und bewundere
seinen edlen Kampf um das Leben und den Frieden. Niemand hat sich so
stark und so ausdauernd wie er gegen den Irak-Krieg gewendet. Ich
bin absolut sicher, daß er den Chiiten und Sunniten nicht empfohlen
hätte, sich töten zulassen, ohne sich zu verteidigen; den Kubanern
würde er auch nicht Ähnliches empfehlen. Er weiß ganz genau, daß
dies kein Problem unter Kubanern ist; das ist ein Problem zwischen
dem kubanischen Volk und der US-Regierung.
Die
Politik der US-Regierung ist so provokatorisch und so unverschämt,
daß am vorigen 25. April Herr Kevin Whitaker, Leiter des Kuba-Büros
beim State Department, dem Leiter unserer Interssenvertretung in
Washington gesagt hat, daß das dem Nationalen Sicherheitsrat
untergeordnete Binnensicherheitsamt meine, die kontinuierlichen Entführungen
aus Kuba wären eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA,
und er forderte von der kubanischen Regierung, alle notwendigen Maßnahmen
zur Vermeidung von Taten dieser Art zu treffen, als ob sie nicht
diejenigen gewesen wären, die jene Entführungen verursacht und
angeregt hätten, und, als ob nicht wir diejenigen gewesen wären
die, um das Leben und Sicherheit der Passagieren zu schützen und
seit langer Zeit in Kenntnis der kriminellen Pläne des
faschistischen Rechtsextremisten gegen Kuba, drastische Maßnahmen
getroffen hätten, um das zu vermeiden. Nachdem dieser Kontakt vom
25. ihrerseits durchsickern lassen wurde, hat das bei der
terroristischen Mafia von Miami einen großen Aufruhr geschaffen.
Sie verstehen immer noch nicht, daß ihre direkten oder indirekten
Drohungen gegen Kuba keinem
in unserem Land den Schlaf rauben.
Die
Heuchelei der westlichen Politik und von einer zahlreichen Gruppe
von mittelmäßigen Führern ist so groß, daß sie auf dem Grund
des Atlantischen Ozeans nicht Platz haben würde. Jede Maßnahme,
die Kuba zu seiner legitimen Verteidigung trifft, wird unter den
ersten Nachrichten von fast allen Massenmedien veröffentlicht.
Aber, als wir denunzierten, daß Dutzenden von ETA-Mitgliedern während
des Mandats eines spanischen Regierungschefs außergerichtlich
hingerichtet wurden, ohne daß jemand protestierte, bzw. vor der
Menschenrechtskommission der UNO denunzierte, und ein anderer
Regierungschef, zu einem schwierigen Zeitpunkt des Kosovo-Krieges
dem US-Präsident empfohlen hat, den
Krieg zu verschärfen, die Bombardierungen zu vervielfachen
und Zivilobjekte anzugreifen, was den Tod von Hunderten von
Unschuldigen und ein immenses Opfer an Millionen von Personen
anrichtete, sagt die Presse nur: „Castro fällt über Felipe und
Aznar her“. Vom wirklichen Inhalt, kein Wort.
In Miami
und in Washington wird heute diskutiert, wo, wie und wann Kuba
angegriffen, oder das Problem der Revolution gelöst werden wird.
Kurzfristig
wird über ökonomische Maßnahmen gesprochen, die die brutale
Blockade verhärten sollen, aber sie wissen noch nicht, welche
auszuwählen sind, mit welchen sie sich abfinden sich zu streiten,
und welche Effektivität
sie haben könnten. Es bleiben ihnen sehr wenige zur Verfügung. Sie
haben fast alle verausgabt.
Ein
zynischer Gauner, ungerechterweise Lincoln mit Vorname genannt und Díaz-Balart
mit Familienname, enger Freund und Berater des Präsidenten Bush,
erklärte in einer Fernsehkette von Miami folgende enigmatische
Worte: „Ich kann nicht ins Detail gehen, aber wir sind dabei,
diesen Teufelskreis zu brechen.“
Welche
Methode zur Handhabung des Teufelskreises meint er? Mich physisch
ausgehend von den anspruchsvollen modernen Mittel, die sie
entwickelt haben, zu eliminieren, sowie ihnen Herr Bush vor den
Wahlen in Texas versprochen hat? Oder Kuba nach dem Irakstil
anzugreifen?
Wenn es
das Erste wäre, bereitet mir das absolut keine Sorgen. Die Ideen, für
die ich das ganze Leben gekämpft habe, können nicht sterben, und
werden sehr lange am Leben bleiben.
Wenn die
Formel wäre, Kuba wie Irak anzugreifen, würde mich das sehr
schmerzen, wegen der Kosten an Lebensopfern und der enormen Zerstörung,
die das für Kuba bedeuten würde. Aber vielleicht würde dieser der
letzte der faschistischen Angriffe dieser Verwaltung sein, weil der
Kampf sehr lange dauern würde, bei dem die Aggressoren nicht nur
mit einer Armee zu kämpfen haben würden, sondern mit Tausenden von
Armeen, die sich ständig vervielfältigen würden, und die den
Gegner einen so hohen Preis an Opfern zahlen lassen würden, daß er
weit über dem Budget der Leben seiner Söhne liegen würde, welches
das nordamerikanische Volk bereit wäre, für die Abenteuer und
Ideen des Präsidenten Bush zu zahlen; heute mit einer
mehrheitlicher, aber abnehmender Unterstützung, morgen auf Null
reduziert.
Das
nordamerikanische Volk selbst, die Millionen von Personen mit hohem
kulturellen Niveau, die dort nachdenken und denken, ihre ethischen
Grundprinzipien, Dutzende von Millionen Computer für die
Kommunikation, hundertmal mehr als am Ende des Vietnam-Krieges
werden beweisen, daß man nicht das ganze Volk und vielleicht nicht
einmal einen Teil davon, die ganze Zeit betrügen
kann. Eines Tages wird es jenen die Zwangsjacke anziehen
werden, bei denen es notwendig sein wird, bevor sie das Leben in
diesem Planet auslöschen können.
Im Namen
der hier an diesem 1. Mai versammelten Million von Personen, möchte
ich der Welt und dem nordamerikanischen Volk eine Botschaft
ausrichten:
Wir möchten
nicht, daß das Blut von Kubanern und Nordamerikanern in einem Krieg
vergossen wird; wir möchten nicht, daß eine unberechenbare Zahl
von Menschen, die freundschaftlich sein könnten, in einem Krieg
verloren geht. Aber nie zuvor hatte ein Volk so heilige Sachen zu
verteidigen, und für so tiefgreifende Überzeugungen zu kämpfen,
so daß es vorzieht, vom Erdboden zu verschwinden, als auf das edle
und großzügige Werk zu verzichten, wofür viele Generationen von
Kubanern mit dem hohen Preis von vielen Leben seiner besten Söhne
bezahlt haben.
Uns
begleitet die tiefgreifendste Überzeugung darüber, daß die Ideen
mehr als die Waffen können, egal wie anspruchsvoll und gewaltig sie
seien.
Sagen
wir, wie Che, als er sich von uns verabschiedet hat:
Immer
vorwärts bis zum Sieg! |