WIEN, 12. März.— Der Präsident Boliviens, Evo
Morales, verteidigte heute auf der Eröffnung der 55.
Vollversammlung des UNO-Büros für Drogen- und
Verbrechensbekämpfung (UNODC) die traditionelle und
medizinische Nutzung des Koka-Blattes in seinem Land,
berichtet Telesur.
Mit dem Teil einer Kokapflanze in der Hand bat
Evo die Vertreter von 157 Ländern, die in dieser
Hauptstadt versammelt waren, das Verbot des Kauens
der Kokablätter in ihrem natürlichen Zustand
aufzuheben, das seit 1961 auf der Liste der
verbotenen Gifte oder psychotroper Substanzen steht.
„Ich möchte um die Hilfe der internationalen
Gemeinschaft bitten, um die Berichtigung eines
historischen Fehlers zu unterstützen, der gegen das
bolivianische Volk begangen wurde" waren seine Worte.
„Die Produzenten des Kokablattes sind keine
Rauschgifthändler, die Konsumenten sind keine
Drogenabhängige", unterstrich der Regierungschef auf
dem bis zum kommenden Freitag andauernden Forum.
Er stellte ebenfalls die Ergebnisse seiner
Regierung im Kampf gegen den Drogenhandel dar, dem
zufolge im vergangenen Jahr 27 Tonnen Kokapaste, 5,1
Tonnen Hydrochloride und 382 Tonnen Marihuana
beschlagnahmt wurden, setzt PL hinzu.
Am 1. Januar 2012 beantragte Bolivien seine
Wiederaufnahme in das UNO-Betäubungsmittelabkommen,
aber „mit Vorbehalten" bezüglich der traditionellen
Nutzung des Kokablattes in seinem Territorium. Ein
Antrag, dem das Organ noch nicht stattgegeben hat.
Der Regierungschef hob die Nutzung
dieser Pflanze zu medizinischen Zwecken und zur
Herstellung von Erfrischungsgetränken, Marmeladen,
Tees und Likör hervor.