Es wurde
angekündigt, dass der CIA den Geheimhaltungsvermerk für
hunderte, über illegale Aktionen handelnde Seiten aufheben
würde, Aktionen, die Pläne zur Beseitigung von ausländischen
Regierungschefs beinhalteten. Plötzlich wird die
Veröffentlichung angehalten und um einen Tag verschoben. Es
wurde keine kohärente Erklärung hierzu abgegeben. Jemand -
vielleicht ein Vertreter aus dem Weißen Haus - hat einen Blick
auf das Material geworfen.
Das erste
Dokumentpaket, dessen Geheimhaltungsvermerk aufgehoben wurde,
ist als „Family Jewels“ bekannt und besteht aus 702 Seiten
über illegale Aktionen des CIA zwischen 1959 und 1973. Von
diesem Teil wurden ungefähr 100 Seiten gestrichen. Es geht
hierbei um Aktionen, die von keinem Gesetz ermächtigt werden,
Mordkomplotts gegen andere Führungskräfte; Experimente mit
Drogen an Menschen mit dem Ziel, ihren Verstand zu
kontrollieren; Spionage an Bürgerrechtskämpfern und
Journalisten; unter anderen Aktivitäten dieser Art, die
ausdrücklich verboten sind.
Die Dokumente
wurden 14 Jahre nach den ersten Geschehnissen
zusammengetragen, als der damalige CIA-Direktor James
Schlessinger darüber alarmiert war, was die Presse schrieb,
besonders über die in der Washington Post veröffentlichten
Artikel von Robert Woodward und Carl Bernstein, welche schon
im „Manifest für das kubanische Volk“ genannt wurden. Die
Agentur wurde beschuldigt, mit Hilfe ihrer ehemaligen Agenten
Howard Hunt und James McCord die Spionage im Hotel Watergate
angestiftet zu haben.
Im Mai 1973
forderte der CIA-Direktor: „Alle wichtigen Offiziere der
Einsatzkommandos dieser Agentur sollen mich sofort über
jegliche Aktivität informieren, die gerade ausgeführt wird
oder in der Vergangenheit geschehen ist und außerhalb der
Gründungsurkunde dieser Agentur liegen könnte“. Schlessinger,
der später zum Chef des Pentagon ernannt wurde, war durch
William Colby ersetzt worden. Dieser bezog sich auf die
Dokumente, indem er sie „in einem Einbauschrank versteckte
Skelette“ nannte. Neue Presseenthüllungen zwangen Colby 1975,
vor dem amtierenden Präsidenten Gerald Ford die Existenz der
Berichte zuzugeben. The New York Times brachte die
Unterwanderung der Antikriegsgruppen durch die Agentur an die
Öffentlichkeit. Das vom CIA verabschiedete Gesetz verbat die
Spionage innerhalb der Vereinigten Staaten.
Jenes „war nur die
Spitze des Eisbergs“, rief zu jenem Zeitpunkt der
Staatssekretär Henry Kissinger aus.
Kissinger selbst
warnte davor, dass „Blut fließen würde“, wenn weitere Aktionen
veröffentlicht würden und fügte unmittelbar hinzu: „Zum
Beispiel hat Robert Kennedy persönlich die Operation zur
Ermordung von Fidel Castro kontrolliert". Der Bruder des
Präsidenten war damals Generalstaatsanwalt der Vereinigten
Staaten. Er stirbt dann ermordet, als er bei den Wahlen von
1968 das Präsidentenamt anstrebte. Bei diesen wurde die Wahl
von Nixon erleichtert, da so ein starker Anwärter fehlte. Das
Dramatischste des Falls besteht darin, dass er scheinbar zu
der Überzeugung gekommen war, dass John Kennedy Opfer einer
Verschwörung geworden war. Anspruchsvolle Ermittler kamen nach
der Untersuchung der Ein- und Ausschusslöcher, der
Waffenkaliber und der weiteren Tatumstände, die dem
Präsidenten den Tod verursachten, zu der Schlussfolgerung,
dass zumindest drei Personen Schüsse abgegeben haben. Der
einsame Oswald, der als Instrument verwendet wurde, konnte
nicht der einzige Schütze gewesen sein. Das fiel dem Verfasser
dieser Zeilen sehr auf. Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen
erzähle, dass ich durch Zufall zum Ausbilder für
Fernzielrohr-Gewehrschießen für alle Expeditionsteilnehmer der
Granma wurde. Das heißt, dass ich monatelang alle Tage übte
und Andere ausbildete. Die Zielscheibe kommt einem nach jedem
Schuss aus dem Blickfeld, selbst wenn sie unbeweglich ist und
man muss sie in Sekundenbruchteilen erneut suchen.
Oswald wollte bei
seiner Reise in die UdSSR über Kuba reisen. Er war schon dort
gewesen. Jemand schickte ihn, in der Botschaft unseres Landes
in Mexiko ein Visum zu beantragen. Weder kannte ihn jemand,
noch genehmigte man ihm das. Man wollte uns in die
Verschwörung verwickeln. Anschließend erschießt ihn Jack Ruby
- der eine ordinäre Mafia-Vorgeschichte hat - gemäß seinen
Erklärungen, aufgrund dessen, dass er so großen Schmerz und
Traurigkeit nicht ertragen konnte. Und er erschießt ihn an
keinem anderen Ort, als in einer Polizeistation voller
Polizisten.
Später, bei
internationalen Veranstaltungen oder bei Besuchen in Kuba,
traf ich mehr als einmal auf schmerzhaft berührte
Familienangehörige der Kennedys, die mich mit Achtung grüßten.
Einer der Söhne des ehemaligen Präsidenten, der ein sehr
kleines Kind war, als sein Vater ermordet wurde, besuchte Kuba
34 Jahre später, traf mit mir zusammen und ich lud ihn zu
einem Essen ein.
Der junge Mann, in
der Fülle seines Lebens und wohlerzogen, starb auf tragische
Weise bei einem Flugunglück, als er in einer stürmischen Nacht
mit seiner Ehefrau zur Insel Martha´s Vineyard flog. Ich habe
niemals mit irgendjemandem der Familienangehörigen jenes
dornige Problem angesprochen. Ich wies im Gegenteil darauf
hin, dass für den Fall, dass damals Nixon anstelle Kennedy als
Präsident der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre, wir
nach der Niederlage an der Schweinebucht von den
Streitkräften der Marine und Luftwaffe angegriffen worden
wären, welche die Söldnerexpedition eskortierten, und dies im
Nachhinein beiden Völkern eine riesige Menge Menschenleben
gekostet hätte. Nixon hätte sich nicht darauf beschränkt zu
sagen, dass der Sieg viele Eltern hat und die Niederlage ein
Findelkind ist. Es ist bekannt, dass Kennedy niemals von dem
Schweinebucht-Abenteuer begeistert war, zu dem ihn der
militärische Ruhm von Eisenhower und die Unverantwortlichkeit
seines ehrgeizigen Vizepräsidenten führten.
Ich erinnere mich
daran, dass ich mich genau an dem Tag und zu jener Minute, als
er ermordet wurde, an einem ruhigen Ort außerhalb der
Hauptstadt mit dem französischen Journalisten Jean Daniel
unterhielt. Dieser kündigte an, dass er eine Botschaft des
Präsidenten Kennedy zu übergeben hätte und erzählte mir, dass
jener ihm im Wesentlichen Folgendes gesagt hatte: „Du wirst
dich mit Castro treffen. Ich wüsste gern, was er über die
schreckliche, über uns schwebende Gefahr, in einen Atomkrieg
verwickelt zu werden, denkt. Ich möchte dich sofort sehen,
sobald du zurückkehrst.“ „Kennedy war sehr aktiv, er wirkte
wie eine Maschine um Politik zu machen“ fügte er vor mir
hinzu, und wir konnten nicht weiter sprechen, als schnell
jemand kam und uns die Nachricht von dem Vorgefallenen
brachte. Wir stellten das Radio an, um die Informationen zu
hören. Das was Kennedy dachte, war schon unnütz.
Natürlich erlebte
ich jene Gefahr. Kuba war der schwächste Teil und auch
derjenige, welcher die ersten Schläge versetzt bekommen würde.
Aber wir waren nicht mit den Zusagen einverstanden, die den
Vereinigten Staaten gemacht wurden. Davon habe ich schon zu
einem anderen Zeitpunkt gesprochen.
Kennedy war aus
der Krise mit größerer Autorität hervorgegangen. Er war so
weit gegangen, die riesigen Opfer an Menschenleben und
materiellem Reichtum des sowjetischen Volkes im Kampf gegen
den Faschismus anzuerkennen. Das Schlimmste in den
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba war im
April 1961 noch nicht geschehen. Als man sich noch nicht mit
dem Ausgang der Geschehnisse an der Schweinebucht abgefunden
hatte, begann die Oktoberkrise. Die Blockade, die
wirtschaftliche Strangulation, die Piratenangriffe und die
Attentate vervielfachten sich. Aber die Mordpläne und andere
blutige Taten begannen unter der Regierung von Eisenhower und
Nixon.
Wir hätten uns
weder geweigert, nach der Oktoberkrise mit Kennedy Gespräche
zu führen, noch aufgehört, Revolutionäre und radikal in
unserem Kampf für den Sozialismus zu sein. Kuba hätte niemals
seine Beziehungen zur UdSSR abgebrochen, wie von uns verlangt
wurde. Vielleicht hätte ein echtes Bewusstsein der
US-amerikanischen Regierenden darüber, was ein Kriegsgeschehen
mit Massenvernichtungswaffen bedeutet, eher und auf andere Art
und Weise zum Ende des Kalten Krieges geführt. Zumindest
konnten wir damals so denken, als man nicht von der
Erderwärmung, dem zerstörten Gleichgewicht auf vielen Ebenen,
dem kolossalen Aufwand an Erdöl und -gas und den auf der
Grundlage von Technologie geschaffenen hoch entwickelten
Waffen sprach, wie ich schon den jungen Kubanern sagte. So
hätten wir viel mehr Zeit zur Verfügung gehabt, um durch
Wissenschaft und Bewusstsein das zu erreichen, was wir jetzt
verpflichtet sind, in aller Eile zu tun.
Ford entschloss
sich, eine Kommission zu ernennen, um den Central Intelligence
Agency zu untersuchen. „Wir wollen den CIA nicht zerstören,
sondern bewahren“, sagte er.
Infolge der
Nachforschungen der vom Senator Frank Church geleiteten
Kommission verabschiedete Präsident Ford die Verfügung, durch
die er ausdrücklich die Teilnahme von US-Beamten bei der
Ermordung ausländischer Führer verbat.
Die jetzt
veröffentlichten Unterlagen enthalten Elemente über die
Verbindung CIA-Mafia, um mich zu ermorden.
Es werden
ebenfalls Einzelheiten über die Operation Chaos enthüllt, die
seit 1969 über mindestens sieben Jahre lief und für die der
CIA ein Sonderschwadron mit dem Auftrag zur Unterwanderung
von Pazifistengruppen und zur Erforschung „der internationalen
Tätigkeit von Radikalen und aktiven Mitgliedern von
Organisationen der schwarzen Bevölkerung“ schuf. Die Agency
kompilierte mehr als 300 000 Namen von US-Bürgern und
–Organisationen und umfassende Archive von 7 200 Personen.
Gemäß The New York
Times war Präsident Johnson überzeugt, dass die
US-amerikanische Antikriegs-Bewegung von kommunistischen
Regierungen kontrolliert und finanziert wurde und befahl dem
CIA, Beweise zu erbringen.
Die Unterlagen
erkennen außerdem an, dass der CIA mehrere Journalisten, wie
zum Beispiel Jack Anderson, bespitzelte, Künstler wie Jane
Fonda und John Lennon, und die Studentenbewegungen der
Columbia Universität. Ebenfalls wurden Haussuchungen
durchgeführt und an US-Bürgern Test zur Reaktion gegenüber
bestimmten Drogen durchgeführt.
Im Jahr 1973
informierte Walter Elder, der Executive
Assistant von John McCone, dem CIA-Direktor zu Beginn
der sechziger Jahre, gewesen ist, in einem an Colby
gerichteten Memorandum über Diskussionen innerhalb der Büros
des CIA-Chefs, die aufgenommen und transkribiert worden waren,
Folgendes: „ Ich weiß, dass jeder derjenigen, die irgendwann
in den Büros des Direktors gearbeitet hat, besorgt darüber
war, dass diese Unterhaltungen in den Büros und die
telefonischen transkribiert wurden. In den Jahren der Amtszeit
von McCone gab es Mikrofone in seinen normalen Büros, im
internen, in der Kantine, in den Büros des Gebäudes Ost und in
seinem Studio zu Hause, in der Straße White Haven. Ich weiß
nicht, ob jemand bereit wäre, darüber zu sprechen, aber die
Information tendiert dazu durchzusickern, und die Agency ist
in diesem Fall sicher verwundbar·“.
Die geheimen
Transkriptionen der CIA-Direktoren könnten eine große Anzahl
„Juwelen“ enthalten. Die Archive für nationale Sicherheit
haben diese Transkriptionen schon angefordert.
Ein Memo klärt
darüber auf, dass der CIA ein OFTEN genanntes Projekt hatte,
das „Information über gefährliche Drogen von US-Firmen“
sammelte, bis das Programm im Herbst 1972 beendet wurde. In
einem weiteren Memo gibt es Berichte darüber, dass dem CIA
Drogen von Herstellern handelsüblicher Drogen „übertragen
worden waren“, die „aufgrund von negativen Nachwirkungen
zurückgewiesen worden waren“.
Als Bestandteil
des Programms MKULTRA hat der CIA Menschen LSD und andere
psychoaktive Drogen verabreicht, ohne dass diese es gewusst
hätten. Gemäß einem weiteren Dokument im Archiv ist Sydney
Gottlieb, Psychiater und Chefchemiker des Programms zur
Gehirnkontrolle der Agency, angeblich der Verantwortliche
dafür, das Gift verschafft zu haben, das bei einem Mordversuch
an Patricio Lumumba verwendet werden sollte.
Beamte des CIA,
die mit MHCHAOS betraut worden waren – der Operation, welche
die Bewachung gegen US-amerikanische Gegner des Krieges in
Vietnam und andere politische Dissidenten durchführte –
drückten „hochgradig ihren Unwillen“ darüber aus, den Auftrag
zur Ausführung solcher Missionen erhalten zu haben.
Dessen ungeachtet
enthüllen diese Unterlagen eine Reihe interessanter Dinge, wie
zum Beispiel auf welch hoher Ebene die Entscheidungen über
Aktionen gegen unser Land getroffen wurden.
Die jetzt von dem
CIA verwendeten Methoden, um keine Details zu bieten, sind
nicht die unangenehmen Streichungen, sondern ausgehend von der
EDV die leeren Zwischenräume.
Gemäß The New York
Times sind die langen zensurierten Abschnitte Zeichen dafür,
dass der CIA noch nicht alle seine Skelette aus seinen
Einbauschränken ausstellen kann und dass viele der bei
Operationen im Ausland durchgeführten Tätigkeiten, die vor
Jahren von Journalisten, Ermittlern des Repräsentantenhauses
und einem Ausschuss/einer Kommission des Präsidenten
untersucht wurden, nicht im Einzelnen in den Unterlagen
aufgeführt sind.
Howard Osborn, der
damalige Sicherheitschef des CIA, fasst die von seinem Büro
zusammengetragenen „Juwelen“ zusammen. Er nennt acht Fälle, -
einschließlich die Rekrutierung des Gangsters Johnny Roselli
für den Schlag gegen Fidel Castro - aber das Dokument auf
Seite 1 der anfänglichen Liste von Osborn wurde
durchgestrichen: zweieinhalb Seiten.
„Das Juwel Nummer 1
des CIA-Sicherheitsbüros muss sehr gut sein, besonders, da das
zweite auf der Liste das Programm zur Ermordung von Castro
durch Roselli ist,“ sagte Thomas Blanton, Direktor der
Nationalen Sicherheitsarchive, der auf der Grundlage des
Liberty of
information Act vor 15 Jahren die Aufhebung der
Geheimhaltungsvermerke der „Family Jewels“ gefordert hatte.
Es ist notorisch,
dass die Regierung, die in der Geschichte der Vereinigten
Staaten am wenigsten den Geheimhaltungsvermerk bei
Informationen aufgehoben hat und die sogar einen Prozess zur
erneuten Versehung mit Geheimhaltungsvermerken von vorher
davon befreiter Information eingeleitet hat, jetzt die
Entscheidung trifft, diese Enthüllungen zu machen.
Ich bin der
Meinung, dass solch eine Handlungsweise den Versuch bedeuten
kann, zum schlechtesten Zeitpunkt bezüglich Zustimmung und
Popularität der Regierung die Vorstellung von Transparenz zu
geben und gleichzeitig zu verstehen zu geben, dass diese
Methoden einer anderen Zeit angehören und schon nicht mehr
angewendet werden. General Hayden, jetziger CIA-Direktor,
erklärte, als er die Entscheidung bekannt gab, Folgendes: „Die
Dokumente geben einen Blick auf ganz andere Zeiten und auf
eine vollkommen andere Agency.“
Es ist überflüssig
hinzuzufügen, dass alles hier Beschriebene weiterhin gemacht
wird, nur brutaler und überall auf der Welt, einschließlich
der ansteigenden Zahl illegaler Aktionen innerhalb der
Vereinigten Staaten selbst.
The New York Times
erklärte, dass befragte Geheimdienstexperten zum Ausdruck
brachten, dass die Enthüllungen der Dokumente ein
Ablenkungsmanöver bezüglich der kürzlich aufgetretenen, den
CIA und eine Regierung in ihren schlimmsten Augenblicken der
Unbeliebtheit betreffenden, Kontroversen und Skandale sind.
Die Aufhebung der
Geheimhaltungsvermerke kann - im Vorfeld des Wahlprozesses -
ebenfalls bestätigen und zeigen, dass die Regierungen der
Demokraten genauso oder schlimmer als die von Bush waren.
Auf den Seiten 11
bis 15 des Memorandums für den Direktor des Central
Intelligence Agency steht geschrieben:
„Im August 1960,
näherte sich Richard M. Bissell Coronel Sheffield Edwards, um
festzustellen, ob das Sicherheitsbüro Agenten habe, die bei
einer vertraulichen Mission helfen könnten, die eine Aktion im
Gangsterstil erforderlich mache. Zielscheibe des Auftrags war
Fidel Castro.“
„Aufgrund der
äußersten Vertraulichkeit des Auftrags, wurde dieser nur einem
engen Kreis von Personen bekannt gegeben. Der Direktor des
Central Intelligence Agency wurde über das Projekt informiert
und gab seine Zustimmung. Coronel J. C. King, Abteilungschef
Westliche Hemisphäre, wurde ebenfalls informiert, aber alle
Einzelheiten wurden allen Offizieren der Operation JMWAVE wohl
überlegt verschwiegen. Obwohl einige Offiziere des
Nachrichtenwesens (Commo) und der Abteilung Technische Dienste
(TSD) an der Planung der Anfangsphase teilnahmen, kannten sie
den Zweck der Mission nicht.“
„es wurde Kontakt
zu Robert A. Maheu aufgenommen, er wurde im allgemeinen über
das Projekt informiert und gebeten einzuschätzen, ob er als
ersten Schritt zur Erreichung des gewünschten Ziels Zugang zu
den Gangster-Elementen bekommen könne.“
„Herr Maheu
informierte, dass er während seines Aufenthaltes in Las Vegas
mehrmals mit einem gewissen Johnny Roselli zusammengetroffen
war. Er kannte ihn nur auf formlose Art und Weise über Kunden,
aber ihm war zu verstehen gegeben worden, dass jener ein
hochrangiges Mitglied der ‘Gewerkschaft’ sei und alle
Eismaschinen in La Franja kontrolliere. Wenn Roselli wirklich
zum Clan gehöre, habe er ohne Zweifel Verbindungen, die ihn
zum Geschäft der Glücksspiele auf Kuba führen würden, so
Maheu.“
„Maheu wurde
gebeten, sich Roselli zu nähern, der wusste, dass Maheu ein
leitender Angestellter für persönliche Beziehungen war, der
die nationalen und ausländischen Kontos betreute, und ihm
sage, dass ihn vor kurzem ein Kunde beauftragt habe, der
mehrere internationale Handelsfirmen vertrete, die gerade im
Ergebnis von Castros Handeln riesige finanzielle Verluste in
Kuba erleiden würden. Sie wären überzeugt, dass die
Beseitigung von Castro die Lösung für ihre Probleme sei und
wären bereit 150 000 Dollar zu zahlen, um diese erfolgreich
herbeizuführen. Es sollte Roselli klargemacht werden, dass die
Regierung der Vereinigten Staaten weder von dieser Operation
wisse, noch davon wissen dürfe.“
„Dies wurde
Roselli am 14. September 1960 im Hilton Plaza Hotel in New
York vorgetragen. Seine anfängliche Reaktion war, dass er
verhindern wollte, darein verwickelt zu werden, aber durch die
Überzeugungsarbeit von Maheu willigte er ein, dies einem
Freund, Sam Gold, vortragen zu wollen, der die ‘kubanischen
Leute’ kannte. Roselli stellte klar, dass er seinerseits kein
Geld hierfür wolle und der Meinung sei, dass Sam dasselbe tun
würde. Keinem dieser Leute wurde jemals aus Fonds der Agency
etwas gezahlt."
Während der Woche
vom 25. September wurde Maheu Sam vorgestellt, der im
Fontainebleau Hotel von Miami Beach untergebracht war. Erst
mehrere Wochen nach seinem Treffen mit Sam und Joe – der ihm
als zwischen Havanna und Miami fungierender Bote vorgestellt
wurde – sah er Fotos dieser zwei Personen in der
Sonntagsbeilage der „Parade“. Sie wurden jeweils als Momo
Salvatore Giancana und Santos Trafficante identifiziert. Beide
waren in der Liste der zehn am meisten gesuchten Männer des
Generalstaatsanwalts enthalten. Der Erste wurde als der Cosa
Nostra-Chef in Chikago und Nachfolger von Al Capone
beschrieben und der Andere als Chef der kubanischen
Operationen der Cosa Nostra. Maheu rief sofort in diesem Büro
an, nachdem ihm diese Information bekannt wurde.“
„Als sie die
möglichen Methoden zur Erfüllung dieser Mission analysierten,
schlug Sam vor, nicht zu Schusswaffen zu greifen, sondern wenn
es möglich sei, ihm eine mächtige Pille zu geben, die in das
Essen oder Getränk von Castro gegeben werden könnte, dann wäre
dies eine viel effektivere Operation. Sam zeigte auf, dass er
in der Person von Juan Orta, kubanischer Amtsträger, der
Bestechungsgelder aus dem Glücksspiel erhalten hatte, einen
möglichen Anwärter hätte und dass dieser noch Zugang zu Castro
hätte und sich in finanzieller Bedrängnis befände.“
„ Die TSD
(Abteilung technische Dienste) wurde beauftragt, 6 Pillen mit
hochgradig tödlichem Inhalt herzustellen.“
„ Joe übergab Orta
die Pillen. Nach mehrwöchigen Versuchen war Orta scheinbar
eingeschüchtert und bat, ihn von der Mission zu befreien. Er
schlug einen anderen Anwärter vor, der ohne Erfolg mehrere
Versuche durchführte.“
Alles in den
zahlreichen vorhergehenden Absätzen Genannte ist in
Anführungsstrichen aufgeführt. Die Leser sollen genau die
Methoden anschauen, welche die Vereinigten Staaten schon
angewendet haben, um die Welt zu beherrschen.
Ich erinnere mich
daran, dass in den ersten Revolutionsjahren in den Büros des
Nationalinstituts für die Agrarreform ein Mann mit Nachnamen
Orta mit mir zusammenarbeitete, der zu den politischen Kräften
der Batista-Gegner gehörte. Er sah ehrfurchtsvoll und ernst
aus. Es kann kein anderer sein. Die Jahrzehnte sind vergangen,
und durch den Bericht des CIA sehe ich diesen Namen erneut.
Ich habe keine Beurteilungsmaßstäbe zur Hand, um unmittelbar
zu überprüfen, dass er es war. Ich bitte um Entschuldigung,
wenn ich unfreiwilligerweise irgendeinen Familienangehörigen
oder Nachkommen beleidige, egal ob die genannte Person Schuld
hat oder nicht.
Das Imperium hat
eine echte Tötungsmaschine geschaffen, die nicht nur aus dem
CIA und seinen Methoden besteht. Bush hat mächtige und teure
Geheim- und Sicherheitsdienstüberbauten arrangiert und alle
Luft- Meeres und Landesstreitkräfte in Instrumente der
Weltmacht verwandelt, die den Krieg, die Ungerechtigkeit, den
Hunger und den Tod an jeglichen Ort der Erde bringen, um
dessen Bewohner zur Ausübung der Demokratie und Freiheit zu
erziehen. Das US-amerikanische Volk wird sich dessen immer
mehr bewusst.
„Es ist unmöglich
das gesamte Volk die ganze Zeit zu betrügen“, sagte Lincoln.
Fidel Castro Ruz
30. Juni 2007