Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

   

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Havanna, 11. Dezember   2013

 

Mandela und Fidel: worüber
nicht berichtet wird

Atilio Borón*

DER Tod von Nelson Mandela hat einen Schwall von Interpretationen seines Lebens und Werks ausgelöst, die ihn alle als einen Apostel des Pazifismus und eine Art Mutter Teresa von Südafrika darstellen. Es handelt sich um ein wesentlich und absichtlich entstelltes Bild, das auslässt, dass der Afrikanische Nationalkongress (ANC) und sein Führer Mandela nach dem Gemetzel von Sharpeville im Jahr 1960 den bewaffneten Weg und die Sabotage von Unternehmen und wichtigen wirtschaftlichen Vorhaben ergriffen, ohne jedoch Menschenleben zu bedrohen.

Auf der Suche nach finanzieller und militärischer Hilfe für die Durchführung dieser neuen Kampftaktik besuchte Mandela verschiedene Länder Afrikas. 1962 wurde er verhaftet und kurz darauf zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weshalb er für 25 Jahre in eine 4 m² große Zelle eines Hochsicherheitsgefängnisses verbannt wurde, mit Ausnahme der letzten Jahre, in denen der internationale Druck für die Durchsetzung seiner Befreiung eine Erleichterung seiner Haftbedingungen erreichte.

Mandela war demnach kein „Verehrer der bürgerlichen Legalität", sondern ein außergewöhnlicher politischer Führer, dessen Strategien und Taktiken des Kampfes sich in dem Maße änderten, in dem die Bedingungen, unter denen er seine Kämpfe austrug, sich wandelten. Es heißt, dass er der Mann war, der die verhasste südafrikanische Apartheid aus der Welt schuf, was eine halbe Wahrheit ist.

Die andere Hälfte des Verdienstes gebühren Fidel und der kubanischen Revolution, die mit ihrem Eingreifen in den Bürgerkrieg von Angola das Schicksal der Rassisten besiegelte, als sie die Truppen von Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), der südafrikanischen Armee und der angolanischen Söldnerarmeen niederschlug, die von den USA vermittels der CIA organisiert, bewaffnet und finanziert worden waren. Dank ihres heldenhaften Beitrages, in dem der aufopfernde Internationalismus der Republik Kuba erneut unter Beweis gestellt wurde, konnten die Unabhängigkeit Angolas aufrecht erhalten, die Grundlagen für eine spätere Emanzipierung Namibias geschaffen und der südafrikanischen Apartheid der Todesstoß versetzt werden.

Deshalb schrieb Mandela am 23. März 1988, als er vom Ergebnis der entscheidenden Schlacht um Cuito Cuanavale erfuhr, aus dem Gefängnis, dass der Ausgang dessen, was als „afrikanisches Stalingrad" bezeichnet wurde, „der Wendepunkt für die Befreiung unseres Kontinents, meines Volkes, von der Geißel der Apartheid" war. Die Niederlage der Rassisten und ihrer US-Berater versetzte der südafrikanischen Besetzung von Namibia den Todesstoß und beschleunigte die Verhandlungen mit dem ANC, die kurz danach das südafrikanische Rassistenregime zum Fall brachten. Es war das gemeinsame Werk jener zwei gigantischen Staatsmänner und Revolutionäre.

Jahre später, auf der Konferenz der kubanisch-südafrikanischen Solidarität von 1995, würde Mandela sagen: „Die Kubaner kamen in unsere Region als Doktoren, Lehrer, Soldaten, Landwirtschaftsexperten, aber niemals als Kolonisatoren. Sie teilten die gleichen Schützengräben im Kampf gegen den Kolonialismus, die Unterentwicklung und die Apartheid ... Niemals werden wir dieses unvergleichliche Beispiel von selbstlosem Internationalismus vergessen." Dies ist eine gute Gedächtnishilfe für jene, die gestern und noch heute von der kubanischen „Invasion" in Angola sprechen.

Kuba zahlte einen enormen Preis für diesen edlen Akt der internationalen Solidarität, der, wie es Mandela in Erinnerung brachte, zum Wendepunkt im Kampf gegen den Rassismus in Afrika wurde. Von 1975 bis 1991 durchliefen Angola beinahe 450.000 Männer und Frauen der Insel und setzten damit ihr Leben aufs Spiel. Etwas über 2.600 verloren es, als sie darum kämpften, das rassistische Regime von Pretoria und seiner Alliierten zu stürzen. Der Tod dieser außergewöhnlichen Führungspersönlichkeit, die Nelson Mandela war, ist ein hervorragender Anlass, um seinen Kampf und ebenfalls das internationalistische Heldentum von Fidel und der kubanischen Revolution zu ehren.

* Argentinischer Politologe und Soziologe
 

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