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Havanna, 6. November 2014

 

Gran Chaco sichert Boliviens Traum von der Industrialisierung

Yolaidy Martinez

LA PAZ – Bolivien hat sich das Ziel gesetzt, seine fossilen Brennstoffe nach ihrer Verstaatlichung aus dem Jahre 2006 zu industrialisieren. Dieser Traum ist durch die Inbetriebnahme der Fabrik zur Flüssigkeitstrennung Gran Chaco auf dem Weg, Wirklichkeit  zu werden.

Gran Chaco wird täglich 32,2 Millionen Kubikmeter Erdgas verarbeiten um 2.247 MT Flüssiggas zu erhalten. Foto: La Razón
Gran Chaco wird täglich 32,2 Millionen Kubikmeter Erdgas verarbeiten
um 2.247 MT Flüssiggas zu erhalten. Foto: La Razón

Die in der südlichen Provinz Tarija gelegene Fabrik ist die drittgrößte ihrer Art in Südamerika. Sie erlaubt es, Rohstoffe aus dem Erdgas für petrochemische Projekte zu extrahieren und die Subventionen für Treibstoffe zu vermindern.

In der zweiten Oktoberhälfte trat der Komplex in die Erprobungsphase seines Maschinenparks und seiner Systeme, die mindestens sechs Monate dauern wird.

Nach Beendigung dieser Phase wird im ersten Trimester 2015 die Produktion richtig anlaufen und man rechnet damit, jährlich 872 Millionen Dollar an Einnahmen zu erwirtschaften.

Die Anlage, die vom staatlichen Unternehmen Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos (YPFB) verwaltet wird, entzieht dem Erdgas die überschüssige Energie und die chemischen Verbindungen, die darin enthalten sind, bevor es nach Argentinien exportiert wird.

Der Energiebestandteil wird zu Filteranlagen geleitet und getrocknet, um Unreinheiten zu beseitigen und dann verflüssigt, wonach die Komponenten getrennt werden.

Gran Chaco wird täglich 32,2 Millionen Kubikmeter Erdgas verarbeiten und daraus 2.247 MT Flüssiggas (GLP), 1.658 Barrel Benzin, 3.144 Tonnen Ethan und 1044 Barrel Isopentan gewinnen, das zur Plastikherstellung verwendet wird.

Nach Aussage des Vizeminister für Industrialisierung, Kommerzialisierung, Transport und Lagerung fossiler Brennstoffe, Álvaro Arnez, ist das Wesentliche dieses Zentrums, dass es das Tor zur Petrochemie öffnet und die Reichtümer des Erdgases extrahiert, bevor man es exportiert.

Außerdem wird es dem Staat dabei helfen, jährlich 100 Millionen Dollar an Subventionen für die fossilen Brennstoffe zu sparen, weil er weniger Benzin einführen muss und der ganze interne Bedarf an GLP gedeckt sein wird.

Der Exekutivpräsident von YPFB Carlos Villegas versicherte, dass die 680 Millionen Dollar, die in den Bau des Komplexes investiert wurden, sich in ungefähr fünf Jahren amortisiert haben werden.

Er hob auch den Multiplikatoreffekt in der Herstellungsindustrie des Landes hervor, weil die Verarbeitung der Erdgasderivate eine Quelle der Beschäftigung und des Exportes sein wird.

Im vergangenen Dezember attestierte das kanadische Unternehmen GLJ Consultants dem Staat Bolivien die Existenz von 10,45 Trillionen Kubikfuß an Reserven dieses Kraftstoffs.

Besagtes Produkt wird die Exporte des Andenlandes anführen, wobei Argeninien und Brasilien die Hauptabnehmer sein werden.

Gran Chaco lässt, zusammen mit einer anderen Flüssigkeitstrennungsfrabrik in Rio Grande, dem Komplex zur Verflüssigung von Erdgas in Santa Cruz und der Ammoniakfabrik in Cochabamba, die erträumte Industrialisierung dieses Energiezweigs unter der Kontrolle des bolivianischen Staates näher kommen.

Man geht davon aus, dass all diese Unternehmen bis 2016 voll in Betrieb gehen können und zusammen jährlich wenigstens 2 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Die Industrialisierung der fossilen Brennstoffe und anderer natürlicher Ressourcen ist einer der Schwerpunkte des Regierungsplans von Präsident Evo Morales für die Zeitspanne von 2015 bis 2020, weil sie ein wesentlicher Faktor für die mittel- und langfristige wirtschaftliche Stabilität des Landes ist.

Abgesehen davon, dass durch diese Anlagen den Brennstoffen höherer Wert zugefügt wird, gelingt es dem indigenen Führer nebenbei damit,  Bolivien als eine Potenz in Südamerika darzustellen, die in der Lage ist, fossile Treibstoffe und andere Quellen sauberer Energie zu entwickeln.

Gleichzeitig mit der Realisierung dieser Projekte wird die Ausbildung und Fortbildung von Fachkräften in diesem und anderen produktiven Bereichen vorangetrieben, indem man die Bildung verbessert und neue Möglichkeiten für den Zugang zu Technologien und Stipendien im Ausland entwickelt.

Deswegen besteht der Präsident darauf, dass der Lehrkörper in den neuen Generationen ein wissenschaftlich-technisches Bewusstsein weckt, weil das Land Individuen braucht, die fähig zur Verarbeitung ihrer eigenen Reichtümer sind.

„Wir verlieren nicht die Hoffnung, dass bald wir die Verantwortlichen der wissenschaftlichen und technischen Sparte unserer Industrien in allen staatlichen Unternehmen sein werden. Wir müssen nur studieren und uns darauf vorbereiten“, sagte er. (PL)

 

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