Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

   

NUR TEXT |   FEEDS RSS  

U N S E R - A M E R I K A

Havanna, 28. Oktober 2014

 

Dilma gewinnt Stichwahl in Brasilien

Lulas Brasilien bleibt

Emir Sader

Zum vierten Mal in Folge hat die Arbeiterpartei (PT) die Präsidentschaftswahlen gewonnen (51,64 %), die sich auch zum vierten Mal in ein Plebiszit zwischen den Kandidaten der PT und der Sozialdemokratischen Partei Brasiliens (PSDB), der Partei Fernando Henrique Cardosos, verwandelt hat. Dieses Mal kam es innerhalb der Kampagne zu Hochs und Tiefs, besonders von Mitte August an bis zum zweiten Wahlgang Ende Oktober, was schließlich mit der Entscheidung der Brasilianer endete, den im Jahr 2003 von der ersten Lula-Regierung begonnenen Weg fortzusetzen.

In der Konfrontation zwischen dem neoliberalen Modell der Opposition und dem Weg der Regierung aus dem Neoliberalismus heraus haben die Brasilianer zum vierten Mal den von Lula begonnenen Weg bestätigt. Es wird also jetzt zu wenigstens 16 aufeinander folgenden Regierungsjahren der Arbeiterpartei kommen, die längste ununterbrochene Periode, die eine Partei im demokratischen Brasilien an der Regierung war.

Lula sagte, es sei besser, im zweiten Wahlgang zu gewinnen, weil da die verschiedenen Standpunkte der beiden Projekte, die Alternativen und die Unterschiede deutlicher zutage träten. Und so war es dann auch: Ein im Mittelpunkt stehender Markt, der freie Handel, die Verminderung des staatlichen Einflusses, Lohnsenkungen, der Anstieg der Arbeitslosigkeit, die Reduzierung der öffentlichen Banken, internationale Allianzen, die die Vereinigten Staaten privilegieren – das waren unter anderem die Punkte, die der Oppositionskandidat vertrat.

Dem gegenüber standen die Fortsetzung der Sozialpolitik als Schwerpunkt der Regierung mit einem aktiven, dynamischen Staat, die Stärkung der Bündnisse innerhalb der Region und mit den Ländern des Südens weltweit, eine Beschäftigungsgarantie und eine über der Inflationsrate liegende Lohnerhöhung.

Es bestanden Zweifel, ob das Brasilien Lulas fortgesetzt werden oder ob das wichtige Experiment der PT-Regierungen im Jahre 2014 ein Ende haben würde. Während der Wahlkampagne schwang das Pendel nach der einen wie nach der anderen Seite aus. Aber die größte Auseinandersetzung gab es darum, welche Themen die Brasilianer am meisten beschäftigten.

Die Opposition konzentrierte sich besonders auf zwei Bereiche und konnte dabei von ihrem Monopol in den Kommunikationsmedien profitieren: einerseits eine angebliche Wirtschaftskrise, die sich in der hohen Inflation, der Arbeitslosigkeit und der wirtschaftlichen Stagnation widerspiegeln würde. (...)

Das andere zentrale Thema waren die Korruptionsvorwürfe, die sich gegen Ende der Kampagne auf Petrobras konzentrierten. Die eingetretene Ermüdung, was diese Vorwürfe anging, die oft ohne Beweise erhoben wurden, führte dazu, dass sie schließlich an Wirkung einbüßten.

Der Kampagne von Dilma Rousseff gelang es, die große Mehrheit davon zu überzeugen, dass die fundamentalen Errungenschaften der PT-Regierungen auf dem Spiel stünden, falls die  Opposition gewänne. Gleichzeitig führte die Gegenüberstellung der persönlichen und politischen Lebenswege der beiden Kandidaten dazu, dass bei Dilma die Qualitäten hervorstachen, während bei Aécio Neves die Schwächen deutlich wurden.

Insgesamt zeichnete es sich bereits vor dem zweitenWahlgang ab, dass Aécio bei mehr Leuten auf Ablehnung stieß als Dilma, und es deutete sich ein Umschwung an, der sich im Laufe der letzten Woche konsolidierte, bis er zum Triumph am Sonntag führte. Die Militanz der Linken nahm im ganzen Land die Straßen ein. Der zweite Wahlgang war der einer klaren Gegenüberstellung von Links und Rechts, die Dilma die Wende und den Sieg brachte. (ALAI)

 

                                                                                                  ARTIKEL DRUCKEN


Generaldirektor: Pelayo Terry Cuervo. Chefredakteur: Gustavo Becerra Estorino
Hosting:
Teledatos-Cubaweb. Havanna
Granma Internacional Digital:
http://www.granma.cu/

E-mail  | Index | Español | Inglés | Francés | Portugués | Italiano
© Copyright. 1996-2013. Alle Rechte vorbehalten. GRANMA INTERNACIONAL. Kuba

UP

Granma
Internacional Deutsche Ausgabe