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Havanna, 12. November 2014

 

Großmütter der Plaza de Mayo fordern von Spanien
Vorlage von Dokumenten über
die Verschwundenen

Die Präsidentin der Großmütter der Plaza de Mayo, Estela de Carlotto, forderte heute von der spanischen Regierung, Dokumente über das Verschwinden von Personen auszuhändigen, die sich im Besitz ihrer Botschaft in Buenos Aires befänden.

Carlotto, die kürzlich das spanische Baskenland bereiste, erinnerte daran, dass während der Diktatur von General Jorge Videla viele Menschen, die ins Exil gehen wollten, Zuflucht in Botschaften wie der Italiens und Spaniens gesucht hätten.

„Tatsächlich“, so führte sie aus, „hat die italienische Regierung Geheimarchive ihrer diplomatischen Mission mit Zeugenaussagen derer, die in ihren Büros vorbeigekommen waren, überstellt. Nun hoffen wir darauf, dass Spanien das auch tut: Es ist eine ausstehende Schuld. Sie müssen die Dokumente herbeischaffen.“

Von der Tageszeitung Público zu deren Enthüllungen über die Zusammenarbeit der damaligen spanischen Regierung mit der Diktatur befragt, erachtete sie es als notwendig zu untersuchen, seit wann die Verbindung bestanden habe und gab ihrer Meinung Ausdruck, dass diese dazu beigetragen habe, eine ganze Generation auszulöschen.  

Sie präzisierte, dass angesichts der Möglichkeit, dass einige der entführten Kinder nach Europa gebracht worden sein könnten, in Madrid ein Argentinisch-Europäisches Netz für das Recht auf Identität ins Leben gerufen worden sei.

„Wie gehen davon aus, dass die Aneigner unsere Enkel als Babys oder Jugendliche nach Europa gebracht haben könnten, vor allem während der Krise von 2001, was die Möglichkeit mit einschließt, dass sie jetzt, als Erwachsene, zurückkehren“, sagte Carlotto.

Sie merkte an, dass diese Untersuchung in Italien mit Hilfe der dortigen Behörden beschleunigt vorangetrieben werde, „aber wenn es eine Regierung nicht interessiert, was im eigenen Land geschah, wie im Falle Spaniens, so wird sie auch nicht wissen wollen, was in Argentinien passierte“, sagte sie. 

Über die in Spanien existierende Straffreiheit bezüglich der Verbrechen der Diktatur von Francisco Franco (1936-1975) gab sie zu bedenken, dass auch die Spanier wissen wollen, wo die Reste ihrer Familien geblieben sind, wer die Verantwortlichen waren und wo ihre eigenen entführten Kinder sind.

„Das Prozedere war nicht so wie in Argentinien, wo man Schwangere entführte, die man bis zum Gebären leben ließ, um sie dann zu töten. Dort machte man es auf andere Art, aber auch dort entführte man Babys.“

Carlotto erinnerte daran, dass sich Argentinien damals an Spanien gewandt habe, wo man mit den Anklagen vor das Landesgericht gegangen sei und sie dem Richter Baltasar Garzón vorgelegt habe. Seinerzeit habe es nämlich in Argentinien Gesetze der Straflosigkeit gegeben, so wie es sie heute in Spanien gebe, unterstrich sie.

(PL)

 

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