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Havanna, 11. April 2014

 

Großartige Sprünge unter dem Hallendach
• Drei Medaillengewinne bei der Leichtathletik-Hallen-WM
• Yarisley Silva, Weltmeisterin im Stabhochsprung; Ernesto Revé und Pedro Pablo Pichardo mit Silber und Bronze im Dreisprung
• Siebter Platz in der Länderwertung von Sopot 2014 für Kuba

Yoe Tejeda und Enrique Montesinos

DIE Ausbeute von drei Medaillen – einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille – stellt eines der besten Ergebnisse der kubanischen Leichtathletik in den letzten zehn Jahren dar. Historisch gesehen nimmt sie nach dem Wettkampf im polnischen Sopot, wo die 15. Hallen-WM der Leichtathletik ausgetragen wurde, den fünften Platz bei derartigen Wettkämpfen ein.

Die Sprungdisziplinen standen für Kuba erneut im Mittelpunkt. Erstmalig gewann Yarisley Silva den Weltmeistertitel im Stabhochsprung. Die Silber- und die Bronzemedaille der jungen Dreispringer Ernesto Revé und Pedro Pablo Pichardo setzen die Tradition in dieser Disziplin fort, auf die bisher 18 der insgesamt 47 für Kuba bei Hallen-Weltmeisterschaften gewonnenen Medaillen kamen.

Es ist zu beobachten, dass immer mehr Länder Leichtathleten haben, die in der Lage sind, Medaillen zu erringen. Im Jahr 2008 konnte Kuba in Valencia mit der gleichen Medaillenbilanz (1-1-1) den fünften Platz der Medaillenwertung belegen, während dies im Jahr 2014 in Sopot nur für den siebten Platz reichte, geteilt mit zwei anderen Ländern.

Bei der WM von Istanbul 2012 erreichte Kuba 20,5 Punkte in der Punktwertung (wo bis zum achten Platz gepunktet wird) und belegte den elften Platz in dieser Wertung. Dieses Mal kam unser Land mit 23 Punkten auf den 12. Platz.

In der Gesamtwertung aller bisherigen Hallenweltmeisterschaften haben die großartigen Leistungen kubanischer Athleten Ende des vorigen Jahrhunderts immer noch großes Gewicht. So kommen allein auf das Konto von Hochspringer Javier Sotomayor und Weitspringer Ivan Pedroso neun Goldmedaillen. Insgesamt belegt Kuba immer noch den fünften Platz in der Länderwertung, sowohl nach Medaillen als auch nach Punkten, ein hervorragendes Ergebnis für eine kleine Insel, in der außerdem ewiger Sommer herrscht und keine Hallenwettkämpfe ausgetragen werden.

YARISLEYS SICHERHEIT

 Mehr als durch beeindruckende Leistungen (obwohl sie schon 4,90 m übersprungen hat) hat Yarisley Silva durch ihre Beständigkeit erreicht, dass sie seit ihrem fünften Platz in der Daegu-2011 zu den Weltbesten in dieser Disziplin gezählt wird. Im selben Jahr wurde sie Panamerikanische Meisterin, dann Silbermedaillengewinnerin der Olympiade von London 2012 und im Jahr 2013 Bronzemedaillengewinnerin bei der WM in Moskau.

Ihr fehlte ein Triumph in der Halle, denn bei ihrem Hallen-WM-Debüt 2012 in Istanbul erreichte sie nur den siebten Platz. Deshalb begann sie gleich nach ihrem Erfolg in Moskau auf die Hallen-WM in Sopot hinzuarbeiten. Aber Sportler sind keine Maschinen und es traten Schwierigkeiten in der Vorbereitung auf.

Ohne dass sie ein besseres Ergebnis als 4,55 m im Freien erreicht hätte, entschieden sich die Athletin und ihr Trainer Alexander Navas, sich bei den Wettkämpfen der europäischen Wintersaison auf die WM zu konzentrieren und eventuelle andere Preise beiseite zu lassen. Die Strategie erwies sich als richtig.

Yarisley, die sich ihrer Mängel und Möglichkeiten bewusst war, beschloss, bei der Hallen-WM kein Risiko einzugehen und schrittweise so hoch wie möglich zu kommen. Sie übersprang 4,45 m und 4,55 m im ersten Versuch, schaffte 4,65 m im zweiten Versuch – eine Höhe, die ihr in dieser Saison Schwierigkeiten bereitete -, was sie dermaßen inspirierte, dass sie 4,70 m im ersten Sprung bewältigte. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Weitere drei Wettkämpferinnen schafften diese Höhe, brauchten aber mehr Versuche dazu.

Die US-Amerikanerin Jennifer Suhr, Inhaberin des Hallenweltrekords von 5,02 m und große Favoritin, verfing sich in den Tentakeln ihrer eigenen Überlegenheit. Sie begann erst bei einer Höhe von 4,65 m, ließ auch 4,70 m aus, konnte dann 4,75 m nicht bewältigen und landete auf dem fünften Platz.

MEDAILLENGEWOHNTER DREISPRUNG

In Hallen-Weltmeisterschaften haben kubanische Dreispringer mehr als eine Medaille erreicht, aber dieses Mal war es nicht sicher, weil die Teilnehmer sehr jung waren und kaum Erfahrung hatten in Hallenwettkämpfen (nur zwei vorherige Wettkämpfe), wo normalerweise der Anlauf verkürzt wird.

Unsere Vertreter im Wettbewerb waren der 22jährige Ernesto Revé, der mit 17,33 m die Silbermedaille gewann, und Pedro Pablo Pichardo, 20 Jahre alt, dessen Sprung von 17,24 m ihm die Bronzemedaille einbrachte.

Die Goldmedaille gewann der Russe Lyukman Adams mit 17,37 m.

Der kubanischen Delegation aus sechs Athleten gehörten außerdem an: Arianna Martínez, Siebte in Dreisprung (13.99 m), und die 60-Meter-Hürden-Sprinter Jhoanis Portilla (7.74 s) und Yordan O’Farrill (7,75 s), die es nicht ins Finale schafften.

Es war die kleinste Vertretung Kubas in der WM-Geschichte, weil es - abgesehen von wirtschaftlichen Beschränkungen - an Athleten fehlte, die die erforderlichen Mindestmarken für die Teilnahme erfüllen.
 

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