Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

Reflexionen  des  Genossen  Fidel

Havanna,  2. April 2012

 

REFLEXIONEN DES GENOSSEN FIDEL
Die Notwendigkeit, unsere Kenntnisse zu bereichern

Die gefilmten Szenen des Gemetzels in Libyen, die nach und nach bekannt werden, empören aufgrund des vollkommenen Mangels an Humanismus und der plumpen Lügen, die zum Vorwand für die Invasion jenes Landes dienten und dafür, sich der Naturressourcen desselben zu bemächtigen.

Die Luftwaffe der NATO unterstützte das abscheuliche Verbrechen mit mehr als 25.000 Kampfeinsätzen.

Es wurde behauptet, dass die Regierung von Libyen Fonds im Ausland von mehr als 200 Milliarden Dollar besäße. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß niemand, wo dieses Geld sich befindet und was aus ihm geworden ist.

Ein betrügerischer Wahlprozess sicherte den Raub der Präsidentschaft des mächtigsten Landes zugunsten von George W. Bush ab, einem Alkoholiker ohne medizinische Behandlung und ohne elementarste ethische Prinzipien, der den Abgängern von West Point anordnete, sich bereit zu halten, um überraschend und ohne vorherige Ankündigung 60 oder mehr der dunkelsten Winkel der Welt anzugreifen.

Solch ein Geistesgestörter konnte mittels eines Köfferchens über die Verwendung von tausenden von Atomwaffen entscheiden; mit einem geringen Prozentsatz von diesen hätte er dem menschlichen Leben auf dem Planeten ein Ende setzen können.

Es ist traurig, sich daran zu erinnern, dass auf der Gegenseite der US-Supermacht ein weiterer Geistesgestörter, mit drei Flaschen Wodka im Bauch, die Desintegration der UdSSR verkündete und außerdem den Abbau von mehr als 400 Atomraketenstellungen, in deren Reichweite sich alle jenes Land bedrohenden Militärstützpunkte befanden.

Jene Ereignisse überraschten nicht. Durch die vielen Jahre des Kampfes, durch die erworbene Erfahrung, den Kontakt zu den Ereignissen, den Ideen und den geschichtlichen Prozessen verursachten sie keinerlei Überraschung.

Jetzt versuchen die führenden russischen Persönlichkeiten, jenen mächtigen Staat wieder aufzubauen, dessen Schaffung so viele Anstrengungen und Opfer gekostet hatte.

Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 1998 unser Land besuchte, habe ich mich vor seiner Ankunft mehr als einmal mit einigen seiner Gesandten über verschiedene Themen unterhalten. Ich erinnere mich besonders an jene Gelegenheit, als wir uns in einem kleinen Raum des Revolutionspalasts mit Joaquín Navarro Valls, Sprecher des Papstes, der mir gegenüber saß, zum Abendessen hinsetzten. Rechts von mir saß ein liebenswürdiger und intelligenter Priester, der zusammen mit dem Sprecher gekommen war und Johannes Paul II bei den Gottesdiensten begleitete.

An den Details interessiert, fragte ich Navarro Valls: Glauben Sie, dass der riesige Himmel mit Millionen Sternen dafür gemacht wurde, um den Bewohnern der Erde Freude zu bereiten, wenn wir geruhen, in irgendeiner Nacht nach oben zu schauen? „Unbedingt" - antwortete er mir. „Es ist der einzige bewohnte Planet des Universums".

Schließlich wendete ich mich an den Priester und sagte zu ihm: Was meinen Sie dazu, Vater? Er antwortete mir: „Meiner Meinung nach besteht zu 99,9 Prozent die Möglichkeit, dass es intelligentes Leben auf irgendeinem anderen Planeten gibt". Die Antwort verletzte keinerlei religiösen Grundsatz. In Gedanken multiplizierte ich diese Zahl, ich weiß nicht, wie viel Mal. Das war die Art von Antwort, die ich als richtig und seriös ansah.

Danach war jener edelmütige Priester immer freundschaftlich gegenüber unserem Land. Um die Freundschaft zu unterhalten, ist es nicht erforderlich, den Glauben zu teilen.

Am heutigen Donnerstag, und wie es mit zunehmender Häufigkeit geschieht, ließ eine europäische Einrichtung mit bekannter Vertrauenswürdigkeit bezüglich des Themas wörtlich Folgendes verlauten:

„Es könnte Milliarden Planeten geben, die sich, nicht viel größer als die Erde, in einer Umlaufbahn um schwache Sterne in unserer Galaxis befinden, wie von einem internationalen Astronomenteam verlautbart wurde.

Diese geschätzte Anzahl von ‘Super-Erden’ - Planeten mit bis zu zehn Mal mehr Masse als die Erde – beruht auf schon vorher durchgeführten Entdeckungen, die anschließend hochgerechnet wurden, um die Ansammlung der so genannten ‘Zwergsterne’ der Milchstraße einzuschließen."

„‘Unsere neuen Beobachtungen mit Harps ergeben, dass circa 40% der roten Zwergsterne eine ‘Super-Erde’ besitzen, die sich im Raum, wo Leben möglich ist, d.h. wo es Wasser im Flüssigzustand auf der Oberfläche des Planeten geben kann, um sie in Umlauf befinden’, sagte Xavier Bonfils, Leiter des Teams vom Wissenschaftsobservatorium des Universums von Grenoble, Frankreich.

‘Aufgrund dessen, dass die roten Zwerge so häufig sind – es gibt circa 160 Milliarden von ihnen in der Milchstraße – bringt uns das zu den überraschenden Ergebnissen, dass es Dutzende Millionen jener Planeten allein in unserer Galaxis gibt’."

„Seine Untersuchungen deuten an, dass es in 41% der Fälle ‘Super-Erden’ in bewohnbaren Gebieten gibt, in einer Rangordnung von 28 bis 95%.

‘40% der roten Zwergsterne verfügen über eine ‘Super-Erde’, die sich in ihrem bewohnbaren Raum, wo es Wasser im flüssigen Zustand geben kann, im Umlauf um sie befindet’."

„Das führt zu einer Frage, die auf der Hand liegt: Ist einer jener Planeten bewohnbar oder gibt es vielleicht sogar Leben auf ihm?"

„Aber diese Sterne neigen zu Sternausbrüchen, welche die nahen Planeten mit Röntgenstrahlen bzw. mit ultravioletter Strahlung überziehen können, was die Existenz von Leben weniger wahrscheinlich machen kann.

‘Wir haben eine Vorstellung darüber, wie wir Spuren von Leben auf jenen Planeten auffinden können’, sagte Stephane Udry, Forscher der Sternwarte von Genf."

„‘Wenn wir die Trassen der Spuren solcher mit dem Leben verbundener Elemente wie des Sauerstoffs in jenem Licht verfolgen können, dann könnten wir Anzeichen darüber gewinnen, ob es Leben auf jenem Planeten gibt’."

Allein die Lektüre dieser Nachrichten zeigt die Möglichkeit und Notwendigkeit, unsere Kenntnisse zu bereichern, die heute zersplittert und zerstreut sind.

Vielleicht führt uns das zu kritischeren Positionen bezüglich der Oberflächlichkeit, mit der wir sowohl kulturelle als auch materielle Problemstellungen behandeln. Ich hege nicht den geringsten Zweifel daran, dass unsere Welt sich viel beschleunigter verändert, als wir uns vorzustellen in der Lage sind.

Fidel Castro Ruz
29. März 2012
20:15 Uhr

(Übersetzung: Büro für Dolmetsch- und Übersetzungsservice ESTI)

- REFLEXIONEN VON FIDEL
 

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