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Havanna, 11. April 2013

 

Juan Carlos Tabío:
Film-Nationalpreis 2014

DAS kubanische Filminstitut ICAIC würdigte den angesehenen Regisseur Juan Carlos Tabío mit der höchsten Auszeichnung, die diese Einrichtung jährlich verleiht, dem Nationalen Filmpreis.

Tabío, der die Mehrzahl seiner Werke innerhalb des ICAIC ausführte, war zusammen mit Tomás Gutiérrez Alea Koregisseur von „Erdbeer und Schokolade" (1993), des einzigen kubanischen Films, der für den Oskar nominiert worden war.

Er wurde am 3. November 1943 geboren. 1961 begann er seine Arbeit im ICAIC als Produktionsassistent und später als Regieassistent. Von 1963 bis 1980 führte er bei über 30 Dokumentarfilmen die Regie. Daneben wirkte er an den Drehbüchern mehrerer wichtiger Filme des kubanischen Filmwesens mit.

Der Regisseur und Drehbuchautor sagte 1984 über seine Arbeit mit Gutiérrez Alea in einem Interview mit der Zeitschrift Caimán Barbudo: „Mit Titón verbindet mich eine berufliche und freundschaftliche Beziehung […]. Eines Tages sagte er mir, dass dafür, was ich behandeln wollte, die Erscheinung des Wohnungstausches ein guter Vorwand sein könnte, weil mir das die Möglichkeit geben würde, von den Menschen zu erzählen, die heute in Kuba leben, und so entstand der Film". 1983 wurde der erste Spielfilm von Tabío uraufgeführt, eine Komödie mit dem Titel „Se permuta" (Wohnungstausch).

Mit diesem Film machte der Regisseur einen Volltreffer im kubanischen Filmwesen und erlangte den Dritten Coral-Preis im Internationalen Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films. Der Film erhielt auch den Preis für die beste weibliche Darstellung (Isabel Santos) im Internationalen Festival von Río de Janeiro, Brasilien.

In Erklärungen gegenüber der Zeitschrift Cuba über die Gründe, die ihn dazu veranlasst hatten, sagte Tabío: „In dem Moment, wenn man Dinge sagen will, die mehr oder wenige jedermann kennt ... dann heißt das, dass das Problem (unser Problem) des Filmschaffens (unseres Filmschaffens) nicht darin besteht, etwas zu entdecken, sondern vielleicht ganz im Gegenteil. Alle Welt weiß, dass der Mond und der Bazillus von Koch existieren, aber erst, wenn man ein Foto sieht, das von einem künstlichen Satelliten aus gemacht wurde, und man durch ein Miskroskop schaut, beginnt man, sie wahrzunehmen.

Diese neue Form des Wissens bringt ihrerseits die Notwendigkeit eines Bewusstseins hervor, die immer dringender wird, und die durch die operativen Medien des Wissens oder der Entdeckungen auf Schritt und Tritt erzeugt wird.

Sein Filmschaffen, das sich auf das Genre Fiktion konzentriert, umfasst Klassiker wie Se permuta (1983), Plaff (1988), Guantanamera (1995) und Lista de espera (Warteliste)(1999). Sein neuester Langspielfilm, El cuerno de la abundancia (2009) (Das Füllhorn), wurde mit 250.000 Zuschauern in fünf Wochen Vorführung in Havanna zu einem Erfolg der Kritik und des Publikums.

Von 1989 bis 1990 war Tabío Dozent für Drehbuch und Filmregie in der Internationalen Schule für Film und Fernsehen von San Antonio de los Baños und in der Schule für Radio, Film und Fernsehen, die sich beide in Kuba befinden. Er leitete Workshops in Drehbuch, Regie und Dramaturgie in mehreren Ländern (Mexiko, Costa Rica, Panama) und seine Filme haben nationale und internationale Preise errungen.

Mauricio Abreu, Kritiker, Herausgeber und Journalist, drückte bei einer Gelegenheit aus: „Satire, Kritik, Humor… sind von Juan Carlos Tabío in seinen letzten Filmen in gleichem Maße benutzt worden (Se permuta, Dolly back und La entrevista (Das Interview)). Plaff, sein zweiter Langspielfilm […] entspricht auch dieser Arbeitslinie. Damit die Kohäsion dieser Genres gelingt, stellt er den Aufnahmen einen Aushang voller Rechtfertigungen voran, in dem darauf zu schließen ist, dass der Film „nicht besonders gut gemacht" worden ist. Dieses löbliche Mittel dient dazu, den Zuschauer zu überraschen, das Lachen und Nachdenken anzuregen".

Mit dem Film Guantanamera, dessen Regie er zusammen mit Titón führte, erlangte er ebenfalls bei verschiedenen internationalen Wettbewerben eine großartige Aufnahme. Beweis dafür sind der Popularitätspreis im Festival des Latino-Films von Chicago; der Große Preis Sud Quest des Publikums des Internationalen Festivals für Film und Kulturen Lateinamerikas von Biarritz, Frankreich; und der Jury-Preis im Internationalen Filmfestival von Viña del Mar, Chile. Als Wettbewerbsteilnehmer am bedeutendsten Film-Event der Insel, dem Festival von Havanna, erlangte er den Zweiten Coral-Preis.

Der Film-Nationalpreis wurde im Jahr 2003 eingerichtet und wird verliehen, um das Werk von lebenden und in Kuba wohnenden kubanischen Regisseuren, Schauspielern, Schauspielerinnen, Drehbuchautoren, Musikern und Fotografen zu ehren. Der Erste, dem diese Auszeichnung verliehen wurde, war der Filmschaffende Alfredo Guevara, Gründer und Leitfigur des ICAIC über fast vier Jahrzehnte hinweg. (Redaktion Granma Internacional)
 

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