Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

   

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Havanna, 21. Oktober 2014

 

Erklärung des Außerordentlichen Gipfels der ALBA-TCP über Ebola

Die Mitgliedsländer der Bolivarischen Allianz für die Völker unseres Amerikas - Handelsvertrag (ALBA-TCP), versammelt am 20. Oktober 2014 in Havanna zum Außerordentlichen Gipfel zur Bekämpfung der Eboa-Epidemie,
zutiefst besorgt über die durch Ebola verursachte humanitäre Katastrophe in Westafrika, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „gesundheitliche Notlage“ internationaler Besorgnis erachtet wird, angesichts der Bedrohung, die eine Verbreitung in anderen Ländern und Regionen der Welt darstellt,
uns der dringenden Notwendigkeit bewusst, dass die internationale Gemeinschaft als Ganzes, in enger Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) und der UNO-Mission für den Notfall-Einsatz gegen Ebola (UNMEER) Aktionen unternimmt, um diese Geißel mit allen notwendigen Ressourcen zu bekämpfen,
mit Besorgnis feststellend, dass die internationalen Ressourcen weiterhin unzureichend sind, welche erforderlich sind, um schnelle und wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie durchführen zu können, die zu einer der schlimmsten Pandemien in der Geschichte werden könnte,
bekräftigend, dass die ALBA-TCP auf den Prinzipien der Solidarität, echter Zusammenarbeit und Komplementarität zwischen unseren Ländern sowie der Verpflichtung mit den am meisten gefährdeten Völkern und der Erhaltung des Lebens auf dem Planeten basiert,
davon überzeugt, dass die Ergreifung wirksamer und dringender Maßnahmen der Zusammenarbeit unumgänglich ist, die durch koordinierte Aktionen des Gesundheitsbereichs und anderer Sektoren dazu beitragen, die Ausbreitung der Ebola-Epidemie auf die Länder unserer Hemisphäre zu verhindern,
hinweisend auf die Bestimmungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) und den Fahrplan der WHO für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie (Ebola Response Roadmap), vom 28. August 2014, der zum Ziel hat, die Übertragung der Ebola-Krankheit im globalen Maßstab zu stoppen und sich mit den Folgen einer weiteren internacionalen Ausbreitung zu befassen,

Kenntnis nehmend von den WHO-Protokollen zur Prävention von Übertragungen der Ebola-Krankheit zwischen Menschen, Organisationen und Bevölkerungsgruppen,
betonend, dass es möglich ist, den Ebola-Ausbruch aufzuhalten, insbesondere durch die Umsetzung der festgelegten Sicherheits- und Gesundheitsaktionen und anderer präventiver Maßnahmen, deren Wirksamkeit sich gezeigt hat,
vereinbaren:
1. Koordination unserer Anstrengungen zur Verhinderung und Bekämpfung der Ebola-Epidemie, einschließlich der schnellen Bereitstellung und Nutzung der gegenseitigen Hilfe mit Gesundheitspersonal und der entsprechenden Lieferungen und Materialien zwischen unseren Ländern.

2. Vorrangige Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der Bruderländer der Karibik, damit diese aus der Zusammenarbeit der Länder der ALBA-TCP bei der Verhütung und Bekämpfung von Ebola Nutzen ziehen können.

3. Aktivierung des Netzes der epidemiologischen Überwachung der ALBA-TCP, dessen Schaffung auf der ersten Sitzung der Gesundheitsminister der Allianz, die am 25. Februar 2014 in Caracas stattfand, vereinbart worden war.

4. Entschiedene Unterstützung für die freiwilligen Ärzteteams der Brigade „Henry Reeve“ der Republik Kuba, die auf den Umgang mit Katastrophen und großen Epidemien spezialisiert sind und in afrikanischen Ländern arbeiten. In diesem Zusammenhang sprechen wir als Bolivarische Allianz unsere Bereitschaft aus, hoch qualifiziertes medizinisches Personal zur Verfügung zu stellen, damit dieses zu den Anstrengungen dieser Brigade bei Aufgaben beiträgt, die in der lateinamerikanischen und karibischen Region erforderlich werden.

5. Aufstellung nationaler Mechanismen, um Verdachtsfälle von Infektion schnell zu diagnostizieren und zu isolieren, unter Berücksichtigung der ersten klinischen Symptome der Krankheit, der Reisegeschichte und / oder der Geschichte der Gefährdung, die vom Patienten berichtet oder aus der epidemiologischen Untersuchung abgeleitet wird.

6. Gemeinsame Nutzung und Schaffung von Kapazitäten für die Krankheitsdiagnose, die Laboratorien mit einer angemessenen Biosicherheit erfordern.

7. Gestaltung und Umsetzung von öffentlichen Aufklärungskampagnen über Prävention und Reaktion auf Ebola zur Erweiterung der Vorbereitung und Vertrauensförderung in der Bevölkerung.

8. Bereitstellung und Stärkung der Präventivmaßnahmen für die Erkennung und Abschwächung der Gefährdung einer Ebolainfektion und Bereitstellung einer wirksamen medizinischen Behandlung für die Einsatzkräfte.

9. Verstärkung der epidemiologischen Überwachung und Kontrolle an den Grenzen, insbesondere in Häfen und Flughäfen.

10. Beteiligung an der Ausbildung des medizinischen Fachpersonals in der Prävention und der Konfrontation von Ebola in den Ländern der ALBA-TCP und der Karibik, aufgrund der gesammelten Erfahrungen.

11. Schaffung einer Gruppe von Spezialisten verschiedener Fachgebiete für die Schulung des Gesundheitspersonals in Fragen der biologischen Sicherheit (einschließlich der Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen angesichts von vermuteten oder bestätigten Fällen von Ebola), der Behandlung hämorrhagischer Krankheiten und von Patienten in kritischem Zustand, die in ihren jeweiligen Ländern zu Vermittlern und Beratern werden können.  

12. Absicherung in der größtmöglichen Anzahl von Einrichtungen des Gesundheitswesens von medizinischen Geräten und lebenswichtigen Mitteln für den Umgang mit der Krankheit.

13. Förderung der wissenschaftlichen, epidemiologischen und biologischen Forschung über Ebola im Rahmen der ALBA-TCP. Erleichterung der Zusammenarbeit in diesem Bereich mit anderen Ländern als Beitrag zu den internationalen Bemühungen, die Epidemie zu konfrontieren, sowie mit dem Ziel der Konsolidierung der wissenschaftlichen, medizinischen und sanitären Unabhängigkeit der Länder der Allianz.

14. Verbesserung der Informationsmechanismen zwischen unseren Ländern, damit die epidemiologische Situation in den Ländern der ALBA-TCP stets aktualisiert wird und die gemachten Erfahrungen leichter verbreitet werden.

15. Entschiedene Unterstützung der Initiativen der Vereinten Nationen, insbesondere der WHO / PAHO und UNMEER, bei der Umsetzung der Empfehlungen des Gesundheits-Reglements des Internationalen Komitees für Katastrophenschutz.

16. Förderung der Zusammenarbeit im Bereich der Konfrontation und Prävention von Ebola mit anderen Ländern der Hemisphäre und Durchführung jener gemeinsamen Programme, die diesem Zweck dienlich sind.

17. Einberufung einer Fachtagung von Experten und Führungskräften der ALBA-TCP-Länder für den 29. und 30. Oktober in Havanna, Kuba, die dem Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen sowie der Konkretisierung von Strategien der Prävention und Konfrontation der Bedrohung der Ebola-Epidemie dient.

18. Beauftragung der Gesundheitsminister der Länder der ALBA-TCP für die Entwicklung eines Aktionsplans im Lichte der Empfehlungen der Fachtagung von Experten und Führungskräften und deren sofortige Umsetzung in Abstimmung mit PAHO / WHO. Dieser Plan muss den Staats- und Regierungschefs der ALBA-TCP spätestens am 5. November 2014 zur Prüfung vorgelegt werden.

19. Nutzung aller dem Exekutivsekretariat der ALBA-TCP zur Verfügung stehenden Mittel zur Unterstützung der vereinbarten Initiativen.

20. Beglückwünschung der Bolivarischen Republik Venezuela für die Spende von fünf Millionen Dollar zur Bekämpfung von Ebola, die dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, am 16. Oktober 2014 übergeben wurde.

21. Beglückwünschung der Republik Kuba und ihres Volkes für den Beweis der Solidarität mit den Bruderländern Westafrikas durch die Entsendung von kubanischem Medizinpersonal.

22. Empfehlung an die Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC), die regionalen Anstrengungen zur Verhinderung und Konfrontation der Ebola-Epidemie zu fördern.

23. Weiterführung der Zusammenarbeit mit den von der Epidemie betroffenen Ländern Afrikas, Beibehaltung der Kooperation mit den nicht betroffenen Staaten und Übernahme der Erfahrungen der dort arbeitenden Brigaden, die auf den Umgang mit Katastrophen und großen Epidemien spezialisiert sind.

Havanna, 20. Oktober 2014
 

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