Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

   

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K U B A

Havanna, 20. Oktober 2014

 

Ebola ist eine gewaltige Herausforderung für die Menschheit
• Eröffnungsansprache des kubanischen Präsidenten Raúl Castro anlässlich des Außerordentlichen ALBA-Gipfels in Havanna

Sehr geehrte Staats- und Regierungschefs und Leiter der Delegationen!

Ehrenwerter Herr David Nabarro, Sondergesandter des Generalsekratärs der Vereinten Nationen!

Ehrenwerte Frau Clarisse Etienne, Direktorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation!

Ehrenwerter Herr Didacus Jules, Generaldirektor der Organisation der Ostkaribischen Staaten!

Wir heißen Sie alle herzlich zum Außerordentlichen ALBA-Gipfel über Ebola in unserem Land willkommen.

Compañeras und Compañeros,

eine schreckliche Epidemie sucht heute die Brudervölker in Afrika heim und bedroht uns alle. Ebola hat eine große Anzahl an diagnostizierten und Todesfällen in verschiedenen Ländern hinterlassen, auch in zwei Ländern außerhalb dieses Kontinents.

Ebola stellt die Menschheit vor eine ungeheure Herausforderung, die sie mit größter Dringlichkeit bewältigen muss. Dafür ist es erforderlich, dass die internationale Gemeinschaft insgesamt handelt unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation, der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation und der Mission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Ebola.

Als Teil des Schmelztiegels der lateinamerikanischen und karibischen Kultur fließt durch die Venen "Unseres Amerika" afrikanisches Blut, das von denen stammt, die für unsere Unabhängigkeit gekämpft haben und zum Reichtum vieler unserer und anderer Länder beigetragen haben, darunter auch die Vereinigten Staaten.

Afrika und Kuba sind durch innige Bande vereint. Mehr als 76.000 Kubaner haben ihre medizinischen Dienste in 39 Ländern geleistet. 3.392 Ärzte aus 45 Ländern wurden vollkommen gratis ausgebildet.Derzeit arbeiten mehr als 4.000 Kubaner im Gesundheitsdienst von 32 Ländern und wie unser Gesundheitsminister erklärte, haben sich alle den präventiven Anstrengungen gegen Ebola angeschlossen.

Am vergangenen 1. Oktober reiste als Reaktion auf ein von der Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation Dr. Margaret Chan und dem UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon ausgesprochenes Gesuch hin eine speziell ausgebildete medizinische Brigade von Kuba nach Sierra Leone, um sich an der Bewältigung dieser Epidemie zu beteiligen und morgen am Dienstag, den 21. Oktober werden weitere zwei Brigaden nach Liberia und Guinea aufbrechen, wo sich bereits eine Vorhut befindet.

Die zahlreichen jüngst zum Ausdruck gebrachten Warnungen und Besorgnisse wegen des Mangels an eingebrachten Ressourcen spiegeln ein wachsendes universales Bewusstsein über die Notwendigkeit wider, dringend zu handeln, um eine humanitäre Krise mit unvorhersehbaren Folgen zu vermeiden.

Ich bin davon überzeugt, dass, wenn dieser Bedrohung nicht in Westafrika Einhalt geboten und sie dort nicht in einer sofortigen internationalen Reaktion besiegt wird, die wirksam, mit genügend Ressourcen ausgestattet und von der Weltgesundheitsorganisation koordiniert ist, sie sich in eine der schlimmsten Pandemien in der Geschichte der Menschheit verwandeln kann.

Dieses edle und drängende Ziel erfordert die Anstrengung und die unerlässliche Verpflichtung aller Nationen der Welt, entsprechend den Möglichkeiten jeder einzelnen von ihnen.

Wir sind der Auffassung, dass jegliche Politisierung dieses schwerwiegenden Problems, die uns vom eigentlichen Ziel wegführt, nämlich der Hilfe bei der Bewältigung dieser Epidemie in Afrika und der Vorbeugung in anderen Regionen, vermieden werden muss.

Ausgehend von dem, was der UNO-Generalsekretär am 5. September dieses Jahres sagte, haben wir unsere Vertreter an den von der Weltgesundheitsorganisation durchgeführten Veranstaltungen angewiesen zu bestätigen, dass Kuba bereit ist, Seite an Seite mit allen Ländern, auch mit den Vereinigten Staaten, zusammenzuarbeiten.

Den bescheidenen Erfahrungen des kubanischen Gesundheitssystems zufolge benötigt man den Willen zur Zusammenarbeit, Organisation, Planung und Gliederung der Arbeit, nicht nur im Pflege- und Heilbereich, sondern auch im Präventivbereich. Dies erfordert als unerlässliche Ergänzung eine systematische und permanente Arbeit, große Disziplin beim Ausfüllen der medizinischen Protokolle und einen strengen Anspruch an sich selbst. Im Laufe des Treffens werden wir die praktischen Aspekte behandeln.

Um eine Ansteckung mit dem Virus zu verhindern muss man sich in den Amerikas intensiv vorbereiten und zusammen an Maßnahmen zur Prävention und Handhabung der Krankheit arbeiten, um ihre Verbreitung zu verhindern.

Wir möchten den Angehörigen von ALBA und der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) Vorschläge zur Zusammenarbeit anbieten, die zur Befähigung des Gesundheitspersonals beitragen können, wirksame integrale Präventivmaßnahmen zu skizzieren und anzuwenden, wobei Haiti und den Ländern der Karibik Priorität eingeräumt werden sollte. Wir müssen all den Staaten Hilfe leisten, die am verletzlichsten sind. Wir laden bei diesen Bemühungen auch die Nationen Nordamerikas ein.

Wenn die entsprechenden Regierungen einverstanden wären, würde unser medizinisches Personal, das zur Zeit in Lateinamerika und der Karibik Dienst leistet, sich bereit erklären, sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen – bei der Vorsorge, bei der Ausbildung von Personal und beim Anbieten von Beratung.

Kurz gesagt, in 25 Ländern Unseres Amerika arbeiten 45.952 medizinische Fachleute aus Kuba, davon sind 23.158 Ärzte, die zusammen mit ihren Kollegen auf dem Kontinent eine gewaltige Macht zum Erreichen dieses Ziels darstellen.

Dabei ist auch zu bedenken, dass viele Länder in unserer Region über 23.944 Ärzte verfügen, die bis heute in kubanischen Universitäten ausgebildet wurden, hauptsächlich in den letzten 15 Jahren.

Schließlich werden wir am 14. Dezember in einem erneuten Gipfel in Havanna den 10. Jahrestag des Bündnisses feiern, eine Frucht, die durch den Willen der Völker unserer Region und der Tatkraft von Hugo Chávez Frias und Fidel Castro Ruz entstanden ist. Wir hoffen dann Bilanz über das ziehen zu können, was wir heute beschlossen haben.

Hiermit ist dieser Außerordentliche Gipfel eröffnet.

Vielen Dank!
 

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