Europäische Unternehmer rebellieren gegen Sanktionen
aus Washington
MOSKAU.- Der Vorsitzende des
Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Ulrich
Grillo beschuldigte Washington, die deutschen und
französischen Banken mit ungerechtfertigten Strafen
zu „lähmen“, weil sie Finanzoperationen mit Ländern
wie dem Iran, Kuba oder dem Sudan durchführen, gegen
die die Vereinigten Staaten unilaterale Sanktionen
verhängt haben.
Grillo zufolge steht die Politik des
US-Finanzministeriums und anderer Stellen im
Widerspruch zu den Prinzipien des freien
Wettbewerbs, ein Konzept, das den Vereinigten
Staaten ansonsten so heilig ist. Dadurch verschaffen
sie ihren eigenen Banken und Unternehmen Vorteile
gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten.
„Wir können keine Situation
tolerieren, in denen die Vereinigten Staaten das
europäische Finanzsystem schwächen, um sich dann
irgendeine Bank oder irgendein Unternehmen in Europa
anzueignen.“, beklagte der BDI-Verantwortliche in
einem Interview, das er verschiedenen deutschen und
französischen Tageszeitungen gab.
Der Vorsitzende des französischen
Unternehmerverbandes schloss sich dem Protest seines
deutschen Amtskollegen an. Gerade erst haben die
US-Regulatoren gegen die größte französische Bank
BNP-Paribas eine Strafe von fast 9 Milliarden Dollar
für deren Zusammenarbeit mit dem Iran, Kuba und dem
Sudan verhängt.
Die französische Bank wurde außerdem
dazu gezwungen, ihre Transaktionen in US-Dollar für
einige Monate auszusetzen. Nicht einmal die
Intervention des französischen Präsidenten Francois
Hollande, der Barack Obama in einem Brief darum bat,
die Summe der Strafe zu reduzieren, half in diesem
Fall.
Die Proteste Grillos gegen das
US-Finanzministerium erfolgen, nachdem es eine
Untersuchung gegen die Commerzbank, eine der größten
deutschen Banken, eingeleitet hat, die von den
Vereinigten Staaten beschuldigt wird, mit Ländern
zusammenzuarbeiten, die auf der „schwarzen Liste“
stehen. (RIA Novosti)
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