Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

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I N T E R N A T I O N A L E S

Havanna, 17 September 2014

 

Eine Halbierung des Hungers bis 2015 ist noch immer möglich
• Nach einem von der FAO und dem Internationalen Fond der Landwirtschaftlichen Entwicklung veröffentlichten Bericht ist es möglich, bis 2015 die Zahl der mangelernährten Menschen der Welt um die Hälfte zu senken

ROM — Etwa 805 Millionen Menschen auf der Welt — einer von neun — leiden noch immer Hunger. Dies geht aus einer neuen Ausgabe des Jahresberichts über den Zustand der weltweiten Nahrungsmittelunsicherheit (The State of Food Insecurity in the World, SOFI 2014) hervor, der am Dienstag in Rom von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom vorgelegt wurde.

Trotzdem bestätigt der Bericht eine positive Tendenz, denn im letzten Jahrzehnt sank die Zahl der Menschen, die Opfer chronischer Mangelernährung sind, um mehr als 100 Millionen und um mehr als 200 Millionen seit 1990.

Der von der FAO gemeinsam mit dem Internationalen Landwirtschaftsentwicklungsfond (FIDA) und dem Welt-Lebensmittelprogramm (PMA) herausgegebene Bericht führt an, dass diese allgemeine Tendenz in der Reduzierung des Hungers in den Entwicklungsländern bedeutet, dass das Milleniums-Entwicklungsziel (ODM), den Anteil der Menschen mit Mangelernährung bis 2015 um die Hälfte zu senken, realisierbar ist, „wenn die geeigneten Anstrengungen auf sofortige Weise intensiviert werden".

Bisher haben 63 Entwicklungsländer das Milleniums-Entwicklungsziel erreicht und sechs sind auf dem Wege, es bis 2015 zu schaffen. Diesbezüglich unterstrichen die Verantwortlichen der UNO-Organisationen außerdem, dass die ersten 25 auch das anspruchsvollere Ziel des Welternährungsgipfels (CMA) verwirklicht haben, das darin besteht, bis 2015 die Zahl der Unterernährten auf die Hälfte zu senken. Allerdings weist der Bericht auch aus, dass die Zeit, um das Ziel des Welternährungsgipfels (CMA) weltweit zu erlangen, bereits abgelaufen ist.

Ebenso wird betont, dass in jenen Ländern der Zugang zu Nahrungsmitteln schnell und in wesentlichem Maße verbessert worden ist, die einen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren haben, insbesondere in Ostasien und im asiatischen Südosten. Auch in Südasien und Lateinamerika ist das so, aber vor allem in Ländern mit geeigneten Sicherheitsnetzen und anderen Formen des sozialen Schutzes.

Der Bericht zum Zustand der Nahrungsmittelunsicherheit in der Welt weist jedoch darauf hin, dass trotz des allgemeinen wesentlichen Fortschritts mehrere Regionen und Territorien zurückgeblieben sind. In Subsahara-Afrika sind mehr als einer von vier Menschen noch immer chronisch mangelernährt, während in Asien – der Region mit der größten Bevölkerungsdichte der Welt – die Mehrzahl der Hungernden lebt: 526 Millionen Menschen.

Nach Angaben der Veröffentlichung sind gerade Lateinamerika und die Karibik jene Regionen, die weltweit die größten Fortschritte im Ausbau der Nahrungsmittelsicherheit erzielt hat. Währenddessen verzeichnet Ozeanien nur eine bescheidene Verbesserung (eine Verringerung um 1,7 %) beim Vorherrschen der Mangelernährung, die in den Jahren 2012 bis 2014 bei 14% gelegen hatte; außerdem ist es das geografische Gebiet, in dem seit 1990 die Zahl der Todesopfer durch Hunger gestiegen ist.

„Die Zahl der unterernährten Menschen ist noch immer unakzeptabel hoch", hoben die Vertreter der am Dokument beteiligten Organismen hervor, die dazu aufrufen, die politische Verpflichtung zur Bekämpfung des Hungers zu erneuern und sie in konkrete Aktionen umzuwandeln. Entsprechend positiv bewerteten sie das Versprechen vom Juni 2014 des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union, den Hunger bis 2025 auszumerzen.

„Die Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung sind kompexe Probleme, die nicht von nur einem Bereich oder interessierten Seite gelöst werden können, sondern die auf koordinierte Weise angegangen werden müssen", fügten sie hinzu, indem sie die Regierungen darum baten, eng mit dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft zusammen zu arbeiten.

Wie es im Text heißt, erfordert die Beseitigung des Hungers die Einrichtung eines günstigen Umfelds und eines gesamtheitlichen Ansatzes, der folgende Faktoren einbezieht: öffentliche und private Kapitalanlagen zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, Zugang zum Land, zu Dienstleistungen, Technologien und Märkten; sowie Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung der Landgebiete und sozialer Schutz für die am meisten Gefährdeten, einschließlich der Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Konflikten und Naturkatastrophen.

Ebenfalls wesentlich sind spezifische Ernährungsprogramme, insbesondere um den Defiziten an Mikronährstoffen bei Müttern und Kindern unter fünf Jahren zu begegnen. (SE)
 

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