Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

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I N T E R N A T I O N A L E S

Havanna, 12 September 2014

 

3. Internationale Konferenz zu Kleinen Inselentwicklungsländern
Das Recht auf Existenz

Claudia Fonseca Sosa

Auf einer Inselgruppe mit dem Namen Carteret im Gebiet von Papua-Neuguinea sind etwa dreitausend Bewohner als die weltweit ersten Flüchtlinge aufgrund des Klimawandels anerkannt worden.


Kiribati geht immer mehr unter und droht, zu verschwinden.Kiribati geht immer mehr unter und droht, zu verschwinden. Foto: UNO

Gegenwärtig werden Vorbereitungen getroffen, um diese Menschen im kommenden oder darauf folgenden Jahr in der Nähe von Bougainville, der größten Insel des Salomon-Archipels, neu anzusiedeln. Aber für sie ist die globale Erderwärmung und das Ansteigen des Meeresspiegels bereits kein abstraktes Konzept mehr, sondern eine harte Tatsache.

Der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel stellt auch eine wichtige Herausforderung für die Einwohner von Tuvalu dar, einem Land des Gebietes von Polynesien, das sich zwischen Australien und Hawai befindet, und das nach Angaben der UNO in den kommenden 50 Jahren verschwinden könnte.

Auch in Kiribati, das nahe bei Australien liegt, wird nach Garantien für die Bevölkerung gesucht für den Fall, dass das gesamte Territorium durch den steigenden Wasserspiegel überspült wird.

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der auch als Weltklimarat bezeichnet wird, hat darauf hingewiesen, dass „die Auswirkungen der Erhöhung des Meeresspiegels auf die flachen Inselstaaten des Pazifiks (...) prinzipiell Risiken für deren Souveränität oder Existenz aufwerfen". Berichte verschiedener UNO-Organisationen sprechen von bis zu 40 Ländern, die weltweit in dieser Situation sind.

Viele Einwohner von Tuvalu mussten mitansehen, wie gefährlich nahe das Wasser ihren Häusern gekommen ist.

Wie Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) Anfang September deutlich machte, „läuft die Zeit ab", um gegen die globale Erwärmung und ihre unheilbringenden Auswirkungen vorzugehen.
Figueres bekannte sich zu der Konferenz, die die UNFCCC 2015 in Paris organisieren wird und aus der, wie sie sagte, ein Abkommen hervorgehen sollte, das der Welt „noch vor der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts" den Weg zurück zur „Klimaneutralität" weisen sollte, bei dem die menschlichen Tätigkeiten „keinerlei Emissionen" von Gas mit Treibhauseffekt in die Atmosphäre hervorrufen.

Die Beamtin machte diese Erklärungen im Rahmen der 3. Internationalen Konferenz zu Kleinen Inselentwicklungsländern, SIDS (Small Island Developing States), und Klimawandel, die vom 1. bis 4. September auf der Insel Samoa in Ozeanien stattfand.

Das Treffen führte Minister, Gesetzgeber und Unternehmer mehrerer Länder nach Apia, der Hauptstadt von Samoa, mit dem Ziel, Strategien zu entwickeln, mit denen umweltpolitisch und wirtschaftlich den Herausforderungen begegnet werden kann, von denen diese Gruppe von Inselstaaten bedroht sind, deren Mehrzahl in den Regionen des Pazifiks, der Karibik und des Atlantischen und Indischen Ozeans liegen.

Die Führungskraft der UNFCCC erklärte, dass ein höherer Meeresspiegel nicht nur die Küste dieser Länder erodiert, sondern auch den Trinkwasserzufluss ruiniert, wenn das Meerwasser in die Grundwasserspiegel eindringt und die Anbauflächen überflutet und sie somit unfruchtbar macht. Auch der Temperaturanstieg steigert die Zahl der Hurrikans und Unwetter, die diese Gebiete heimsuchen.

Sie brachte weiterhin zum Ausdruck, dass gegenwärtig ein Plan erstellt wird, der das schlimmste Szenarium für die Pazifikinseln voraussieht, bei dem Flüchtlinge aus Gründen des Klimawandels in anderen Ländern untergebracht werden müssen.

Diesbezüglich kam es auch zu Wortmeldungen einiger Führungspersönlichkeiten der SIDS. Der Präsident der Seychelleninseln, James Michel, wies darauf hin, dass die Interessen der großen Unternehmen die Diskussion zu lange bestimmt hätten.

„Es wird Zeit, dass wir den Klimawandel als das anerkennen, was er ist: ein kollektives Verbrechen gegen die Menschlichkeit", führte er aus, nachdem er erklärt hatte, dass dieses Phänomen „den Inselstaaten ihr Recht auf Existenz raubt".

HERAUSFORDERUNG FÜR DIE ERNÄHRUNG

In der Konferenz von Samoa wies der Generaldirektor der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), José Graziano da Silva, auch auf die bedeutenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit, die Lebensgrundlagen und die Wirtschaft der SIDS hin. „Es ist wichtig, an Lösungen auf lange Sicht und mit einem umfassenderen Ansatz zu denken", versicherte er.

Der brasilianische Beamte drang darauf, dass zur Absicherung der Ernährungssicherheit man den Menschen Brot nicht einfach geben könne, sondern man müsse ihnen helfen, Nahrungsmittel zu produzieren, sich dem Klimawandel anzupassen und eine vielseitige Ernährung abzusichern, die die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen absichert. Die internationale Gemeinschaft sollte den Klimawandel als eine Herausforderung auffassen, die die Bündelung der Anstregungen erfordert, um zu einem nachhaltigen Entwicklungsmodell überzuwechseln, versicherte Graziano da Silva.

In diesem Sinne bestand der Direktor der FAO darauf, den SIDS Ländern zu helfen, ihre Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen zu verbessern, die lokale Produktion von Nahrungsmitteln auszubauen und lokale und regionale Versorgungsringe zu schaffen. Desweiteren sollte die Wiederstandsfähigkeit der Gemeinden bei Naturkatastrophen und den neuen Problemen, die mit dem Klima in Zusammenhang stehen, gestärkt werden.

KUBA ERLÄSST AUFRUF ZUR ÄNDERUNG DER PRODUKTIONS- UND VERBRAUCHSMUSTER

Während ihrer Wortmeldung auf dem Event sagte die kubanische Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt, Elba Rosa Pérez, dass die Anzeichen der Umweltschäden auf die Notwendigkeit hinweisen, die nicht nachhaltigen Produktions- und Verbrauchsmuster der derzeit existierenden Gesellschaften zu verändern.

Die Welt verfüge über umfangreiche angesammelte wissenschaftlich-technische Kenntnisse, aber noch immer würden die beschränkten Naturressourcen auf ineffiziente und unterschiedslose Weise gebraucht und große Mengen Geld zu Erwerbszwecken, für Rüstung und Spekulation verschwendet, führte sie an.

Im gleichen Sinne rief sie dazu auf, dass in der Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über den Klimawandel und bei den laufenden Verhandlungen innerhalb dieses Instruments dringliche und ausgewogene Lösungen gefunden werden sollten.

Die Ministerin vertrat die Meinung, dass wenn die UNO-Agenda für die Entwicklung nach 2015 Wirkung haben soll, sie flexibel sein müsse, den nationalen Prioritäten und Situationen auf der Grundlage des Prinzips der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung entsprechen und jegliche Konditionalität aussschließen sollte.

Gleichzeitig müssten die entwickelten Staaten ihren Verpflichtungen bezüglich der finanziellen Unterstützung, der Schaffung von Kapazitäten und des Technologietransfers nachkommen, unterstrich sie.

Pérez erinnerte daran, dass Kuba aufgrund dessen, dass es eine Insel ist und durch seine geografischen Gegebenheiten sehr empfindlich für extreme hydrometeorologische Ereignisse ist.

Trotz dessen unternehme das Land hauptsächlich mit eigenen Mitteln enorme Anstrengungen, um die wichtigsten Aktionen der Implementierung der Maßnahmen zum Klimawandel und der Eindämmung des Katastrophenrisikos zu umreißen, einschließlich der Strategien und Entwicklungspläne in Wirtschaft und Politik und zum Schutz der Umwelt.
 

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