Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

                           NUR TEXT  

I N T E R N A T I O N A L E S

Havanna, 12. November  2014

 

Kubanischer Dissident meint, Alan Gross solle im Gefängnis verrotten

Von Sarah Stephens 

Nur drei Worte brauchte Orlando Luis Pardo Lazo, um den Leitartikel der New York Times abzulehnen, in dem US-Präsident Barack Obama aufgefordert wird, die drei Kubaner, die für ihren Kampf gegen den Terrorismus verurteilt wurden, gegen Alan Gross auszutauschen, um so seinen USAID-Beauftragten zu befreien. 
Zu dem Artikel befragt, sagte Pardo Lazo in Bezug auf Gross: „Soll er verrotten.“ 
Mit der passenden Kürze eines Fiction-Autors und kubanischen Bloggers, unlängst von der Brown University als Mitglied des Internationalen Schriftsteller-Projekts zugelassen, offenbarte Pardo die wahre Position der Extremisten zu der Frage, ob dieser US-Amerikaner aus seinem Gefängnis in Havanna herausgeholt und nach Hause gebracht werden soll. 
Herr Pardo hat noch Schlimmeres über Gross gesagt, aber vor nur sechs Monaten hatte er an der John Hopkins Universität über den Fall mit einem Mitgefühl gesprochen, wie man es für ein Kätzchen aufbringt: 
„Während ich hier spreche, befindet sich seit Dezember 2009 ein von der USAID angestellter US-Bürger, Alan Gross, als Geisel in einem kubanischen Gefängnis, wo er, unter anderem der Spionage angeklagt, ​​eine 15-jährige Haftstrafe verbüßt. Da er Jude ist, hatte er nur der kubanischen jüdischen Gemeinde geholfen, Zugang zum Internet zu bekommen ...“ 
Wie man sieht, ist es Prominenten wie Herrn Pardo, die die US-Sanktionen gegen Kuba unterstützen, recht, Alan Gross genau dort zu lassen, wo er ist. 
Seine Gefangenschaft ist das größte Hindernis dafür, dass das Weiße Haus und der Kongress große Veränderungen in ihrer Politik gegenüber Kuba vornehmen, während seine religiöse Identität und der Zweck seiner Mission in Kuba, falsch dargestellt, sich auf perfekte Weise gegen Kuba benutzen lassen, solange er seine 15-jährige Haftstrafe in Havanna absitzt. 
Deshalb bestehen sie Monat für Monat, Jahr für Jahr darauf, dass es für die USA nur einen richtigen Weg gibt, die Freiheit von Gross zu suchen; dass Kubas Regierung ihn bedingungslos freilassen soll, wozu Kuba, wie es Monat für Monat, Jahr für Jahr gezeigt hat, einfach nicht bereit ist. 
Die „Logik“ seines Falles, wie er sie ausgedrückt, ist wie folgt. 
Erstens sei, wie Senator Rubio sagt, Alan Gross „von Anfang an zu Unrecht inhaftiert“ worden. 
Zweitens sei der einzig richtige Weg, seine Freiheit zu garantieren, dass die Regierung – wie die Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen im Stile Pardos twitterte – „keine Kompromisse“ mache.
Drittens, es sei denn, die kubanische Regierung ließe Alan Gross bedingungslos frei, „sollten die USA mehr Strafmaßnahmen gegen das Castro-Regime ergreifen“, wie Senator Rubio sagt.
In aller Fairness, diese Aussagen spiegeln die öffentliche Haltung der Obama-Administration wider. 
Außenminister John Kerry ist nicht der einzige US-Beamte, der eine Botschaft sendet, wie er es in seiner Aussage vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten tat: „Alan Gross ist zu Unrecht eingesperrt ... Wir werden ihn nicht austauschen ...“ 
Deshalb hatte der Leitartikel der New York Times mit seinen überzeugenden Argumenten zugunsten des Austausches  zu diesem Zeitpunkt so große Wirkung und verursachte auch die Reaktion „Soll er verrotten“ des Bloggers. 
Was hat Alan Gross wirklich in Kuba getan? Der Leitartikel drückt aus, dass er sich einer „geheimen pro-demokratischen“ Initiative widmete, was nach kubanischem Recht illegal ist. 
„Unter der Leitung der Firma Development Alternatives Inc., die einen Vertrag mit der US-Agentur für Internationale Entwicklung hatte, reiste Herr Gross, sich als Tourist ausgebend, im Jahr 2009 fünf Mal nach Havanna, um Kommunikationsgeräte ins Land zu schmuggeln.“ 
Wenn die Kubaner ihn nicht bedingungslos freilassen wollen, was können die USA tun? Wieder sagt der Leitartikel: 
„Es gibt nur eine Möglichkeit, Herrn Gross aus einer bereits komplizierten Situation herauszuholen. Die Obama-Administration sollte ihn gegen die drei verurteilten Kubaner austauschen, die mehr als 16 Jahre Haft in Bundesgefängnissen verbüßt haben.“ 
Was kann mit einem Austausch noch erreicht werden? 
„ ... Er könnte den Weg zur formellen Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen ebnen, was die Vereinigten Staaten in die Position versetzen würde, durch die Ausweitung des Handels, der Reisemöglichkeiten und durch mehr Kontakt zwischen Amerikanern und Kubanern positive Veränderungen in Kuba anregen zu können. Das Nicht-Handeln würde einen 50-Jahre-Zyklus des Misstrauens und der Sabotage durch beide Parteien aufrecht erhalten.“ 
Anstatt jedoch zu Gunsten der Beendigung des Konflikts einzutreten, fleht Pardo, wie andere auch, dass Alan in Havanna bleiben und  im Gefängnis „verrotten“ möge, und  genau darum tut die Times das Richtige, indem sie Präsident Obama zum Handeln aufruft. 
Wir müssen den Hut vor Phil Peters ziehen, der einen ausgezeichneten Kommentar zum Editorial der Times schrieb und den Kommentar von Pardo einschloss, den dieser bereits entfernt hat. Vielleicht denken Sie, er schäme sich, weil er das Wesen seiner Strategie offenbart hat oder für die sinnlose Art seines Kommentars. Überdenken Sie es nochmal und stellen Sie sich die Frage, warum er diesen Twitter-Eintrag dort gelassen hat, wo er ist: „Alan Gross wird von Kuba nach Afrika gebracht werden, um Ebola zu bekämpfen: Wenn er überlebt, wird er frei sein. Wenn er stirbt, wird ihn die USAID in die USA holen. — Orlando Luis Pardo, 3. November 2014.
(Entnommen aus Cubadebate, Artikel aus The Huffington Post, ins Spanische übersetzt von Progreso Semanal)
 

Foto:

Yoani Sánchez und Orlando Luis Pardo Lazo, zusammen mit den Senatoren Bob Menéndez (NJ) und Marco Rubio (Florida)

 

                                                                                                  ARTIKEL DRUCKEN


Generaldirektor: Lázaro Barredo Medina. Chefredakteur:  Gustavo Becerra Estorino
Hosting:
Teledatos-Cubaweb. Havanna
Granma Internacional Digital:
http://www.granma.cu/

E-mail  | Index | Español | Inglés | Francés | Portugués | Italiano | Themen
© Copyright. 1996-2012. Alle Rechte vorbehalten. GRANMA INTERNACIONAL. Kuba

UP

Granma
Internacional Deutsche Ausgabe