Zwangsaufenthalt
Gerardos in einer Strafzelle wird aufgedeckt
• Trotz festgestellter
gesundheitlicher Schwierigkeiten wurde er erneut ins
Loch gesperrt Mehr als drei Monate ohne medizinische
Betreuung
Lino Lubén Pérez
Ricardo Alarcón, Präsident der
Nationalversammlung der Poder Popular, deckte die
Zwangssituation auf, der Gerardo Hernández Nordelo,
einer der fünf kubanischen Antiterroristen, die
widerrechtlich in den USA gefangen gehalten werden,
zum wiederholten Male unterworfen ist.
"Hernández Nordelo befindet sich seit dem
vergangenen 21. Juli wieder im Loch und die
Bemühungen Kubas, um Kontakt zu den
Gefängnisbehörden und zum State Department im
Interesse der Klärung der Situation aufzunehmen,
sind erfolglos geblieben", sagte Alarcón in
Presseerklärungen im Palast der Konventionen von
Havanna.
Alarcón bewertete den Umstand als sehr ernst, da
sich Gerardo in einer sehr kleinen Zelle befindet,
von nur zwei mal einem Meter, die er mit einem
anderen Gefangenen teilt, und wo es fast keine
Belüftung gibt, nur ein kleines Luftloch, das sich
weit oben in einer Wand befindet.
"Der Regierung der USA ist bekannt, dass Gerardo
körperliche Beschwerden hat, wegen derer er seit dem
vergangenen Monat April gefordert hatte, von den
Ärzten untersucht zu werden, die ihm endlich am
20.Juli eine Konsultation gaben, bei der Probleme
diagnostiziert wurden, die einer Behandlung
bedürfen."
"Scheinbar handelt es sich um ein Problem mit
einer Bakterie, die nach Angaben des Arztes unter
den Gefängnisinsassen umgehtund die sogar einige
schwere Fälle verursachte, und wir wissen nicht, ob
das bei Gerardo der Fall ist, da man bei ihm keine
Analysen vorgenommen hat, obwohl man ihn am Tag nach
der Konsultation ins Loch steckte."
Er fügte hinzu, dass "Gerardo auch Veränderungen
im Blutdruck aufweist, was verständlich ist, denn
unabhängig davon, dass er ein junger Mann von nur 45
Jahren ist, befindet er sich seit fast 12 Jahren
unter sehr schwierigen Bedingungen in Haft, die er
standhaft erträgt."
"Wir sind um seine Gesundheit besorgt—und vor
allem wegen des Fehlens einer fachärztlichen
Behandlung—, die durch das Loch verschlimmert wird,
weil die Umgebungstemperatur im Gefängnis 35 Grad
Celsius übersteigt", warnte er.
"Dies ist eine sehr ernste Situation, die wir
anzeigen. Wir verfolgen die Ereignisse, die
hoffentlich sofort oder morgen enden. Wir bemühen
uns mit allen Mitteln und haben Kontakt zu seinen
Anwälten aufgenommen, aber wenn es keine Definition
gibt, muss die Nationalversammlung handeln",
bedeutete er.
"Seitdem wir inoffiziell davon wissen, haben wir
uns bei den US-amerikanischen Behörden beschwert und
keine erklärende Antwort zu den Geschehnissen
erhalten, warum er bestraft worden ist", brachte er
zum Ausdruck.
"Kürzlich besuchte ihn seine Schwester Isabel und
fand die Bedingungen bestätigt, unter denen er sich
befindet, denn er kam mit Ketten an Händen und Füßen
zum Besuch und sie sprachen per Telefon durch eine
Glaswand, eine Bedingung, die den bestraften
Gefangenen aufgezwungen wird", brachte Alarcón in
Erinnerung.
"Wir haben keinerlei Erklärung und es erregt
unsere Aufmerksamkeit, dass Gerardo von mehreren
Offizieren des Federal Bureau of Investigation
zitiert wurde, die ins Gefängnis kamen und an seiner
Verbannung ins Loch teilnahmen. Offenbar handelt es
sich nicht um eine reine Aktion des Gefängnisses",
sagte er.
"Kurios ist, dass es bereits das dritte Mal in
diesem Prozess der ungerechten Inhaftierung unserer
Fünf Helden ist, dass Gerardo in Zeiten des
Berufungsverfahrens ins Loch geführt wird.
Er müsste mit seinen Anwälten an der Begründung
seines Hábeas Corpus arbeiten, und das weiß die US-Regierung",
stellte der Präsident des kubanischen Parlaments
fest.
"Gegenwärtig kann Gerardo keinen Kontakt zu
seinen Anwälten haben, noch Korrespondenz erhalten
und nicht einmal telefonieren, er ist komplett
abgeschieden und dies darüber hinaus unter
gesundheitlichen Bedingungen, die seine Integrität
gefährden, welche vollkommen der Verantwortung der
Regierung der Vereinigten Staaten unterliegt",
bedeutete er.
Alarcón machte seine Aussagen gegenüber
Vertretern der Presse des Landes, die zur V.
Ordentlichen Sitzungsperiode der Nationalversammlung
des Poder Popular akkreditiert sind, deren 12
Arbeitsausschüsse heute ihre Beratungen fortsetzen.
(AIN)