Kubanische
Gesundheitshelfer beenden die Montage eines
wichtigen Cholera-Heilzentrums
Juan Diego Nusa
Peñalver
DIE kubanische Medizinbrigade montierte in Haiti
in Rekordzeit ein Cholera-Zeltkrankenhaus mit 100
Betten in dem bevölkerten Hauptstadtvorort Carrefour
(Kafou auf Kreolisch) mit mehr als 400.000
Einwohnern, der an einem Berg ca. 20 Kilómeter von
Port-au-Prince entfernt liegt.
In dem neuen Heilzentrum, das aus sieben Arealen
zur integralen Behandlung von Cholerpatienten
besteht, sind 32 kubanische Gesundheitshelfer tätig.
Betrachtet als das südliche Eingangstor zur
Hauptstadt, richtete die Brigadeleitung das
Medizinische Zentrum in diesem Gebiet ein, weil die
Choleraepidemie aufgrund der Konzentration einer der
ärmsten Bevölkerungsgruppen des Landes, die in
unzumutbaren hygienischen Umweltbedingungen lebt,
von hier aus stark um sich greifen könnte.
Hier in Kafou, was auf Kreolisch Kreuzweg
bedeutet, verursachte das Epizentrum des schweren
Erdbebens von 7,0 Grad auf der Richterskala, das
Haiti am 12. Januar 2010 heimsuchte, enorme Schäden
in der Infrastruktur, besonders an den Wohnungen,
und ließ die Abwasserentsorgung und Müllabfuhr
kollapsieren.
Einige der verarmten Bewohner erzählen, dass sie
früher stoisch die Schrecken der traurig berühmten
Tonton Macoutes (paramilitärische Truppen) ertragen
mussten, die Ausschreitungen der tyrannischen Papa-
und Baby- Doc-Duvalier-Dynastie; Erdbeben, Hurrikans,
und jetzt der Cholera ausgesetzt sind, von der es
schon Fälle gibt.
Mit Carrefour betreut die Brigade 38
Choleraheilstätten. Teils sind es angepasste
Einrichtungen, teils neue Zentren, in denen bisher
34.309 Patienten behandelt wurden, davon 11.181
Kinder unter 15 Jahren. Dank der kubanischen
Gesundheitshelfer, die sich nicht einen Augenblick
von ihren Kranken trennen und alles tun, um ihnen
das Leben zu retten, liegt die Sterberate bei 0,75
%.
Von den 20 Cholera-Heilzentren, die Kuba in Haiti
einzurichten vorhat, arbeiten bereits die in
Mirebalais, Hinche, Saut d'Eau, L'Estere, Plateau,
Plaine du Nord, Belladere, Plaissance und jetzt
Carrefour. Vorgesehen sind weitere elf dieser Art.
Das hatianische Ministerium für Gesundheit und
Bevölkerung meldete bis heute mehr als 97.595
Cholerakranke, von denen 2.193 starben, bei einer
Sterberate von 2,3 %.
WEITERE HENRY-REEVE-GRUPPEN EINGETROFFEN
Auf dem Internationalen Flugplatz Toussaint
Louverture, in Port-au-Prince, traf inzwischen die
dritte Gruppe von 56 Mitgliedern des Internationalen
Fachärztekontingents für Katastrophensituationen und
Schwere Epidemien "Henry Reeve" ein. Die kubanische
Regierung ist die Verpflichtung eingegangen, zur
Unterstützung der haitianischen Behörden bei der
Bekämpfung der Epidemie 300 Helfer zusätzlich zu
entsenden.
Damit stieg die Zahl in ganz Haiti auf insgesamt
1.063 Helfer an.
TEAMARBEIT IN THOMAZEU
Die Philosophie von der Einheit, um einen so
mächtigen Feind wie die Cholera zu besiegen, ist
eine der Stützen bei der Arbeit der kubanischen
Gesundheitshelfer im Bezugskrankenhaus der Gemeinde
Thomazeu, in der Westprovinz, gewesen. Mit dieser
Devise war es möglich, dass nach einem Monat Kampf
gegen die gefährliche Krankheit keine weiteren
Patienten starben, obwohl bereits mehr als 400
Choleraerkranke behandelt worden waren.
Das bestätigt die Chefin der Krankenpfleger des
Kollektivs, Miriam Alemán, aus Santiago de Cuba:
"Eine gute Krankenschwester muss viel, wirklich
viel menschliche Solidarität und Nächstenliebe
mitbringen."
Bei ihrer mehr als 40jährigen Berufserfahrung hat
sich Miriam diese Fähigkeit bewahrt. Sie bewies dies
in Haiti während ihres ersten Einsatzes von 2004 bis
2006, dann als sie im Februar 2010 mit der Henry-Reeve-Brigade
gekommen war, um den Bebenopfern zu helfen, und
jetzt wieder, um sich der Cholera entgegenzustellen.