Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

U N S E R - A M E R I K A

Havanna, 24. Januar 2011

 

Haiti ist eine Schande für die Welt

Juan Diego Nusa Peñalver, Sonderkorrespondent

Die bloße Erwähnung von Haiti schwört Bilder der Zerstörung, des Elends, der Krankheiten, des Todes, der Hölle selbst herauf. Wenn es aber um die Insel La Gonave geht, die zu dieser karibischen Brudernation gehört, gibt es keine ausreichenden Bezeichnungen, um die erschreckende Armut zu beschreiben, in der ihre Bevölkerung lebt, die vollkommen ihrem Schicksal überlassen ist und nun von der Cholera gepeinigt wird.


Die Krankenpfleger Pedro Vladimir Caleiro (links) und Alejandro Fores Arafet (rechts), wenden die parenterale Rehydrierung an, die das Leben von Angela Morris rettete, die sich mit Cholera angesteckt hatte.

Westlich von Port-au-Prince im Golf von Gonave gelegen, zeigt es sich den Augen der Fremden als ödes, unfruchtbares und trockenes Land, das die landwirtschaftliche Bearbeitung behindert und wo das Trinkwasser so extrem knapp ist, dass es mit menschlichem Leben unvereinbar ist.

In diesem gemarterten Teil von Haiti sparen die kubanischen Ärzte jedoch keine Stunde, nicht nur, um die gefürchtete Epidemie zu bekämpfen, sondern alle Krankheiten, auf die sie seit der Eröffnung des Behandlungszentrums Mitte Januar gegen die Cholera stoßen. Nachdem wir in der staubigen Distrikthauptstadt von Anse á Gales landeten, kamen wir in den Aktionsradius der kubanischen Ärztebrigade: die Siedlungen von Gros Mangle, La Source und Pointe des Lataniers, mit etwa 12.000 Einwohnern. Über holprige Wege aus Kalkstein und voller Quecken "schlugen sie sich einen Weg " in nördliche Richtung immer an der Küste entlang, mit dem Meer zur Rechten und den Bergen zur Linken.

Dort herrscht die Verzweiflung vor dem Unglück in armseeligen Behausungen aus getrockneten Mangrovenwurzeln, Stein oder Lehm, mit Lehmböden und ohne Latrinen.

Der aus Holguín stammende Manuel de Jesús Pérez, Krankenpfleger mit Hochschulabschluss und Leiter der kubanischen Ärztebrigade in La Gonave, kommentiert, dass in diesen abgeschiedenen Siedlungen Infektionen der Haut, Darm-Parasiten, Hernien und große Tumore, Augenprobleme, Malaria und Typhus vorherrschen, sowie Bluthochdruck, der durch den Verbrauch von Salzwasser hervorgerufen wird. Dort war ich Zeuge von verzweifelten Blicken der Männer, Frauen, Kinder und Greise, die barfuß waren und fast keine Kleidung hatten, aber auch vom Ausdruck der Erleichterung, wenn unsere Ärzte ihre "Schmerzen" behandelten.

Manuel sagt: "Haiti ist eine Schande für die Welt im 21. Jahrhundert. Viele dieser Menschen erkranken und sterben, ohne zu wissen, woran, während das in vielen Fällen zu verhindern ist".

Ein Segen

In diesen Siedlungen, die von rudimentärem Fischfang und der Herstellung von Holzkohle leben, sowohl für ihren eigenen Bedarf als auch, um sich ein paar Gourdes zu verdienen (haitianisches Geld), ist die Anwesenheit der kubanischen Ärzte eine Wohltat, für die sie sehr dankbar sind, wie ein Blick in ihre Augen bestätigt.

Im Behandlungszentrum gegen die Cholera von La Source, das sich 40 km von Anse á Gales befindet und 30 Betten umfasst, erzählt der Krankenpfleger Alejandro Fores Arafet aus Holguín sichtbar bewegt, wie er der vierjährigen Bagosya Eglais das Leben rettete, einem kleinen Mädchen, das sich mit Cholera angesteckt hatte, und bei der unglaublicherweise eine Osteoclysis (Zuführung von Flüssigkeit über die Knochen) im oberen Drittel des linken Schienbeins zum Erfolg führte, da ihre Venen bereits zusammengebrochen waren.

Oder die glückliche Geschichte der Doktorin Fivelis Rodríguez Jova, aus Villa Clara und mit internationalistischer Erfahrung in Pakistan und Bolivien, die zusammen mit Fores Arafet und dem Krankenpfleger Pedro Vladimir Caleiro Vera, aus Villa Clara, die jungen Ángela Morris, Eltier Delega und Likne Wilse gesund pflegten, welche nun, nach dem gewaltigen "Schrecken", den sie durch die fürchterliche Krankheit erlitten, verstehen, warum es notwendig ist, sich die Hände zu waschen, die Nahrung gut zu kochen, und dem Trinkwasser Chlor zuzusetzen.

Manuel erläutert, dass sie in den neun Tagen seit der Eröffnung dieses ersten aus Zelten bestehenden Feldkrankenhauses in dieser Gegend 19 Einwohner aus den Fängen der Cholera entreißen konnten.

"Wegen des hohen Bedarfs waren wir gezwungen, außerhalb des Behandlungsbereiches gegen Cholera ein weiteres Zelt für ärztliche Sprechstunden aufzustellen. Bisher haben wir bereits mehr als 1.750 Menschen mit anderen Krankheiten behandelt, denen wir die aus Spenden stammenden Medikamente, die uns geschickt werden, gratis geben", stellt er fest.
 

                                                                                                  ARTIKEL DRUCKEN


Generaldirektor: Lázaro Barredo Medina. Chefredakteur: Oscar Sánchez Serra.
Hosting:
Teledatos-Cubaweb. Havanna
Granma Internacional Digital:
http://www.granma.cu/

E-mail  | Index | Español | Inglés | Francés | Portugués | Italiano | Themen
© Copyright. 1996-2011. Alle Rechte vorbehalten. GRANMA INTERNACIONAL. Kuba

UP

Granma
Internacional Deutsche Ausgabe