Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

U N S E R - A M E R I K A

Havanna, 1. Dezember   2011

 

Kuba bleibt an der Seite des haitianischen Volkes

Juan Diego Nusa Peñalver

PORT-AU-PRINCE. - Auf die kleine Ortschaft Meye, einige Kilometer von der bevölkerungsreichen Stadt Mirebalais, im Département Centre, entfernt, gäbe es keinen Hinweis in der Geschichte des leidenden Haitis, wären nicht in diesem ärmlichen Ort mit wenigen Hundert Einwohnern am 15. Oktober 2010 die ersten Fälle der schweren Cholera-Epidemie registriert worden, einer in diesem Land seit einem Jahrhundert unbekannten Krankheit.

Meye befindet sich auch ganz in der Nähe eines Stützpunktes von Soldaten aus Nepal (wo Cholera auftritt), Mitgliedern der UN-Mission für die Stabilisierung von Haiti (MINUSTAH). Der anerkannte französische Epidemiologe Renaud Piarroux hat nach einer Untersuchung diesem Stützpunkt die Verantwortung für die Einschleppung der schrecklichen Krankheit zugeschrieben, ausgehend vom Ausleeren von Fäkalien der Militärs in die turbulenten Gewässer des Flusses Artibonite, der von den Anwohnern für den täglichen Gebrauch genutzt wird. Es wurde festgestellt, dass der in Haiti vorkommende Cholera-Erreger der Vibrio 01, Biotyp El Tor, Serotyp Ogawa ist.

Der damalige haitianische Präsident, René Preval, bestätigte am 21. Oktober die Existenz der tödlichen Epidemie in seinem Land, das durch das schwere Erdbeben vom 12. Januar desselben Jahres verwüstet war.

Die Krankheit betraf mit besonderer Heftigkeit die Departements Centre und Artibonite und breitete sich schnell auf das ganze Land aus. Bei der Bekämpfung der Krankheit war das medizinische Personal unserer Ärztebrigade an vielen Orten präsent. Sie betreute in den Momenten des stärksten Auftretens der Krankheit 46 % der registrierten Fälle.

Dr. Daniel Acosta González, aus Santiago de Cuba, Facharzt ersten Grades für allgemeine Chirurgie, Mitglied unserer medizinischen Brigade und einer der Ersten, die den mit dem Cholerabakterium angesteckten Patienten in dem Gemeindekrankenhaus von Mirebalais zu Hilfe kamen, ruft für Granma jene furchtbaren ersten Tage der Ungewissheit ins Gedächtnis zurück.

„An jenem 15. Oktober begannen Patienten in einem sehr schlechten Zustand einzutreffen; dehydriert, mit starkem Durchfall und Erbrechen, und einer von ihnen, eine Frau, starb innerhalb von wenigen Minuten", beschreibt Acosta.

Er erzählt, dass in das Krankenhaus ganze Familien kamen, die sich angesteckt hatten. Auf Anweisungen der Leitung unserer Medizinischen Mission in Haiti wurden die Maßnahmen zur Isolierung der Fälle getroffen. „Wir richteten auf der Notversorgungsebene die minimalen Bedingungen ein, um rund um die Uhr die über hundert Fälle behandeln zu können, die wir damals täglich erhielten", erinnert er sich.

Die kubanische Ärztebrigade, bestehend aus Kubanern, Lateinamerikanern, Haitianern und Ärzten aus anderen Ländern, die in der Lateinamerikanischen Medizinschule (ELAM) in Havanna ausgebildet wurden, leisteten dann in den Gruppen der aktiven Suche eine intensive vorbeugende, erzieherische Arbeit, wobei sie immer von Fidel ermutigt wurden, der die Evolution der Epidemie Schritt für Schritt verfolgte.

Heute ist das Panorama anders. Ein Beispiel ist das Departement Centre selbst, wo die kubanische Ärztebrigade die meisten Kranken betreut hatte (21.004 Fälle), denn während unsere Ärzte und Pfleger in den Monaten der größten Ansteckung 6.283 Kranke im Dezember, 4.137 im November und 3.663 im Januar betreut hatten, konnte die Zahl auf weniger als ein Dutzend im August und September dieses Jahres reduziert werden.

Die gegenwärtig schwierigste Situation liegt im Departement Sur vor, wo es seit September ständig starke Niederschläge gibt, ein Nährboden für die Verbreitung der Krankheit. Unsere Brigade hat dort ihre Arbeit verstärkt, besonders die Einsätze unserer Gruppen der aktiven Suche, um die Übertragungskette zu brechen. Sie bekämpft die Epidemie weiterhin, indem sie das Niveau der sanitären Bildung der haitianischen Bevölkerung erhöht, damit sie durch gesunde Verhaltensgewohnheiten die Krankheit vermeiden kann. Die Gruppen suchen die Bevölkerung direkt auf, um die Kranken rechtzeitig zu diagnostizieren und zu verhindern, dass sie sterben. Das heißt, die Wachsamkeit gegenüber einem mächtigen Feind wird beibehalten, während sich die meisten Nichtregierungsorganisationen und andere Länder aus diesem armen Land zurückgezogen haben.

Unsere Ärztebrigade hat bisher 76.163 Patienten betreut, 30,1 % davon Kinder unter 15 Jahren. Es wurden insgesamt 44 Stützpunkte und 23 Zentren der Cholera-Behandlung eingerichtet, von denen noch 33 Behandlungs-Stützpunkte und 2 Zentren in Betrieb sind.

Die Sterberate der Krankheit belief sich insgesamt auf 0,36 %.

Die 50 Gruppen der aktiven Suche haben 3.201.152 Menschen aufgesucht, unter denen sie 5.513 Cholera-Kranke fanden.

Die kubanische Ärztebrigade hatte im kritischsten Stadion der Epidemie in Haiti 1.349 Mitarbeiter, darunter 510 Mitglieder der internationalen Kontingents von Fachärzten für Katastrophensituationen und schwere Epidemien „Henry Reeve", einschließlich Absolventen der Lateinamerikanischen Medizinschule (ELAM) in Havanna aus 22 Ländern Lateinamerikas und Afrikas sowie den Vereinigten Staaten.

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