Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

U N S E R - A M E R I K A

Havanna, 12. Juli 2011

 

AUS Haiti
Damit es im Kampf gegen die Cholera keinen Rückschlag gibt

Juan Diego Nusa Peñalver, SONDERKORRESPONDENT
jdn@granma.cip.cu

Auch wenn die Arbeitstage sehr intensiv sind, gibt unsere Ärztebrigade in Haiti der Cholera keine Chance, denn bei der Kontrolle der Epidemie darf es in dieser verarmten Nation keinen Rückschlag geben.

Eine Gruppe der Aktiven Suche der kubanischen Ärztebrigade übergibt den Einwohnern von Carrefour Chlortabletten, um das Wasser trinkbar zu machen
Eine Gruppe der Aktiven Suche der
kubanischen Ärztebrigade übergibt den
Einwohnern von Carrefour Chlortabletten,
 um das Wasser trinkbar zu machen

Vor eine komplizierte epidemiologische Situation gestellt, intensivieren unsere Gesundheitsbrigaden die Arbeit der Gruppen, die aktiv nach Kranken suchen. Haus für Haus wird besucht und es wird eine strikte Kontrolle über die Herde der gefährlichen Epidemie ausgeübt, vor allem in den Familien mit Cholerakranken.

Es wird erläutert, wie dem Übel beizukommen ist und angesichts der jähen Zunahme akuter Durchfallerkrankungen (in der Regenzeit ein sehr häufiges Leiden) werden Medikamente gegen Parasiten verteilt.

Die Leitung unserer Medizinischen Brigade und ihre Epidemiologen stimmen darin überein, dass seit der letzten Januarwoche dieses Jahres die Choleraepidemie begann, zurückzugehen und in der zweiten Hälfte des Monats April in die Phase einer Endemie überging. Ebenso weisen sie darauf hin, dass die neu auftretenden Fälle darauf zurückzuführen sind, dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung nicht garantiert ist, was noch verschlechtert wird durch die unhygienischen Bedingungen, die in diesem leidgeprüften Land überwiegen.

Unser Ärztepersonal hat seit dem Beginn der Epidemie im Oktober des vergangenen Jahres bis zur Gegenwart fast 75.000 Menschen behandelt, mit einer äußerst niedrigen Sterblichkeitsrate von 0,36 %, während im Verlaufe der letzten 154 Tage keine Sterbefälle aus diesem Grund zu bedauern waren.

Granma war Zeuge dieser Anstrengung während eines Tages der aktiven Suche unserer Gesundheitshelfer in der Kommune von Carrefour am südlichen Stadtrand von Port –au - Prince, einem der Armutsringe mit sehr schlechten hygienischen und Umweltbedingungen, der in dieser heimgesuchten Großstadt übervölkert ist.

Seine mehr als 465.000 Einwohner vegetieren dahin an einem Abhang der vielen Hügel, die die Hauptstadt umringen. Hier wurde besonders in den Ortschaften von Bizoton, Mariano, Wayu, Waney und San Roque "nachgeforscht" und "vor Ort" festgestellt, dass es in diesem Gebiet der Hauptstadt keine aktiven Choleraausbrüche gibt, sondern eine Überdiagnose, die alle akuten Durchfallerkrankungen mit dem Leiden verwechselt, das von dem Choleraerreger verursacht wird.

BEI DER JUNGEN MANUELA

Seit mehreren Tagen gab es keine Ruhe im Haus von Manuela Vareus, in Bizoton 53, denn ihre Mutter Marie Denise Hippolyte und deren Enkelin Jennifer Dessir hatten ständigen Durchfall und befürchteten das Schlimmste. Es gab niemanden, der ihnen helfen konnte.

So war es eine große Überraschung für Manuela, die arbeitslos und 19 Jahre alt ist, zu sehen, dass an ihre Tür eine Gruppe der aktiven Suche unserer Brigade klopfte, um zu erfahren, ob jemand aus der Familie mit der schrecklichen Krankheit angesteckt war.

Ihre Befürchtungen verflogen sich nach der zuverlässigen Diagnose, die am Ende der Untersuchung von Madam Marie und der Pitit Jennifer gestellt wurde. Sie litten nur an einer akuten Durchfallerkrankung, es war keine Cholera. Sie erhielten das entsprechende Medikament gegen Parasiten, Chlortabletten, orale Rehydratationslösung und genaue medizinische und hygienische Anweisungen.

Die Ärztinnen Naidelis Milian aus Santiago de Cuba, Yamila Suárez aus Granma und Marlen Ferreiro aus Las Tunas zerstreuten gemeinsam mit der Krankenschwester Blasa Guevara aus Guantanamo die Zweifel und erklärten ihnen im Detail die zu treffenden Maßnahmen, um eine mögliche Ansteckung mit dem gefährlichen Übel zu verhindern sowie die Behandlung einer akuten Durchfallerkrankung.

Manuela, nun ruhiger und lächelnd, sagt gegenüber Granma, dass in ihr Haus noch niemals ein Arzt gekommen ist. "Wir haben kein Geld, um einen Arzt zu bezahlen. Ich bin wie alle meine Nachbarn sehr froh über eure Anwesenheit hier. Wir können nur sagen, vielen Dank, Kuba", beteuert unsere Gesprächapartnerin, die wie viele Haitianer Spanisch spricht.

Die Gruppen der aktiven Suche besuchten an diesem Tag in Carrefour mehr als 10.000 Einwohner und fanden nicht einen einzigen Fall mit Cholera.

Es darf keinen Rückschlag im Kampf gegen die Krankheit geben.
 

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