GENF,
23. Januar.— Die UNO-Beauftragte für Menschenrechte
sagte am Montag, dass die US-Regierung das
Gefangenenlager des illegalen Militärstützpunktes
Guantánamo schließen müsse, wie es Präsident Barack
Obama vor einem Jahr versprochen hatte, teilte AP
mit.
„Die Installation existiert weiterhin und es gibt
Individuen, die weiterhin willkürlich in Haft sind –
auf unbestimmte Zeit -, in einer klaren Verletzung
des internationalen Rechts", erklärte Navi Pillay.
Pillay äußerte, sehr enttäuscht darüber zu sein,
dass die US-Regierung, statt die Einrichtung zu
schließen, „ein System willkürlicher Festnahmen
erweitert hat".
Sie betonte, dass es ihr Sorgen bereite, „dass
sie keine Rechenschaft abgelegt hätten zu den
schweren Verletzungen der Menschenrechte,
einschließlich der Folter".
Die Hohe Kommissarin rief den Kongress auf, „Maßnahmen
zu ergreifen, die der US-Regierung erlauben, das
Gefangenenlager zu schließen". In diesem Sinne
verwies sie darauf, dass Washington das
internationale Gesetz verletze, denn niemand dürfe
an einen Ort geschickt werden, wo er gefoltert
werden könnte, berichtet Telesur.
„Vor 10 Jahren hat die US-Regierung das Gefängnis
von Guantánamo eröffnet und drei Jahre sind
vergangen, seitdem Präsident Barack Obama seine
Schließung innerhalb von zwölf Monaten angeordnet
hat, aber die Einrichtung existiert weiterhin und es
gibt Individuen, die weiterhin willkürlich und auf
unbestimmte Zeit festgehalten werden", verurteilte
sie.
Pillay sagte, dass die Dinge nach dem Versprechen
nicht besser geworden seien. Sie hätten sich mit der
Annahme des Vollmacht-Gesetzes der
Nationalverteidigung im Dezember noch verschlechtert.
Dieses Gesetz „reguliert auf effektive Weise die
Militärfestnahmen ohne Anklagen und Prozess. Dieses
Gesetz handelt einigen Grundpfeilern der Justiz und
der Menschenrechte zuwider, wie dem Recht auf einen
fairen Prozess und dem Recht, nicht willkürlich
festgenommen zu werden", äußerte die UNO-Beauftragte.