Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

I N T E R N A T I O N A L E S

Havanna, 4. Mai 2012

 

Unverändert feindliche Politik
gegen Kuba

Manuel E. Yepe

Obwohl alle Meinungsumfragen ergeben, dass die Mehrheit der US-Bürger mit der offiziellen Politik ihres Landes gegenüber Kuba nicht einverstanden ist, gehen auch die größten Verfechter der Normalisierung der Beziehungen zur benachbarten Insel oft von fehlerhaften - oder zumindest ungenauen - Konzepten aus, was die Ursachen und die verwerflichsten Aspekte dieser Politik angeht.

Das verbreitetste dieser Konzepte ist, dass der feindliche Verlauf der Beziehungen zu dem kleinen Nachbarland wegen des politischen Drucks, den die kubanischstämmige Einwanderung in Florida ausübt, und deren Unterstützung sie in Zeiten von Präsidentschaftswahlen unantastbar macht, nicht zu ändern sei.

Die kubanische Einwanderung ist jedoch nicht die zahlreichste in den USA, nicht einmal unter den Hispanos.

Auch die so genannte kubanische Lobby ist keine typische Druck ausübende Gruppe, da sie nicht, wie alle anderen im Kongress, einer ausländischen Regierung verpflichtet ist, die sie wie eine Filiale ihrer Botschaften dazu benutzt, die Außenpolitik Washingtons zu beeinflussen. Die kubanische Lobby wird von innen manipuliert als eine Interessengruppe, die sich gegen die Beziehungen zwischen den USA und Kuba richtet.

Die Verantwortung für das Bestehen und die „politische Macht" der so genannten kubanischen Lobby im Kongress wurzelt nicht wirklich in der Gemeinschaft der kubanischen Immigranten in Florida, sondern in einer Strategie der Vorherrschaft der ultrakonservativen Rechten der USA mit klar definierten politischen Zielen, die die Aufrechterhaltung der Spannungen an der Floridastraße einschließt.

Die US-amerikanische Gesetzgebung gewährt kubanischen Migranten - zu Werbezwecken und als ein Akt des Krieges gegen die Insel - solche Privilegien wie die automatische Aufnahme, Arbeitsvermittlung bei der Ankunft, wirtschaftliche Unterstützung und Privilegien im Prozess der Erteilung des Aufenthaltsstatus und dann der Staatsbürgerschaft; Vorteile, die Einwanderern aus anderen Ländern nicht geboten werden.

Viele der Kubaner, die in den ersten drei Jahren nach dem revolutionären Sieg auf der Insel in die USA kamen, wurden aufgrund ihrer Erfahrungen im Dienst der gestürzten Diktatur vom US-Geheimdienst für den Einsatz in aggressiven Aktionen gegen Kuba rekrutiert. Einige wirkten auch bei Aktionen des schmutzigen Krieges gegen die patriotischen Kräfte mit, die nach dem kubanischen Beispiel den Kampf gegen die Militärdiktaturen aufnahmen, die Washington in mehreren Ländern der Region errichtet hatte.

So wurde eine unkonventionelle spanisch sprechende Armee gebildet, die in der Lage war, die Beteiligung der USA an den konterrevolutionären Gewalttaten zu tarnen (wie bei der völkermörderischen Operation Condor), denen in unterschiedlichem Maße ganz Lateinamerika ausgesetzt war.

Die wirtschaftliche Stärke des „kubanischen Exils" erwuchs aus dem unrechtmäßig erworbenen Geld Kubas, das vor dem zu erwartenden Sturz des Diktators Fulgencio Batista in großen Mengen aus dem Land geschafft worden war, zu dem noch jenes hinzukam, das die Justizflüchtlinge, die mit dem Tyrannen geflohen waren, mitgebracht hatten.

Sie vergrößerte sich durch die finanzielle Unterstützung der CIA für Sabotagen auf der Insel und das Budget des State Department für die Schaffung von terroristischen Organisationen „Pro-Demokratisierung" von Kuba, die sich gelegentlich unter dem Schutz der CIA und unter Ausnutzung der Logistik und der Kommunikationsmittel, mit denen die Agentur sie ausgerüstet hatte, in den Drogenhandel einmischten.

Die reichlich bemessenen finanziellen Ressourcen für das Projekt verliehen diesem Verband von Söldnern gesellschaftliche Relevanz im Süden Floridas, wo sie von den Mainstream-Medien als „Kämpfer für Freiheit und Demokratie" dargestellt wurden. Andere Kubaner, die aus Angst vor den Auswirkungen der Blockade und angesichts der wachsenden militärischen Aggressivität der USA emigrierten, oder weil sie durch die Radikalisierung des revolutionären Prozesses direkt betroffen waren, schlossen sich den Bemühungen der USA an, die Kontrolle über die Insel wieder zu erlangen und die Ausbreitung ihres Beispiels zu verhindern.

Zwanzig Jahre später wurden viele dieser Menschen, reich gemacht und geschützt von der CIA und anderen Geheimdiensten, denen sie gedient hatten, in Politiker der USA verwandelt. Seitdem verbrachten sie ihre Zeit damit, Terrorismus gegen Kuba auf dem Gebiet der Politik der USA zu betreiben und ihre Positionen zu nutzen, um die Außenpolitik gegenüber Kuba zu untergraben, indem sie ihre aggressiven Agenden favorisierten.

Die Reagan-Regierung vollbrachte das Wunder, alle ihre Unterlagen reinzuwaschen, um sie auf allen Ebenen in politische Ämter zu bringen. Einige sind heute US-Kongressmitglieder, die der konservativen extremen Rechten der Vereinigten Staaten angehören und geschworene Feinde der Beziehungen zu unserem Land sind.

Das ist der Grund, aus dem die Ausschreitungen der „kubanischen Lobby" nicht den Kubanern zuzurechnen sind, sondern der in den USA geltenden Ordnung, die sich in jedem Moment ihrer entledigen könnte, so wie sie es sehr oft mit jenen gemacht hat, die ihnen nicht mehr nützlich sind.
 

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