Politische Gefangene des Imperiums MIAMI 5       

     

I N T E R N A T I O N A L E S

Havanna, 31. August 2011

 

Werden die USA die Argumente des kubanischen Antiterroristen erhören?

KUBA.— Die internationale Solidaritätsbewegung für die fünf kubanischen Antiterroristen, die in den USA gefangen sind, verfolgt wachsam den Verlauf der Habeas Corpus – Appellation von Gerardo Hernández, einem der Gefangenen.  Hernández, verurteilt zu zwei lebenslangen Freiheitsstrafen plus 15 Jahren und festgehalten im Hochsicherheitsgefängnis von Victorville, Kalifornien, reichte am 16. August in einem Gericht von Miami und vor der Richterin Joan Lenard, derselben, die sie alle im Jahr 2001 verurteilte, eine 65  Seiten umfassende Gegendarstellung ein, in die neue Argumente dieses Rechtsmittels eingeschlossen sind.


Gerardo Hernández Nordelo neben dem Schauspieler Danny Glover, als dieser ihn im Gefängnis besuchte

Die Gegendarstellung ist der Schritt, der auf die Antwort der Regierung der USA folgte, als die Verteidigung im Oktober 2010 dem Gerichtshof von Miami das Berufungsmemorandum überreichte.

Nun befinden sich unter den von seiner Rechtsvertretung vorgelegten Dokumenten drei Anhänge mit einer eidesstattlichen Erklärung des Anwalts Paul McKenna, in der dieser einräumt, in der Verteidigung Gerardos Fehler begangen zu haben.

Außerdem wird in weiteren zwei Texten ausführlich auf die Zahlung einer Viertelmillion Dollar an Journalisten der Pressemedien von Miami eingegangen, die den Auftrag erhalten hatten, die Angeklagten zu dämonisieren und von vornherein eine Schuldigsprechung zu erreichen.

Der normale Verlauf des Falles von Hernández Nordelo ist vom rechtlichen Standpunkt aus bereits abgeschlossen, aber es wurde an diese außerordentliche Verfahrensweise appelliert, eine Gelegenheit, die den Gefangenen ein einziges Mal gegeben wird, wenn alle Rechtsmittel ohne Erfolg blieben.

Ein Gefangener fordert grade dann Habeas Corpus an, wenn er der Meinung ist, dass seine Grundrechte, die in der Verfassung des Landes verankert sind, verletzt wurden, weshalb er sich an ein Gericht wendet, um das Urteil prüfen zu lassen.

Im vergangenen Monat April forderte die Staatsanwältin Caroline Heck Miller, die im Namen der Regierung der Vereinigten Staaten auftrat, das Gericht in Miami dazu auf, den Gerichtsprozess zurückzuweisen, der dem kubanischen Antiterroristen helfen würde.

Deshalb fasste Anfang August die Nationalversammlung der Volksmacht einen dringlichen Beschluss zur Unterstützung des Gefangenen, denn die nächsten Tage werden bezüglich des Habeas Corpus abschließend sein.

Wie auch in vorhergehenden Gelegenheiten wurden ihm wieder Hindernisse in den Weg gelegt, die noch zu seinen extrem schweren Haftbedingungen hinzu kommen.

So wurde zum Beispiel die Verbindung zu seinen Anwälten und zu den Funktionären des kubanischen Konsulats erschwert und der Zugang zu seiner Post eingeschränkt und verhindert, einschließlich derjenigen legalen Charakters, die mit dem Fall zu tun hat, unterstreicht der Beschluss der kubanischen Abgeordneten.

Deshalb forderte das kubanische Parlament, diese ungerechte und illegale Situation sofort zu beenden und bat um die Solidarität aller ehrlicher Menschen insbesondere für Gerardo Hernández, dem auch im Jahr 2009 keine Verkürzung des Urteils zugesprochen wurde, wie es im Fall von Ramón Labañino, Antonio Guerrero und Fernando González geschah.

Zu dieser willkürlichen Belastung kommt während dieser Jahre außerdem die Ablehnung hinzu, Besuche seiner Ehefrau Adriana Pérez zu erhalten.

„Wir sind außerordentlich besorgt, weil dieser Mann bereits seit 13 Jahren im Gefängnis ist, wie auch seine vier Brüder, und jetzt lassen sie auch noch ihre Wut an ihm aus, indem sie verhindern wollen, dass seine Argumente erhört werden“, sagte gegenüber Prensa Latina Graciela Ramírez, Koordinatorin des Internationalen Komitees für die Freiheit der Fünf.

WORIN BESTEHT DIE SORGE?

Die Forderung des Habeas Corpus von Hernández Nordelo begründet sich auf zwei Hauptfragen: Die der Rechtsbeugung, denn es ist belegt, dass Washington Journalisten aus Miami Geld zahlte, um den Cuban Five, wie diese Kämpfer weltweit benannt werden, zu schaden.

Und auf der anderen Seite geht es um seine absolute Unschuld am Abschuss von zwei Leichtflugzeugen am 24.Februar 1996, die der in Miami, Florida ansässigen terroristischen Organisation Brothers to the Rescue gehörten. Wegen dieses Vorfalls wurde Gerardo zu einer der beiden lebenslangen Haftstrafen verurteilt, die gegen ihn verhängt wurden.

Eines der Elemente, die dieses Rechtsmittel anstrebt, ist die an die Regierung der USA gerichtete Aufforderung, die Satellitenbilder ihrer Radare zu zeigen, wodurch geklärt werden könnte, woran Havanna festhält: Diese Leichtflugzeuge wurden über kubanischen Hoheitsgewässern abgeschossen.

Also handelte es sich um eine Antwort der legitimen Verteidigung der nationalen Souveränität. „Wovor fürchten sich also die Vereinigten Staaten, warum haben sie es in all den Jahren abgelehnt, diese Bilder zu zeigen?“, fragt die Koordinatorin des Solidaritätskomitees.

Vor einem Jahrzehnt, am 25. Mai 2001, gab das Weiße Haus zu, dass es über keine Beweise verfügte, um die Anklage wegen Konspiration zur Begehung eines Mordes gegen Gerardo aufrecht zu erhalten und bat darum, sie fallen zu lassen.

Diese Schlussfolgerung wurde in einem offiziellen Dokument der Regierung festgehalten, das den Titel „Notantrag eines Untersagungsbeschlusses an das Berufungsgericht“ trägt.

„Im Lichte der in diesem Verfahren vorgelegten Beweise ist dies ein unüberwindbares Hindernis für die USA in diesem Fall und wird wahrscheinlich zum Scheitern der Anklage in diesem Punkt führen,“ machte der Text geltend.

Das Gericht wies den Antrag ab und das Schwurgericht erklärte ihn in erstem Grad für schuldig an dem vermeintlichen Verbrechen. (PL)
 

                                                                                                  ARTIKEL DRUCKEN


Generaldirektor: Lázaro Barredo Medina. Chefredakteur: Oscar Sánchez Serra.
Hosting:
Teledatos-Cubaweb. Havanna
Granma Internacional Digital:
http://www.granma.cu/

E-mail  | Index | Español | Inglés | Francés | Portugués | Italiano | Themen
© Copyright. 1996-2011. Alle Rechte vorbehalten. GRANMA INTERNACIONAL. Kuba

UP

Granma
Internacional Deutsche Ausgabe