MIAMI,
24. Januar. — La Pupila Insomne
veröffentlichte gestern einen Artikel von Miguel
Fernández, einem in Miami ansässigen Journalisten,
in dem er auf das Auftreten von Reina Luisa Tamayo
vor der Kamera und den Mikrophonen der
Fernsehsendung "A Fondo con Sevcec" eines lokalen
Senders eingeht. Sie ist die Mutter des im Februar
2010 nach einem Hungerstreik verstorbenen Gefangenen
Orlando Zapata Tamayo, um dessen Rettung sich die
kubanischen Ärzte mit allen Mitteln bemüht hatten.
Frau Tamayo äußerte, „sich verraten und betrogen zu
fühlen und enttäuscht zu sein" von allen, die sie
mit Versprechungen überschüttet hatten.
„Die uns Hilfe versprachen, haben uns verraten",
gestand die Frau auf eine Frage des Moderators des
Programms und erzählte von den Schwierigkeiten, die
sie zu bewältigen habe, um sieben Monate nach ihrer
Ankunft in Miami zu überleben.
Die Mutter von Zapata traf am 9. Juni vergangenen
Jahres in den Vereinigten Staaten ein. Sie führte
die Asche ihres Sohnes mit sich. Unter Jubel und
Umarmungen empfingen sie dieselben, die Zapata in
den Selbstmord getrieben hatten, auf dem Flughafen.
Politiker, Lobbyisten und auch der eine oder andere
Terrorist versammelten sich auf dem Miami
International Airport, um sie mit vielen Versprechen
willkommen zu heißen.
Frau Tamayo, behängt mit ihren üblichen Yoruba-Ketten,
sagte jetzt, dass sie mit einer Mischung aus Wut und
Traurigkeit einen Moment der Verzweiflung durchlebe,
und äußerte: „Der Geist meines Sohnes wird an dem,
was seine Mutter durchmacht, leiden."
Die Mutter von Zapata Tamayo erklärte den
Zuschauern Miamis, dass sie von ihren Schutzherren
betrogen wurde, und sagte, sie fühle sich von denen
manipuliert, die versprochen hatten, ihr zu helfen.
Sie erzählte außerdem, wie sie sich ihren Unterhalt
verdient, als Dienstmädchen, Putzfrau, mit der
Pflege älterer Menschen und, gemeinsam mit ihrem
Mann, mit Gärtnerarbeiten.
„Wir wohnen zu neunt in einer Wohnung, aber das
Geld reicht nicht, um die Miete von monatlich 2.300
Dollar und die anderen Rechnungen (Wasser, Strom,
Telefon, Lebensmittel u.a.) zu zahlen", sagte sie
mit Schmerz und sprach von ihren Bemühungen, zu
erreichen, dass die kubanische Exilgemeinschaft ihr
eine wirtschaftliche Hilfe gäbe.
Reina Luisa war mit zwölf Familienmitgliedern
nach Miami ausgereist. Während der von Miami
inszenierten Verleumdungskampagne gegen Kuba nach
dem Tod von Zapata Tamayo hatten „Exilgruppen" und „Flüchtlingsorganisationen"
angeboten, der Familie Tamayo Hilfe zu leisten. (Entnommen
aus Cubadebate)